Glaukom-PrÀvention, Vitamin

Glaukom-PrÀvention: Vitamin B3 senkt Risiko um 66 Prozent

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 20:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de

KI beschleunigt Diagnostik, Vitamin B3 senkt Glaukom-Risiko und Gentherapie reduziert Injektionen. Neue Studien untersuchen Risiken von Abnehmspritzen.

Augenheilkunde im Wandel: KI, Gentherapie & neue Risiken
Ein Nahaufnahme eines Auges mit digitalen Überlagerungen, die medizinische Daten und ein neuronales Netzmuster darstellen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

KĂŒnstliche Intelligenz beschleunigt die Diagnostik, neue Medikamente versprechen DurchbrĂŒche – und großangelegte Studien untersuchen Risiken moderner Wirkstoffe.

KI analysiert Augen in 30 Sekunden

In der klinischen Praxis gewinnen KI-gestĂŒtzte Anwendungen an Bedeutung. In der Lausanner Klinik Swiss Visio Montchoisi kommt eine Applikation des Unternehmens RetinAI zum Einsatz. Sie analysiert optische KohĂ€renztomographien (OCT) innerhalb von rund 30 Sekunden.

Laut Dr. Aude Ambresin identifiziert die Software pathologische Anzeichen und misst prĂ€zise das FlĂŒssigkeitsvolumen im Auge. Ziel sei es, das Fortschreiten einer Makuladegeneration besser vorherzusagen. Die finale Behandlungsentscheidung bleibt aber beim medizinischen Personal.

Auch bei Hornhauterkrankungen wie dem Keratokonus setzen Ärzte verstĂ€rkt auf 3D-Technologie. Verfahren wie die Pentacam-Untersuchung ermöglichen eine frĂŒhzeitige Identifikation von GewebeverĂ€nderungen. Zur Stabilisierung der Hornhaut hat sich das UV-Crosslinking etabliert.

Vitamin B3 gegen Glaukom?

Im Bereich der Glaukom-PrĂ€vention liefern Langzeituntersuchungen neue Erkenntnisse. Eine Studie an 2.920 Patienten ĂŒber 20 Jahre deutet darauf hin, dass Nicotinamid (Vitamin B3) das Risiko fĂŒr ein primĂ€res Offenwinkelglaukom senken könnte.

Das Risiko sank in der Untersuchungsgruppe um 66 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe. Zudem verzeichneten die Forscher einen deutlich geringeren Bedarf an operativen Eingriffen und Augentropfen.

FĂŒr die bisher schwer behandelbare NAION (nicht-arteriitische anteriore ischĂ€mische Optikusneuropathie) startet das Unternehmen DompĂ© eine Phase-3-Studie. In ĂŒber 130 Zentren weltweit soll die Wirksamkeit von intranasal verabreichtem Cenegermin-bkbj untersucht werden. Der Wirkstoff basiert auf dem Nervenwachstumsfaktor. Da es bislang keine FDA-Zulassung fĂŒr NAION gibt, erhielt das Projekt bereits im Oktober 2025 einen beschleunigten PrĂŒfstatus.

Abnehmspritzen: Risiko fĂŒr die Augen?

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Die 20-Jahres-Studie mit 2.920 Teilnehmern zeigt: Nicotinamid (Vitamin B3) senkt das Glaukom-Risiko um 66 Prozent. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, wie Sie die richtige Dosierung finden und Ihre Augen nachhaltig schĂŒtzen. Jetzt Report anfordern

Ein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf den okulĂ€ren Auswirkungen von GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Die Wirkstoffe werden hĂ€ufig zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Eine Analyse im British Journal of Ophthalmology deutet auf ein potenzielles Signal fĂŒr ischĂ€mische Optikusneuropathien bei Semaglutid-Formulierungen hin.

Eine Studie zeigte ein leicht erhöhtes Risiko: 8,5 FĂ€lle gegenĂŒber 5,5 pro 10.000 Anwender innerhalb von 18 Monaten. Eine schwedische Kohortenstudie mit ĂŒber 100.000 Teilnehmern bestĂ€tigte ein statistisch höheres relatives Risiko. Die absoluten Fallzahlen blieben jedoch sehr niedrig. Experten empfehlen, Patienten ĂŒber 50 Jahre oder mit bestehenden Augenerkrankungen engmaschiger zu ĂŒberwachen.

Gentherapie reduziert Injektionen drastisch

Bei der feuchten Makuladegeneration zeigen Gentherapien vielversprechende Zwischenergebnisse. Das Unternehmen Elygen prÀsentiert auf der ASRS-Konferenz in Montreal Daten zu seinem Kandidaten NG101.

In einer Phase-1/2a-Studie konnte bei niedriger Dosierung ĂŒber 52 Wochen die Zahl der notwendigen zusĂ€tzlichen Injektionen um 89 Prozent reduziert werden. Ein Großteil der Probanden benötigte nach der Behandlung maximal eine weitere Injektion pro Jahr. Die Produktion erfolgt in Zusammenarbeit mit Reyon Pharmaceutical.

Versorgungsforschung: Wie viele AugenÀrzte braucht Deutschland?

Um die kĂŒnftige Patientenversorgung sicherzustellen, startet die BLICK-Studie unter Leitung von Prof. Jochen Schmitt vom Zentrum fĂŒr Evidenzbasierte Gesundheitsforschung an der TU Dresden. Von Anfang 2027 bis Ende 2029 soll der Versorgungsbedarf fĂŒr Katarakt, Glaukom und diabetische Retinopathie ermittelt werden.

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Ziel ist eine Personalbedarfsprognose bis 2045, um Fehl- oder Unterversorgungen entgegenzuwirken. Der Innovationsfonds unterstĂŒtzt das Projekt.

Gleichzeitig investieren medizinische FakultĂ€ten in die Ausbildung. Am UniversitĂ€tsklinikum WĂŒrzburg wurden mit Förderungen der Dr. Herbert-Brause-Stiftung, Roche und Bayer zwei moderne EyeSi-Simulatoren installiert. Sie ermöglichen angehenden AugenĂ€rzten realistische Übungen – unter anderem im Rahmen einer fĂŒr September 2026 geplanten SummerSchool.

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