Glaukom: Vitamin B3 senkt Erkrankungsrisiko um 66 Prozent
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 05:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt: Vitamin B3 könnte das Risiko fĂŒr GrĂŒnen Star drastisch senken. Gleichzeitig liefern Forscher neue Erkenntnisse zu Nebenwirkungen von Diabetes-Medikamenten auf den Sehnerv.
MikronÀhrstoffe gegen das Glaukom
In Deutschland leiden etwa drei Prozent der ĂŒber 40-JĂ€hrigen am Glaukom â dem GrĂŒnen Star. Bei den ĂŒber 75-JĂ€hrigen ist fast jeder Zehnte betroffen. Eine groĂ angelegte Studie, die im Juli 2026 veröffentlicht wurde, deutet auf neue prĂ€ventive Möglichkeiten hin.
Die Untersuchung analysierte elektronische Gesundheitsakten aus 20 Jahren (2006 bis 2026). 2.920 Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck nahmen teil. Das Ergebnis: Nicotinamid (Vitamin B3) senkte das Risiko fĂŒr ein primĂ€res Offenwinkelglaukom um 66 Prozent.
Nur 3,5 Prozent der Probanden, die das Vitamin einnahmen, entwickelten die Erkrankung. In der Kontrollgruppe waren es 9,0 Prozent. Zudem sank die Notwendigkeit fĂŒr Augentropfen um 43 Prozent, der Bedarf an Lasereingriffen sogar um 62 Prozent.
Kurzsichtigkeit: Fast jeder zweite 25-JĂ€hrige betroffen
Die Verbreitung von Sehfehlern nimmt zu â besonders bei JĂŒngeren. Fast die HĂ€lfte aller 25-jĂ€hrigen Deutschen ist kurzsichtig. Experten fĂŒhren das auf das ĂŒbermĂ€Ăige LĂ€ngenwachstum des Augapfels durch hĂ€ufiges Sehen auf kurze Distanzen zurĂŒck.
Die Empfehlung: tÀglich etwa zwei Stunden im Freien verbringen. Das kann das Risiko einer Myopie-Entwicklung halbieren. Insgesamt benötigen derzeit rund zwei Drittel aller Deutschen eine Sehhilfe.
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FĂŒr die dauerhafte Korrektur stehen verschiedene Laserverfahren zur VerfĂŒgung. JĂ€hrlich nutzen ĂŒber 100.000 Menschen in Deutschland diese Eingriffe. Die Kosten beginnen bei etwa 1.140 Euro pro Auge. Voraussetzung: Mindestalter 18 Jahre, stabile SehstĂ€rke und gesunde Augen.
Diabetes-Medikamente: Leicht erhöhtes Risiko fĂŒr Sehnerv-Erkrankung
Ein weiterer Forschungszweig beschÀftigt sich mit Nebenwirkungen moderner Medikamente auf die Augen. Aktuelle Daten aus den Annals of Internal Medicine (Juli 2026) untersuchten GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1RA), die hÀufig bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden.
Die Analyse von US-Versicherungs- und schwedischen Registerdaten zeigt ein leicht erhöhtes Risiko fĂŒr die ischĂ€mische Optikusneuropathie (ION) â eine Erkrankung des Sehnervs. Das absolute Risiko bleibt mit 8,5 FĂ€llen pro 10.000 Anwendern innerhalb von 18 Monaten gering. Zum Vergleich: Bei SGLT-2-Inhibitoren liegt es bei 5,5 FĂ€llen.
Besonders betroffen sind Patienten ĂŒber 50 Jahre und MĂ€nner. Experten betonen: Das absolute Risiko ist weiterhin als niedrig einzustufen.
Altersbedingte Erkrankungen: FrĂŒherkennung wird immer wichtiger
Neben dem Glaukom stellen die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) mit knapp sechs Millionen Betroffenen in Deutschland und der Graue Star die gröĂten Herausforderungen dar. WĂ€hrend sich der Graue Star durch einen operativen Linsenaustausch heute routinemĂ€Ăig behandeln lĂ€sst, erfordern chronische Netzhauterkrankungen oft eine langfristige Begleitung.
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Die Empfehlung: ab dem 40. Lebensjahr regelmĂ€Ăige augenĂ€rztliche Kontrollen. In der Diagnostik kommen zunehmend hochauflösende Verfahren zum Einsatz.
Parallel dazu entwickelt sich ein neuer Bluttest fĂŒr verwandte Bereiche. Ab Juli 2026 ist in der EU ein hochprĂ€ziser Test (pTau217) verfĂŒgbar, der mit ĂŒber 90 Prozent Genauigkeit zur Alzheimer-FrĂŒherkennung beitragen soll. Das Feld ist auch fĂŒr die Augenheilkunde relevant â wegen der engen Verbindung zwischen neuronalen Prozessen und der Netzhaut.
Ein weiterer Punkt: die allgemeine NĂ€hrstoffversorgung bei chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes. Bis zu 45 Prozent dieser Patienten haben MĂ€ngel bei Vitamin D, Magnesium oder Eisen. Ab 2028 wird in Deutschland ein verpflichtendes Screening auf FehlernĂ€hrung eingefĂŒhrt â um FolgeschĂ€den auch an den Augen zu minimieren.
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