Ghee: ANSES empfiehlt höchstens 12 Prozent der tÀglichen Energie aus gesÀttigten Fetten
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deGhee wird in Ratgebern als traditionelles ayurvedisches Butterfett beschrieben, bei dem durch den Prozess des Auslassens unerwĂŒnschte Bestandteile entfernt werden. Bei dem Erzeugnis handelt es sich um geklĂ€rte Butter, die frei von Wasser und Milchproteinen ist.
Durch diesen Herstellungsprozess zeichnet sich das Fett durch eine lĂ€ngere Haltbarkeit aus und kann mehrere Monate ohne KĂŒhlung gelagert werden. Zudem gilt es im Vergleich zu herkömmlicher Butter als deutlich hitzestabiler.
HitzestabilitÀt und NÀhrstoffzusammensetzung
In der KĂŒchenpraxis wird Ghee hĂ€ufig aufgrund seiner thermischen Eigenschaften geschĂ€tzt. Laut einem Bericht vom 16. Oktober 2026 erreicht Ghee einen Rauchpunkt von circa 485°F (252°C). Im Vergleich dazu liegt der Rauchpunkt von Olivenöl laut derselben Quelle bei circa 320°F (160°C), wĂ€hrend an anderer Stelle im selben Bericht auch ein Wert von 420°F (220°C) genannt wird.
WĂ€hrend Olivenöl ĂŒberwiegend einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren liefert, besteht Ghee primĂ€r aus gesĂ€ttigten Fetten. Es enthĂ€lt zudem die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie konjugierte LinolsĂ€ure (CLA).
ErnĂ€hrungswissenschaftlich erfordert der hohe Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren jedoch MaĂhaltung. Wie aus Berichten vom 18. Oktober 2026 hervorgeht, empfiehlt die französische Lebensmittelbehörde ANSES fĂŒr Erwachsene eine Obergrenze fĂŒr gesĂ€ttigte FettsĂ€uren von maximal 12 Prozent der tĂ€glichen Energiezufuhr bei einem Richtwert von 2.000 kcal pro Tag.
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Dieser Richtwert gilt fĂŒr Ghee gleichermaĂen wie fĂŒr Butter, Sahne oder KĂ€se. In ErnĂ€hrungsempfehlungen wird das Fett daher vor allem als ErgĂ€nzung zu Pflanzenölen gesehen, wobei fĂŒr scharfes Anbraten eine Menge von maximal einem halben Esslöffel empfohlen wird.
FĂŒr die Zubereitung im Haushalt genĂŒgen Berichten zufolge 250 Gramm Butter, die bei sehr schwacher Hitze ĂŒber 20 bis 30 Minuten geschmolzen und anschlieĂend gefiltert werden.
Sortenunterschiede: Kuh- und BĂŒffelmilch
Bei der Auswahl von Ghee spielt der Rohstoff eine zentrale Rolle:
- Gelbes Ghee: Dieses Fett stammt aus Kuhmilch. Der enthaltene Farbstoff Beta-Carotin sorgt fĂŒr die charakteristische gelbliche FĂ€rbung und wird im menschlichen Körper zu Vitamin A umgewandelt. Es gilt als leichter verdaulich und zeichnet sich durch einen höheren Gehalt an Vitamin A aus.
- WeiĂes Ghee: Diese Variante wird aus BĂŒffelmilch hergestellt, die kaum Beta-Carotin enthĂ€lt. Es ist dickflĂŒssiger, liefert mehr Energie und weist tendenziell höhere Kalorien- und Fettwerte auf.
Aufgrund des hohen Energiegehalts beider Varianten raten ErnĂ€hrungsexperten zu einem maĂvollen Konsum, um eine ĂŒbermĂ€Ăige Aufnahme von Kalorien und Fett zu vermeiden.
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Kuh-Ghee wird vor allem fĂŒr leichtere Kost empfohlen, BĂŒffel-Ghee bei höherem Energiebedarf oder dem Wunsch nach einer cremigeren Konsistenz. Im internationalen Handel existieren zudem Sorten aus Schaf- und Ziegenmilch sowie rein pflanzliche Alternativen, die nicht milchbasiert sind.
Traditionelle Anwendungen und wissenschaftliche Belege
In ayurvedischen Texten und traditionellen LeitfĂ€den nimmt Ghee einen festen Platz ein. FĂŒr den Herbst wird es zusammen mit Sesam- und Mandelöl als internes Feuchtigkeitsmittel beschrieben, um einem sogenannten Vata-Ungleichgewicht entgegenzuwirken.
Auch Anwendungen in der Nase oder komplexe Zubereitungen wie das Herbo-Mineral-PrĂ€parat Vatahar Guggul â bestehend aus Guggul, Myrrhe, Piper-longum-Wurzel, Zinnober und Ghee als Bindemittel â basieren auf historischen Rezepturen.
Ein indischer Mediziner verwies Mitte Oktober 2026 darauf, dass ein halber Teelöffel Ghee in warmer Milch am Abend bei Verdauungs- und Darmproblemen helfen, Verstopfung lindern und ButtersĂ€ure liefern könne. Allerdings betonen Berichte, dass weitverbreitete Heilsversprechen wie eine generelle Förderung der Verdauung auf Ăberlieferungen beruhen und nicht durch klinische Studien gestĂŒtzt sind.
Zudem bestehen klare AnwendungsbeschrĂ€nkungen: Bei Vorliegen einer Laktoseintoleranz oder Milchallergie sind die Produktangaben strikt zu prĂŒfen, da nicht jedes Ghee vollstĂ€ndig allergenfrei ist. Bei Fettleber, Husten, Durchfall, Ăbergewicht oder eingeschrĂ€nkter Verdauungsfunktion raten Mediziner vor einer therapeutischen Einnahme zur Ă€rztlichen RĂŒcksprache.
