Giardia bei Katzen: Studie findet potenziell übertragbare Typen in 1,2 Prozent
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 02:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Untersuchung unter Leitung von Margaret Wingerd von VCA SouthPaws liefert detaillierte Einblicke in die Verbreitung des Darmparasiten Giardia bei Hauskatzen in Nordamerika.
Die Co-Autoren von Mars Veterinary Health und Antech werteten dafür rückblickend Testdaten von 157.616 Katzenkotproben aus, die zwischen März 2022 und August 2023 mittels KeyScreen GI Parasite PCR in 49 US-Bundesstaaten, Washington D.C. und fünf kanadischen Provinzen erhoben wurden. Die Ergebnisse beleuchten sowohl die Häufigkeit der Parasiten als auch das potenzielle Übertragungsrisiko auf den Menschen.
Nachweisrate und zoonotische Erregerstämme
Von den 157.616 analysierten Kotproben fielen 9.962 positiv auf Giardia aus, was einem Anteil von 6,3 Prozent entspricht. Die Forschenden weisen darauf hin, dass dieser Wert retrospektiv anhand tierärztlich angeforderter Stuhltests ermittelt wurde und daher nicht pauschal die Gesamtpopulation aller Hauskatzen in Nordamerika abbildet.
Bei der Mehrheit der nachgewiesenen Stämme handelte es sich um katzenspezifische Erreger, vor allem um die sogenannte Assemblage F, die für Menschen als ungefährlich gilt.
Allerdings trugen 18,5 Prozent der positiv getesteten Proben – konkret 1.840 Fälle – Erreger der Assemblages A oder B in sich. Diese Typen besitzen ein potenziell zoonotisches Profil, könnten also theoretisch auch auf den Menschen übergehen.
Bezogen auf die Gesamtzahl aller getesteten Katzen entspricht dies einem Anteil von rund 1,2 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde CDC stuft eine direkte Ansteckung vom Tier auf den Menschen jedoch als unwahrscheinlich ein. Zudem verfolgte die Studie keine Haushalte nach, womit offenbleibt, wie häufig eine Übertragung tatsächlich stattfindet.
Alter, Geschlecht und regionale Schwankungen
Die Befunde zeigen deutliche Unterschiede je nach Lebensphase und Haltungsbedingungen. Bei jungen Kätzchen unter einem Jahr lag die Nachweisrate bei 10,7 Prozent, während sie bei Seniorkatzen ab zehn Jahren lediglich 1,3 Prozent betrug. Von den positiv getesteten Jungtieren trug etwa jedes fünfte die potenziell zoonotischen Typen A oder B.
Die Studie wertete über 157.000 Katzenkotproben aus: 6,3 Prozent waren Giardia-positiv, und bei rund 1,2 Prozent aller getesteten Katzen handelte es sich um Typen mit potenziell zoonotischem Profil. Die CDC hält eine direkte Ansteckung zwar für unwahrscheinlich, doch die Autoren empfehlen gründliche Hygiene und routinemäßige Kotuntersuchungen — besonders in Haushalten mit Kleinkindern, älteren oder immungeschwächten Personen. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Toilette, Oberflächen und Händewaschen im Alltag sauber organisieren. Kostenlosen Hygiene-Leitfaden anfordern
Auch das Geschlecht und der Kastrationsstatus spielten eine Rolle: Kater wiesen mit 6,9 Prozent etwas häufiger Infektionen auf als weibliche Tiere mit 5,7 Prozent. Bei unkastrierten Katzen lag die Nachweisrate bei 9,2 Prozent, verglichen mit 5,3 Prozent bei kastrierten Artgenossen.
Im Jahresverlauf verzeichnete die Analyse im Winter mit 8,1 Prozent die höchsten Werte, gefolgt vom Herbst mit 7,7 Prozent, dem Frühling mit 7,1 Prozent und dem Sommer mit 4,6 Prozent.
Regional traten Infektionen im Mittleren Westen mit 7,8 Prozent am häufigsten auf, im Süden lag der Wert bei 5,9 Prozent. Der Anteil potenziell zoonotischer Typen unter den positiven Proben war hingegen im Nordosten mit 21,6 Prozent und im Westen mit 20,0 Prozent am höchsten.
Verbreitung und Schutzmaßnahmen im Haushalt
In den USA sind Giardien bei 1,4 Prozent der Bevölkerung nachweisbar, während weltweit jährlich rund 200 Millionen Menschen an Giardiasis erkranken. Bei Tieren schwanken die Nachweisraten je nach Gruppe beträchtlich: Für Rinder nennen die Autoren Spannen von 3,7 bis 100 Prozent, für Hunde 1,1 bis 56,8 Prozent und für Katzen 0,2 bis 44,4 Prozent.
Beim Menschen löst die Infektion Beschwerden wie Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Blähungen und Dehydration aus. Die Symptome treten meist ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung auf, die Inkubationszeit liegt zwischen einer und zehn Wochen, und das Krankheitsbild klingt in der Regel binnen sechs Wochen ab.
Kätzchen unter einem Jahr hatten die höchste Nachweisrate (10,7 Prozent), und etwa jedes fünfte positiv getestete Jungtier trug die potenziell zoonotischen Typen A oder B. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Katze betroffen ist, hilft ein klares Vorgehen: Symptome dokumentieren, den richtigen Zeitpunkt für eine Kotuntersuchung wählen und beim Tierarzt gezielt nachfragen. Unser kostenloser Leitfaden enthält ein Symptom-Tagebuch für Katze und Mensch sowie eine Anleitung, wie Sie eine Kotuntersuchung richtig anfordern. Symptom-Tagebuch und Test-Anleitung sichern
Da Giardien über fäkale Kontamination, verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Oberflächen weitergegeben werden, empfehlen die Autoren der Studie eine gründliche Hygiene. Dazu gehören konsequentes Händewaschen nach der Reinigung der Katzentoilette sowie das Säubern potenziell kontaminierter Bereiche.
Zudem raten die Wissenschaftler zu routinemäßigen Kotuntersuchungen bei Katzen, insbesondere in Haushalten mit Kleinkindern, älteren Personen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
