Goji-Polysaccharide: Labortest zeigt 48% stÀrkere Chemotherapie
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 02:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der onkologischen Forschung rĂŒcken pflanzliche Extrakte und Naturstoffe zunehmend als potenzielle Begleitstoffe fĂŒr bestehende Therapien in den Fokus. Aktuelle prĂ€klinische Untersuchungen befassen sich mit Wirkstoffen aus Goji-Beeren, Reishi-Pilzen, fermentierten SĂ€ften, Stevia und Ingwer. Die experimentellen Ergebnisse weisen auf verschiedene zellbiologische Effekte hin, befinden sich jedoch ĂŒberwiegend noch in frĂŒhen Laborphasen.
Goji-Polysaccharide verstÀrken Chemotherapie im Laborversuch
Eine im Fachjournal Advanced Functional Materials veröffentlichte Untersuchung analysierte den Einfluss von Goji-Polysacchariden (LBP) auf Darmkrebsmodelle. Den Daten zufolge verstÀrken die Polysaccharide die Wirkung des etablierten Chemotherapeutikums Oxaliplatin.
Die Forscher beobachteten eine Steigerung der Tumorhemmung um 35 bis 48 Prozent sowie eine um das Zwei- bis Dreifache erhöhte Apoptoserate der Tumorzellen. Zudem sank der IC50-Wert signifikant (p<0,01).
Als zugrundeliegender Wirkmechanismus wird eine kombinierte Regulation des Immunsystems, des Mikrobioms und des Stoffwechsels beschrieben. Nach diesen prĂ€klinischen Resultaten ist nun eine klinische Phase-I-Studie geplant, um die Effekte am Menschen systematisch zu ĂŒberprĂŒfen.
Reishi-Extrakt hemmt Metastasen und GefĂ€Ăneubildung
Weitere Erkenntnisse liefert eine in Food and Chemical Toxicology erschienene Publikation zum Reishi-Extrakt GLE (GanoExtra). In Zell- und Tiermodellen hemmte die Substanz das Wachstum von Brustkrebs sowie das Entstehen von Lungenmetastasen.
Die biologische AktivitĂ€t beruht den Untersuchungen zufolge auf einer UnterdrĂŒckung der Angiogenese, einer gehemmten Zellinvasion sowie der Auslösung von Zellpyroptose. Der verwendete Extrakt ist auf einen Gehalt von 10 Gramm Polysacchariden und 8 Gramm Triterpenen pro 100 Gramm standardisiert.
Fermentierte Pflanzenstoffe und MilchsÀurebakterien
Zwischen Laborbefund und Klinik liegt ein weiter Weg â und genau dort entsteht bei Angehörigen die Unsicherheit. Dieser kostenlose Leitfaden ordnet die aktuellen prĂ€klinischen Naturstoff-Studien ein und gibt Ihnen eine Checkliste an die Hand, mit der Sie Naturstoffe und Chemotherapie sachlich besprechen können. Kostenlosen Leitfaden zur Naturstoff-Einordnung anfordern
Auch fermentierte Naturprodukte stehen im Fokus wissenschaftlicher Analysen. An der Erciyes-UniversitĂ€t untersuchte ein Forschungsteam um Prof. Dr. Mahmut Do?an, Dr. Duygu Aslan TĂŒrker und Dr. Ahmet Yetiman Inhaltsstoffe aus traditionell fermentiertem Rote-Bete-Saft (?algam).
Aus dem Saft wurden 50 bis 55 Laktobazillen isoliert. Das isolierte Bakterium Lactobacillus brevis reduzierte Darm- und Leberkrebszellen in vitro um 90 bis 95 Prozent.
Zudem hemmten Anthocyane aus der im Saft enthaltenen schwarzen Karotte Kolon- und Leberkrebszellen im Labor. Die Arbeitsgruppe veröffentlichte ihre Befunde unter anderem 2022 in Food and Bioproducts Processing sowie 2026 in Probiotics and Antimicrobial Proteins.
Prof. Dr. Mahmut Do?an betonte, dass diese Laborergebnisse keine direkte Krebstherapie beim Menschen darstellen, sondern als Grundlage fĂŒr spĂ€tere klinische Studien dienen. Als nĂ€chster Schritt sind Tests an Tiermodellen vorgesehen.
An der UniversitĂ€t Hiroshima erforschten Wissenschaftler fermentierten Stevia-Extrakt (FSLE), der mithilfe von Lactobacillus plantarum SN13T gewonnen wurde. Der Extrakt erwies sich in vitro als toxisch fĂŒr Zellen des Pankreaskarzinoms, wĂ€hrend gesunde Nierenzellen (HEK-293) unbeschĂ€digt blieben.
Als aktiver Inhaltsstoff wurde ChlorogensĂ€ure-Methylester (CAME) identifiziert. Da Pankreaskrebs weiterhin eine 5-Jahres-Ăberlebensrate von unter 10 Prozent aufweist, sind weiterfĂŒhrende Untersuchungen an MĂ€usen geplant.
Ingwer-Derivat zeigt dosisabhÀngige Effekte
Viele Angehörige fragen sich, ob Goji, Reishi oder fermentierte Extrakte die Chemotherapie unterstĂŒtzen oder ihr schaden. Der Leitfaden fasst den Stand der prĂ€klinischen Forschung zusammen und liefert einen Fragenkatalog, mit dem Sie das nĂ€chste GesprĂ€ch mit dem Behandlungsteam strukturiert vorbereiten. Fragenkatalog fĂŒr das Onkologen-GesprĂ€ch sichern
Wissenschaftler der Vietnamesischen Akademie der Wissenschaften untersuchten das Zerumbon-Derivat Zethiazol, das aus Ingwer gewonnen wird, an Lungenkrebsmodellen bei MĂ€usen.
Die Substanz bewirkte eine dosisabhĂ€ngige Reduktion des Tumorwachstums: Bei einer Dosis von 50 mg/kg lag die Reduktion bei 2,74 Prozent, bei 100 mg/kg bei 7,58 Prozent und bei 200 mg/kg bei 17,44 Prozent. FĂŒr Zethiazol wurden zudem IC50-Werte von 0,98 ”g/mL bei Lungenkrebs-, 1,45 ”g/mL bei Leberkrebs- und 1,03 ”g/mL bei GebĂ€rmutterkrebszellen ermittelt.
