GitHub-Angriffe: Cyberkriminelle klonen KI-Repositories mit Malware
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher der Netskope Threat Labs haben eine neue Kampagne von Cyberkriminellen identifiziert, die gezielt Entwickler von Anwendungen für Künstliche Intelligenz (KI) ins Visier nimmt. Dabei werden vertrauenswürdige Repositories auf der Plattform GitHub geklont, um Schadsoftware zu verbreiten. Ziel der Angreifer ist es, über das Interesse an populären KI-Werkzeugen einen initialen Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu erlangen.
Einsatz von Blockchain-Technologie und NodeJS-Malware
Die aktuelle Kampagne nutzt eine technisch komplexe Infrastruktur, um herkömmliche Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Laut den Analysen der Netskope Threat Labs geben sich die manipulierten Repositories als bekannte KI-Tools wie Claude oder ComfyUI aus. Technisch basiert die Schadsoftware auf einer NodeJS-Architektur, die als „Malware-as-a-Service“ (MaaS) betrieben wird.
Ein markantes Merkmal dieser Angriffe ist die Verwendung von Techniken wie ClickFix und SmartLoader. Letzterer wird in einer zweistufigen Kette eingesetzt, um die Infektion des Zielsystems zu vollziehen. Für die Kommunikation mit den Command-and-Control-Servern (C2) setzen die Akteure auf das sogenannte EtherHiding. Hierbei werden bösartige Skripte innerhalb der Polygon-Blockchain versteckt, was die Entdeckung und Sperrung der Infrastruktur erheblich erschwert.
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Fokus auf Entwickler in sensiblen Wirtschaftssektoren
Die Angreifer richten ihre Aktivitäten geografisch auf Nordamerika, Asien und Südeuropa aus. Dabei ist eine klare Priorisierung bestimmter Branchen erkennbar. Den Berichten zufolge sind insbesondere die Bereiche Finanzdienstleistungen und Banken sowie die Technologiebranche von den Infektionsversuchen betroffen.
Indem die Kriminellen legitime GitHub-Projekte klonen und diese mit Schadcode anreichern, nutzen sie das Vertrauen der Entwicklergemeinschaft in Open-Source-Ressourcen aus. Die Malware wird dabei direkt in KI-bezogene Downloads integriert. Sobald ein Entwickler das vermeintliche Werkzeug herunterlädt und ausführt, beginnt die Infektionskette, die letztlich zum Diebstahl sensibler Informationen oder zur Übernahme des Systems führen kann.
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Analyse der Angriffskette und Identifizierung von Indikatoren
Zur Unterstützung der Abwehrbemühungen haben die Sicherheitsforscher spezifische Indikatoren einer Kompromittierung (Indicators of Compromise, IoCs) veröffentlicht. Im Zentrum der Kampagne stehen die GitHub-Konten mit den Bezeichnungen „yawalinte“ und „JuliusMAAR“. Diese Konten wurden genutzt, um die trojanisierten Repositories zu verbreiten.
Zudem konnte ein spezifischer Smart Contract auf der Polygon-Blockchain identifiziert werden, der für die Steuerung der Malware eine zentrale Rolle spielt. Dieser wird unter der Adresse 0x1823A9a0Ec8e0C25dD957D0841e3D41a4474bAdc geführt. IT-Sicherheitsteams wird empfohlen, ihre Netzwerke auf Verbindungen zu diesen Ressourcen zu prüfen und den Zugriff auf nicht verifizierte Repositories, die KI-Softwarepakete anbieten, kritisch zu überwachen.
Die Entdeckung unterstreicht den Trend, dass Cyberkriminelle den aktuellen Hype um KI-Anwendungen verstärkt ausnutzen, um über spezialisierte Fachkräfte in die IT-Infrastruktur von Unternehmen einzudringen. Da Entwickler oft über weitreichende Berechtigungen innerhalb ihrer Organisationen verfügen, stellt diese Form des Angriffs ein erhebliches Risiko für die Datensicherheit dar.
