Giersch: Wildkraut mit 150-200 mg Vitamin C pro 100 Gramm
01.06.2026 - 13:18:32 | boerse-global.deDie Pflanze, die viele als lästiges Unkraut kennen, steckt voller Nährstoffe – und das von Februar bis Dezember.
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Nährstoff-Bombe mit Vitamin-C-Schub
Pro 100 Gramm enthält Giersch 150 bis 200 Milligramm Vitamin C. Das ist das Doppelte des täglichen Bedarfs eines Erwachsenen. Zum Vergleich: Im Kopfsalat steckt 15-mal weniger von dem wichtigen Vitamin. Dazu kommen 528 Milligramm Kalium sowie Vitamin A und weitere Mineralstoffe.
In der Volksmedizin gilt Giersch als harntreibend und entsäuernd – besonders bei Gicht kommt er zum Einsatz. Klinische Studien gibt es dazu zwar nicht. Laboruntersuchungen deuten aber auf antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften hin. Kein Wunder also, dass das Kraut auf dem „Life Summit“ Ende Mai in Berlin als Teil personalisierter Gesundheitsstrategien diskutiert wurde.
Vorsicht bei der Ernte: Die 3er-Regel hilft
Die größte Hürde bei der Nutzung von Wildkräutern: die Verwechslungsgefahr. Für Giersch hat sich die „3er-Regel“ bewährt. Der Blattstiel ist dreikantig, der Stängel dreigeteilt, und die Blätter sind in drei Teile untergliedert.
Trotzdem mahnen Experten zur Vorsicht. Der gefleckte Schierling und die Hundspetersilie sehen Giersch zum Verwechseln ähnlich – und sind hochgiftig. Sichere Identifizierung ist Pflicht. Wer sie beherrscht, kann übrigens auch die Blüten essen, die würzig schmecken.
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So kommt das Kraut auf den Teller
In der Küche ersetzt Giersch problemlos Spinat oder peppt Salate auf. Wer einen Tee daraus machen will, sollte die 60-Grad-Marke nicht überschreiten. Sonst geht das empfindliche Vitamin C flöten.
Auch als Kaltgetränk macht sich das Wildkraut gut: Mit Apfelsaft, Birkenzucker und Fruchtsäure ansetzen, kühlen, mit Mineralwasser aufgießen – fertig ist die Wildkraut-Limonade. Beliebt ist auch die Kombi mit Löwenzahn, der die Verdauung ankurbelt, oder mit Schafgarbe.
Urbane Selbstversorgung: Bis zu 70 Prozent vom eigenen Grün
Ende Mai zeigte der „Lange Tag der Stadtnatur“ in Berlin, was Wildkräuter für die lokale Nahrungsproduktion leisten können. Agrarwissenschaftlerin Susann Pophal demonstrierte in Kleingärten, wie sich Giersch systematisch in den Speiseplan einbauen lässt.
Das Potenzial ist enorm: Im Sommer lässt sich damit bis zu 70 Prozent des eigenen Lebensmittelbedars decken. Parallel dazu gewinnen Bildungsprojekte an Bedeutung – etwa eine Initiative in der Verbandsgemeinde Wirges, die seit Anfang Mai Kindern spielerisch den Wert natürlicher Nährstoffe vermittelt.
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