Glukosemessung, Spitzenzeit

Glukosemessung: 15 Prozent mehr Spitzenzeit, bis zu 26 Prozent mehr Risiko

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie verbindet längere Phasen erhöhter Glukosewerte mit Bluthochdruck, ungünstigen Blutfetten und höherem vorhergesagtem Herzrisiko.
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Raum mit neutralen Farben und klaren Linien, der eine ruhige und sachliche Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Kontinuierliche Glukosemessung gewährt zunehmend Einblicke in Stoffwechselprozesse von Personen, bei denen bislang weder Diabetes noch kardiovaskuläre Vorerkrankungen diagnostiziert wurden. Eine in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlichte Untersuchung von Forschern der Framingham Heart Study zeigt nun auf, wie stark bereits vorübergehende Blutzuckeranstiege mit Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System zusammenhängen.

Bluthochdruck und Blutfettwerte steigen mit Glukosespitzen

Für die Untersuchung stattete das Forschungsteam 1.356 Erwachsene ohne Diabetes oder bekannte Herzkrankheiten mit verblindeten Sensoren zur kontinuierlichen Glukosemessung aus. Die Kohorte wies ein Durchschnittsalter von 59 Jahren auf, der Frauenanteil lag bei 55,8 Prozent. Die Sensoren erfassten die Werte im Schnitt über 8,2 Tage hinweg im Fünf-Minuten-Takt.

Die Auswertung ergab, dass ein Anstieg der Verweildauer oberhalb von 140 mg/dL (7,8 mmol/L) um rund 15 Prozent mit einer um 21 bis 26 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck oder ungesunde Blutfette einherging.

Bluthochdruck war dabei definiert als Werte ab 130/80 mmHg oder die Einnahme entsprechender Medikamente; bei den Blutfettwerten wurden hohe Triglyceride oder ein niedriges HDL-Cholesterin erfasst. Zugleich zeigte sich pro 15-prozentigem Anstieg der Zeit über 140 mg/dL ein um 2 Prozent höheres vorhergesagtes Zehn-Jahres-Herzrisiko auf Basis der PREVENT-Gleichung.

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In der Gruppe mit dem höchsten Anteil an Messwerten über der Schwelle von 140 mg/dL lag das relative vorhergesagte Zehn-Jahres-Risiko um 6 bis 7 Prozent höher als in der Gruppe mit den niedrigsten Werten. Bei 59,8 Prozent der Teilnehmer in dieser Spitzengruppe lag bereits ein Prädiabetes vor.

Relevanz von Mahlzeiten und methodische Grenzen

Zusätzlich analysierten die Forscher die Reaktionen auf standardisierte Mahlzeiten mit einem Energiegehalt von 600 Kilokalorien. Ein Anstieg der Blutzuckerwerte zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme war mit einem um 3 Prozent höheren vorhergesagten Zehn-Jahres-Risiko sowie 25 bis 30 Prozent höheren Odds für die genannten kardiovaskulären Risikofaktoren verknüpft. Reine Glukoseschwankungen wiesen nach statistischer Adjustierung hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Risiko auf.

Die Autoren verweisen zugleich auf mehrere methodische Einschränkungen ihrer Arbeit. So basierten die Daten auf einer einmaligen Messperiode, und es wurden Risikovorhersagen statt tatsächlicher klinischer Endpunkte ausgewertet. Zudem bestand die Studienpopulation zu 92,6 Prozent aus nicht-hispanischen Weißen, während lediglich 184 Teilnehmende jünger als 50 Jahre waren.

Hinsichtlich der Rahmenbedingungen legten die Forscher offen, dass der Hersteller Dexcom die Sensoren vergünstigt bereitgestellt hatte und Beratertätigkeiten für Abbott sowie Dexcom bestanden.

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Während Sensoren im klinischen Alltag bislang vorrangig zur Therapieführung bei manifestem Diabetes eingesetzt werden, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Messung subklinischer Glukosespitzen auch bei stoffwechselgesunden Personen relevante Hinweise auf kardiovaskuläre Risiken liefern kann.

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