Ebola, Demokratische Republik Kongo

Zahl der Ebola-Fälle im Kongo steigt auf mehr als 1000

22.06.2026 - 09:44:22 | dpa.de

Gesundheitsexperten sind besorgt über die rasche Ausbreitung von Ebola im Kongo. Nun gibt es bereits mehr als 1.000 bestätigte Fälle. Viele Kontakte bleiben unbekannt.

  • Im Kongo gibt es bereits mehr als 1.000 Ebola-Fälle. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
    Im Kongo gibt es bereits mehr als 1.000 Ebola-Fälle. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
  • Für das medizinische Personal ist angesichts der geringen Zahl nachverfolgter Kontakte die Bekämpfung des Ausbruchs ein Wettlauf mit der Zeit. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
    Für das medizinische Personal ist angesichts der geringen Zahl nachverfolgter Kontakte die Bekämpfung des Ausbruchs ein Wettlauf mit der Zeit. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
Im Kongo gibt es bereits mehr als 1.000 Ebola-Fälle. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa Für das medizinische Personal ist angesichts der geringen Zahl nachverfolgter Kontakte die Bekämpfung des Ausbruchs ein Wettlauf mit der Zeit. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa

Gut einen Monat nach Beginn des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Fälle auf mehr als 1000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind von den 1.003 bestätigten Ebola-Erkrankten in drei nordöstlichen Provinzen des Landes insgesamt 254 gestorben. Wie das Ministerium weiter mitteilte, gelten 100 Menschen als genesen. Derzeit werden 365 Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt, hieß es. Die Todesfallquote betrage aktuell rund 25 Prozent. 

Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai waren zudem im Nachbarland Uganda 19 Menschen an Ebola erkrankt und zwei von ihnen an der hochgefährlichen Krankheit gestorben. Die Fälle standen im Zusammenhang mit dem Ausbruch im Kongo.

Derzeit werden den Angaben zufolge 58 Prozent der Kontakte von bestätigten Fällen nachverfolgt. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte sich bereits mehrfach besorgt über die hohe Zahl der nicht bekannten und nachverfolgten Kontakte geäußert.

In der Provinz Ituri, wo das Zentrum des Ausbruchs liegt, ist die vorhandene medizinische Infrastruktur wie in vielen Landesteilen schon unter normalen Umständen schwach. Zusätzliche Herausforderung für Helfer ist die Unsicherheit in vielen Regionen im Osten des Landes, in denen zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv sind. Die Rebellengruppe M23 kontrolliert derzeit große Teile der beiden ebenfalls von Ebola betroffenen Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu, einschließlich der Provinzhauptstädte Goma und Bukavu. 

Sorge vor Ebola in Flüchtlingslagern

Aufgrund der andauernden Konflikte gibt es im Ostkongo nach UN-Angaben bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge. Diese leben oft unter sehr beengten Verhältnissen in provisorischen Lagern, mit wenig Hygienevorkehrungen und mangelnder Gesundheitsversorgung. Ein Ebola-Ausbruch in einem der Flüchtlingslager wäre nach Angaben von Experten fatal.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

de | wissenschaft | 69601221 |