GitHub Copilot: Nutzungsgebühren treiben Kosten auf 700 Euro
30.05.2026 - 20:50:25 | boerse-global.deGitHub führt eine nutzungsbasierte Abrechnung für seinen KI-Assistenten Copilot ein – mit drastischen Kostensteigerungen für viele Entwickler.
Ab dem 1. Juni 2026 ersetzt der Microsoft-Konzern die bisherigen Flatrate-Modelle durch ein System von KI-Credits. Ein Credit kostet dabei einen Cent. Privatnutzer und Unternehmen erhalten weiterhin monatliche Kontingente, müssen aber für jede zusätzliche Nutzung nach Verbrauch zahlen.
Kostenexplosion für Vielnutzer
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Erste Berechnungen aus der Entwickler-Community zeichnen ein düsteres Bild: Während die Kosten bisher bei maximal 29 Euro pro Monat gedeckelt waren, könnten sie künftig auf rund 700 Euro steigen. Bei Enterprise-Konten, die bisher 50 Euro kosteten, droht sogar eine Rechnung von bis zu 2.800 Euro – das entspricht einer Verfünfzigfachung der Kosten.
Microsoft selbst hat sich zu diesen konkreten Zahlen bislang nicht geäußert. Um die Ausgaben besser kontrollieren zu können, plant GitHub die Veröffentlichung einer neuen Budgets-API noch im Juni 2026. Das Tool soll Unternehmen helfen, individuelle Nutzerbudgets automatisch zu verwalten.
Microsofts Strategie: Weniger Abhängigkeit von Drittanbietern
Die Preisumstellung ist Teil einer größeren Neuausrichtung bei Microsoft. Der Konzern arbeitet daran, seine Abhängigkeit von externen KI-Anbietern wie OpenAI und Anthropic zu reduzieren. Interne Entwicklungsteams sollen bis Ende Juni 2026 von Anthropics Claude Code auf das hauseigene GitHub Copilot CLI umsteigen.
Parallel dazu arbeitet Microsoft an einem eigenen, spezialisierten KI-Modell für Copilot. Die Investitionen in die KI-Sparte zahlen sich bereits aus: Im dritten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen annualisierten KI-Umsatz von umgerechnet rund 34 Milliarden Euro – ein Plus von 123 Prozent. Die Investitionsausgaben für das Gesamtjahr belaufen sich auf etwa 175 Milliarden Euro.
Branche kämpft mit Infrastruktur-Kosten
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GitHub ist nicht allein mit dem Schritt zur nutzungsbasierten Abrechnung. Auch Google passte am 29. Mai 2026 die Kontingente für Gemini AI Pro an, nachdem Nutzer sich über fehlgeschlagene Anfragen beschwert hatten, die ihre Zeitlimits auffraßen.
Die hohen Kosten belasten viele Unternehmen. Uber beispielsweise verbrauchte sein gesamtes KI-Budget für 2026 bereits innerhalb von vier Monaten – ohne messbare Produktivitätssteigerung. Amazon stellte sogar ein internes Tracking-System ein, das den Token-Verbrauch als Produktivitätskennzahl erfasste.
Die gestiegene Nachfrage nach KI-Diensten fordert auch die technische Infrastruktur. Mitchell Hashimoto, Entwickler des Ghostty-Projekts, kündigte an, seine Arbeit von GitHub wegzuverlagern – Grund seien die häufigen Ausfälle der Plattform in den vergangenen Wochen. GitHub selbst räumte ein, die Kapazitäten bereits um das Dreißigfache erhöht zu haben, um den KI-bedingten Anstieg der Arbeitslast zu bewältigen.
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