Gewichtsabnahme, Fettzellen

Gewichtsabnahme: Fettzellen speichern epigenetisches GedÀchtnis bis zwei Jahre

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fettzellen behalten epigenetische Marker bis zu zwei Jahre. Studien zeigen: Schnelles Abnehmen verstÀrkt Jo-Jo-Effekt nicht, Medikamente haben Nebenwirkungen.

Fettzellen-GedÀchtnis: Warum Abnehmen langfristig so schwer bleibt
Nahaufnahme von menschlichen Fettzellen unter einem Mikroskop, mit leuchtenden epigenetischen Markern im Zellkern. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Selbst nach erfolgreicher Gewichtsabnahme speichern sie ein epigenetisches GedĂ€chtnis – und das erschwert die Gewichtserhaltung enorm.

Forscher der ETH ZĂŒrich beobachteten, dass Fettzellen bestimmte epigenetische Marker bis zu zwei Jahre lang behalten. Die Zellen reagieren dann auf erneute Kalorienzufuhr deutlich effizienter. Das begĂŒnstigt die schnelle Wiederzunahme.

Auch das Immunsystem spielt eine Rolle. Makrophagen bleiben nach einer Gewichtsabnahme teilweise in einem entzĂŒndlichen Zustand, der sogenannten Metaflammation. Das erhöht das Risiko fĂŒr Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – selbst bei normalem Gewicht.

Schnell abnehmen – und dann?

Der Jo-Jo-Effekt ist nicht zwingend eine Folge schnellen Abnehmens. Eine norwegische Studie mit 284 Teilnehmenden stellt gÀngige Annahmen infrage.

Die Gruppe mit schneller Gewichtsabnahme (unter 1000 Kilokalorien pro Tag ĂŒber acht Wochen) verzeichnete nach einem Jahr eine Reduktion von 14,4 Prozent. Die langsame Gruppe lag bei 10,5 Prozent. Ein verstĂ€rkter Jo-Jo-Effekt trat nicht auf.

Dr. Line Kristin Johnson erklĂ€rt: „Ein frĂŒher Erfolg kann die Motivation fördern.“ Entscheidend sei nicht die Geschwindigkeit, sondern eine strukturierte Begleitung und langfristige Lebensstilanpassung.

Medikamente: Wirksam, aber mit Nebenwirkungen

Tirzepatid und die Kombination CagriSema erzielen mit rund 15 Prozent den höchsten Gewichtsverlust. Semaglutid liegt bei etwa 10 Prozent. Doch die wirksamsten PrĂ€parate verursachen auch die stĂ€rksten Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsbeschwerden.

Ein zentraler Befund: Keines der untersuchten Medikamente verbesserte die LebensqualitĂ€t der Patienten klinisch relevant. Semaglutid senkt zwar das Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse, doch die Nebenwirkungen fĂŒhren hĂ€ufiger zu BehandlungsabbrĂŒchen.

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Neue Verfahren und bewÀhrte Strategien

Minimalinvasive Verfahren könnten helfen. Die REMAIN-1-Studie untersuchte „Duodenal Mucosal Resurfacing“ (DMR). Patienten, die Tirzepatid abgesetzt hatten, nahmen nach DMR nur 3,2 Kilogramm wieder zu. Die Kontrollgruppe legte etwa 40 Prozent mehr zu.

Bei stoffwechselbedingten Lebererkrankungen bleibt Gewichtsreduktion die primĂ€re Empfehlung. Bereits 5 Prozent weniger Gewicht senken den Leberfettgehalt deutlich. Bei 7 bis 10 Prozent können EntzĂŒndungen abklingen.

Experten raten zur mediterranen ErnĂ€hrung und zum Verzicht auf ultrahochverarbeitete Lebensmittel. Auch Schlaf ist entscheidend: Bereits 80 Minuten Schlafmangel pro Nacht ĂŒber sechs Wochen fĂŒhren zu einer Gewichtszunahme von durchschnittlich 0,5 Kilogramm.

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Vorsicht ist bei Abnehmshakes geboten. Stiftung Warentest bewertete 2026 nur zwei von zwanzig getesteten Produkten als gut – viele enthielten Schadstoffe.

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