Gewerbe zu Wohnen: 300 Millionen Euro fĂŒr Leerstand-Umbau ab Juli
Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 17:57 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Bundesministerium fĂŒr Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen startet das Programm âGewerbe zu Wohnenâ. 300 Millionen Euro stehen bereit, um Leerstand in BĂŒros und LĂ€den zu bekĂ€mpfen.
Pro neuer Wohneinheit winken ZuschĂŒsse von bis zu 30.000 Euro. Allerdings nur, wenn das GebĂ€ude den energetischen Standard Effizienzhaus 85 erreicht. Die förderfĂ€higen Kosten sind auf 100.000 Euro pro Einheit gedeckelt, der Zuschuss deckt maximal 30 Prozent der Ausgaben.
Das Potenzial ist enorm. Das ifo-Institut schĂ€tzt, dass sich allein in den sieben gröĂten deutschen Metropolen bis zu 60.000 Wohnungen durch Umnutzung gewinnen lieĂen.
KfW-Förderung lÀuft Ende des Jahres aus
Parallel dazu lĂ€uft die KfW-55-Förderung fĂŒr Neubauten. Sie ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet. Seit Ende 2025 wurden damit rund 33.700 Wohneinheiten gefördert â ĂŒber zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro.
Die LĂ€nder legen noch drauf. Die NRW-Bank etwa stellt 2026 insgesamt 2,65 Milliarden Euro fĂŒr klimafreundliche Sanierungen bereit.
Wer in energetische Sanierungen oder Umnutzungen investiert, sollte auch die steuerlichen Vorteile genau prĂŒfen. Die degressive AfA ist zurĂŒck und bietet Immobilienbesitzern attraktive Möglichkeiten, die LiquiditĂ€t ihrer Projekte spĂŒrbar zu verbessern. Degressive AfA: So sichern Sie sich jetzt den maximalen Steuervorteil
WÀrmepumpen: Bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich
Ein zentraler Hebel fĂŒr niedrigere Energiekosten ist die Umstellung der Heizung. In Bremen-Borgfeld zeigen Beratungsinitiativen, dass Hausbesitzer beim Einbau einer WĂ€rmepumpe mit ZuschĂŒssen von bis zu 70 Prozent rechnen können. Die maximale Fördersumme liegt bei 30.000 Euro. Bisher nutzen in solchen Gebieten oft erst rund fĂŒnf Prozent der Haushalte diese Technologie.
Dass sich der Aufwand lohnt, zeigen konkrete Beispiele:
Rietberg, Nordrhein-Westfalen: Sechs MietshĂ€user wurden mit einer Kombination aus zentraler WĂ€rmepumpe und Photovoltaik saniert. Ergebnis: ĂŒber 90 Prozent Energieeinsparung. Die Miete liegt nach der Sanierung bei 6,54 Euro pro Quadratmeter.
GroĂbritannien: Das SHIELD-Projekt testet die Nutzung von AbwĂ€rme aus Mini-Rechenzentren fĂŒr Privathaushalte. In Testphasen sanken die monatlichen Energiekosten eines Haushalts von rund 375 Pfund auf 40 bis 60 Pfund. Fachleute warnen jedoch: Solche Lösungen brauchen eine detaillierte Planung.
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Serielle Sanierung: Altbau wird zum Effizienzhaus 40 Plus
In Frankfurt am Main zeigt ein PreistrÀger des RealGreen Award 2026, wie Modernisierung im bewohnten Zustand funktioniert. Ein GebÀude aus den 1960er Jahren wurde mit vorgefertigten Holzbauelementen, WÀrmepumpen und Photovoltaik auf den Standard Effizienzhaus 40 Plus gehoben.
Neben der Energieeffizienz gewinnt auch die Barrierefreiheit an Bedeutung. FĂŒr den Einbau von WannentĂŒren in bestehende Badezimmer â oft innerhalb eines Arbeitstages möglich â gibt es Förderungen ab Pflegegrad 1 von bis zu 4.180 Euro. Die KfW bietet zudem spezifische Kreditprogramme fĂŒr weitergehende MaĂnahmen.
Finanzierung: FrĂŒhzeitig Förderungen einplanen
Die Finanzierung solcher Projekte lĂ€uft ĂŒber verschiedene Wege. Banken unterscheiden zwischen kurz- bis mittelfristigen Modernisierungskrediten ohne Grundschuldeintrag und langfristigen Baufinanzierungen. Auch Bausparen bleibt ein Instrument fĂŒr kĂŒnftige Instandhaltungen.
Experten raten: Wer frĂŒhzeitig Fördermittel von KfW oder Wohn-Riester-Modelle einbindet, verbessert die wirtschaftliche TragfĂ€higkeit seiner Projekte deutlich.
