GModG tritt in Kraft: Heizungsregel entfÀllt, Förderung steigt
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der GebĂ€udesektor in Europa erlebt einen Modernisierungsschub. Neue Gesetze, angepasste Förderungen und groĂvolumige Projekte treiben die energetische Sanierung voran. Fachleute sehen eine zunehmende Professionalisierung â besonders bei seriellen Verfahren und innovativen Mietmodellen.
Neues Gesetz: Vom GEG zum GModG
Ein zentraler Wendepunkt kam am 10. Juli 2026. Der Bundestag beschloss die ĂberfĂŒhrung des GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG) in das neue GebĂ€udemodernisierungsgesetz (GModG). Die wichtigste Ănderung: Die strikte Pflicht zum Einsatz von 65 Prozent erneuerbaren Energien beim Heizungstausch entfĂ€llt unter bestimmten Bedingungen.
Nur elf Tage spĂ€ter, am 21. Juli, passte die KfW die Förderkonditionen der Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude (BEG) an. EigentĂŒmer erhalten aktuell eine Grundförderung von 30 Prozent. Mit Klimageschwindigkeitsbonus (16 Prozent) und einkommensabhĂ€ngigem Bonus (bis zu 40 Prozent) ist die Gesamtförderung auf 80 Prozent gedeckelt.
Doch Vorsicht: Ab dem 1. Februar 2027 sinken die FördersÀtze schrittweise. Der Klimageschwindigkeitsbonus fÀllt dann alle sechs Monate um vier Prozentpunkte.
Serielle Sanierung: LĂŒbeck als Vorreiter
GroĂprojekte setzen zunehmend auf industrielle Vorfertigung. In LĂŒbeck saniert ein Wohnungsunternehmen GebĂ€ude aus den 1960er-Jahren seriell. Mit vorgefertigten Holzfassadenelementen hebt das Unternehmen rund 120 Wohnungen auf den KfW-55-Standard. Ein Teil der Einheiten ist bereits bezogen, die Fertigstellung weiterer Abschnitte ist fĂŒr August 2026 geplant. Das Investitionsvolumen: rund 23,5 Millionen Euro.
Auch in Wien zeigt ein Projekt, wie Dekarbonisierung im groĂen Stil funktioniert. Im Wohnpark Alt-Erlaa ersetzen 780 ErdwĂ€rmesonden, 60 WĂ€rmepumpen und 18 LuftwĂ€rmetauscher 38 alte Gaskessel. Ziel: 78 Prozent weniger Energiebedarf und nahezu CO2-frei fĂŒr ĂŒber 3.000 Wohneinheiten.
Seit Juli 2026 entfĂ€llt die strikte 65-Prozent-Pflicht beim Heizungstausch â gleichzeitig steigt die KfW-Förderung auf bis zu 80 Prozent. Doch die FördersĂ€tze sinken ab Februar 2027 schrittweise. Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie die neuen Regeln nutzen und die maximale Förderung sichern. GModG-Checkliste jetzt anfordern
Gelsenkirchen plant Ăhnliches. Im Oktober 2026 startet dort die Modernisierung von 153 Wohnungen. 26 Millionen Euro flieĂen in WĂ€rmepumpentechnik und umfassende DĂ€mmung.
Energieautarkie: Miete inklusive Strom
Ein wachsender Trend sind hochgradig energieautarke Mietobjekte. In Roggendorf bei Gadebusch feierte im Juli 2026 ein Wohnprojekt mit 24 Einheiten Richtfest. Das Besondere: Die Pauschalmiete von 14 Euro pro Quadratmeter enthÀlt eine Energieflatrate. Möglich macht das eine Kombination aus Photovoltaik, Autarkieboilern und Infrarotheizungen. Das Modell ersetzt die klassische Nebenkostenabrechnung und bietet langfristige Kostensicherheit.
Auch spezialisierte Wohnformen investieren massiv. Das GDA Wohnstift Neustadt plant eine Kernsanierung fĂŒr rund 24 Millionen Euro. Neben barrierefreien Umbauten umfasst das Konzept energetische Fassadenmodernisierung sowie Geothermie und Photovoltaik fĂŒr GemeinschaftsrĂ€ume. Die Fertigstellung ist in etwa zwei Jahren geplant.
Artenschutz und Bauen im Betrieb
Hohe Sanierungskosten schrecken ab â dabei lassen sich mit seriellen Verfahren und Energieautarkie-Konzepten bis zu 80 Prozent Förderung erzielen. In LĂŒbeck, Wien und Roggendorf zeigen Praxisbeispiele, wie es gelingt. Dieser Leitfaden fasst die effektivsten Strategien fĂŒr Ihr Eigenheim zusammen. Förderstrategie fĂŒr 2026 sichern
Neben der energetischen Optimierung rĂŒcken ökologische Aspekte stĂ€rker in den Fokus. Die Stadt Karlsruhe erinnerte bei aktuellen Sanierungsvorhaben an die ganzjĂ€hrige Schutzpflicht fĂŒr BrutstĂ€tten von Mauerseglern und FledermĂ€usen. Vor Baubeginn mĂŒssen GebĂ€ude geprĂŒft und gegebenenfalls Ersatzquartiere geschaffen werden.
Im gewerblichen Hochbau zeigt sich zudem: Sanierungen bei laufendem Betrieb sind möglich. In der Lobby des Frankfurter Messeturms installierte ein Unternehmen eine groĂflĂ€chige FuĂbodenheizung â ohne den tĂ€glichen GeschĂ€ftsverkehr zu unterbrechen. Studien zufolge lassen sich durch solche EinzelmaĂnahmen die Energieeffizienz um bis zu 9,5 Prozent steigern. Gleichzeitig verkĂŒrzen moderne Systemlösungen die Bauzeit signifikant.
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