Glassworm-Botnetz, CrowdStrike

Glassworm-Botnetz zerschlagen: CrowdStrike stoppt vier SteuerungskanÀle

28.05.2026 - 08:30:16 | boerse-global.de

Sicherheitsbehörden zerschlagen das widerstandsfĂ€hige Glassworm-Botnetz, das ĂŒber vier verschiedene KanĂ€le gesteuert wurde.

Glassworm-Botnetz zerschlagen: CrowdStrike stoppt vier SteuerungskanĂ€le - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Glassworm-Botnetz zerschlagen: CrowdStrike stoppt vier SteuerungskanĂ€le - Foto: ĂŒber boerse-global.de

In einer koordinierten Aktion haben CrowdStrike, Google und die Shadowserver Foundation am Montag die Kontrollinfrastruktur des Glassworm-Botnetzes lahmgelegt. Der Schlag traf ein Netzwerk, das seit Anfang 2025 gezielt Softwareentwickler ins Visier nahm.

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Vierfach abgesichert – und doch gestoppt

Das Besondere an Glassworm: Die Betreiber hatten ihr Botnetz mit einer redundanten Steuerungsarchitektur ausgestattet. Vier völlig unterschiedliche KanÀle hielten die Verbindung zu infizierten Systemen aufrecht. Die Hacker nutzten die Solana-Blockchain, das BitTorrent-DHT-Netzwerk, Google Kalender und eigene virtuelle Privatserver.

Um ein Wiedererwachen des Botnetzes zu verhindern, legten die Sicherheitsexperten alle vier KanĂ€le gleichzeitig still. Die Operation traf eine Bedrohung, die Forscher als besonders widerstandsfĂ€hig beschrieben – vor allem wegen ihrer FĂ€higkeit, Windows-, macOS- und Linux-Systeme gleichermaßen zu infizieren.

Angriff auf die Lieferkette: So schlugen die Hacker zu

Die TĂ€ter hinter Glassworm setzten auf einen besonders perfiden Ansatz: Sie infiltrierten die Entwicklungsumgebungen von Softwareentwicklern. Über die OpenVSX-Registry verteilten sie trojanishierte Visual-Studio-Code-Erweiterungen, die speziell Nutzer von Cursor, Positron, Windsurf und VSCodium ansteuerten.

Doch damit nicht genug. Die Angreifer hinterlegten zudem mehr als 300 manipulierte GitHub-Repositories. Auch die Paketverwaltungen npm und PyPI wurden mit schÀdlichen Paketen verseucht. Wer als Entwickler in seinem Arbeitsalltag auf diese Quellen zugriff, riskierte eine Infektion.

Sobald ein System kompromittiert war, installierte sich der eigentliche SchĂ€dling: GlasswormRAT – ein auf Node.js basierender Trojaner mit Fernzugriff.

Was der SchÀdling anrichtete

GlasswormRAT war ein echtes Multitalent der CyberkriminalitĂ€t. Der Trojaner stahl Zugangsdaten und plĂŒnderte KryptowĂ€hrungs-Wallets. Zudem verschaffte er den Angreifern eine SOCKS-Proxy-Funktion und eine versteckte VNC-Schnittstelle. Damit konnten die Hacker jederzeit aus der Ferne auf die infizierten Rechner zugreifen.

Die Urheberschaft fĂŒhren Cybersicherheitsexperten auf russischsprachige Akteure zurĂŒck. Diese EinschĂ€tzung stĂŒtzt sich auf Sprachmerkmale in den Code-Kommentaren des SchĂ€dlings sowie auf LĂ€ndereinstellungen, die das Programm zur Identifikation des Opferstandorts durchfĂŒhrte.

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So schĂŒtzen sich Unternehmen jetzt

Nach der Zerschlagung der Infrastruktur veröffentlichte CrowdStrike spezielle YARA-Regeln. Sie helfen Organisationen dabei, den SchĂ€dling in ihren Netzwerken aufzuspĂŒren. Infizierte Systeme nehmen typischerweise Kontakt zur IP-Adresse 164.92.88[.]210 auf.

Sicherheitsexperten raten Unternehmen dringend, ihre Entwicklungsumgebungen auf unautorisierte Erweiterungen und verdĂ€chtige Open-Source-Pakete zu ĂŒberprĂŒfen. Betroffene sollten zudem umgehend alle Zugangsdaten austauschen und auf die spezifischen Indikatoren einer GlasswormRAT-Infektion achten.

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