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Google: 205 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur 2026

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 11:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alphabet steigert seine Jahresprognose für KI-Investitionen auf bis zu 205 Milliarden Dollar. Das Cloud-Geschäft wächst rasant, doch die Börse reagiert verhalten auf den negativen Cashflow.

Alphabet erhöht KI-Investitionen auf 205 Milliarden Dollar für 2026
Reihen leuchtender Server-Racks in einem modernen, hochtechnologischen Rechenzentrum, das massive KI-Infrastrukturinvestitionen repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Google-Mutterkonzern gibt für 2026 bis zu 205 Milliarden Dollar für Künstliche Intelligenz aus.

Die massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur treiben Alphabets Kapitalplanung in neue Höhen. Nach einem starken zweiten Quartal hob der Konzern seine Jahresprognose von zuvor 180 bis 190 Milliarden auf nun 195 bis 205 Milliarden Dollar an. Grund ist das explosive Wachstum der Cloud-Sparte – aber auch der enorme Bedarf an Rechenleistung für KI-Modelle.

Milliarden für Server und Rechenzentren

Allein im zweiten Quartal investierte Alphabet 44,9 Milliarden Dollar in Sachanlagen – doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Finanzchefin Anat Ashkenazi bezifferte den Anteil für Server auf rund 60 Prozent, die restlichen 40 Prozent flossen in den Bau neuer Rechenzentren. „Die Nachfrage nach KI-Diensten übersteigt weiterhin unsere verfügbare Kapazität“, sagte Ashkenazi und kündigte an, dass die Ausgaben 2027 erneut deutlich steigen dürften.

Um die Lücke kurzfristig zu schließen, will der Konzern im dritten Quartal auf fremde Infrastruktur zurückgreifen. Der Investitionsrausch ist Teil eines Branchentrends: Analysten zufolge könnten die KI-Ausgaben der großen Tech-Konzerne 2026 die Marke von 700 Milliarden Dollar überschreiten.

Cloud-Geschäft boomiert – Gewinne verdreifacht

Die Investitionen zahlen sich aus: Googles Cloud-Sparte steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn des Bereichs verdreifachte sich auf 8,8 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand der Cloud-Sparte liegt bei 514 Milliarden Dollar. Rund 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen nutzen inzwischen die KI-Tools der Gemini-Reihe.

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Konzernchef Sundar Pichai räumte Verzögerungen beim Modell Gemini 3.5 Pro ein, bestätigte aber, dass das Training für Gemini 4 bereits begonnen habe. Die Gemini-App zählt rund 950 Millionen aktive Nutzer monatlich, das KI-Programmiertool Antigravity kommt auf 2,4 Millionen wöchentliche Nutzer. „Die Umstellung auf KI-gestützte Suche steht noch am Anfang“, so Pichai. Sie bleibe der strategische Schwerpunkt des Unternehmens.

Börse reagiert verschnupft auf negative Liquidität

Trotz eines Umsatzplus von 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar gab die Alphabet-Aktie nachbörslich um drei bis fünf Prozent nach. Grund: Der Konzern verbuchte mit minus 5,9 Milliarden Dollar den ersten negativen freien Cashflow seit mindestens einem Jahrzehnt. Ursache sind die gigantischen Infrastrukturinvestitionen.

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Der Nettogewinn verdreifachte sich zwar auf 112,1 Milliarden Dollar – dieses Plus ist aber vor allem auf unrealisierte Kursgewinne von rund 99 Milliarden Dollar aus Beteiligungen an SpaceX und Anthropic zurückzuführen. Im Kerngeschäft Werbung wuchs der Suchmaschinenumsatz um 17 Prozent auf 63,3 Milliarden Dollar, die Werbeeinnahmen von YouTube legten um 13 Prozent auf 11,06 Milliarden Dollar zu. Die Fußball-WM bescherte dem Konzern Rekord-Suchvolumina und lockte 1,7 Milliarden einzelne Zuschauer zu YouTube.

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