Google Assistant endet: Gemini übernimmt ab 4. September
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die tiefe Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in alltägliche digitale Dienste stößt bei Anwendern zunehmend auf das Bedürfnis nach Kontrolle und Deaktivierungsmöglichkeiten. Ein aktueller Ratgeber des Handelsblatts beleuchtet Strategien, wie Nutzer die Gemini-KI aus Gmail und weiteren Google-Diensten ausschließen können.
Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund einer laufenden Sammelklage gegen das Unternehmen, da die KI-Modelle standardmäßig E-Mail-Konten und Anhänge durchsuchen sollen, um Daten zu verarbeiten.
Einschränkung der KI in Gmail und Workspace
In Berichten vom Anfang September wurde darauf hingewiesen, dass die Deaktivierung von Gemini oft über versteckte Menüpfade erfolgen muss. Für Gmail existieren Anleitungen, die das Abschalten der KI-Funktionen in fünf Schritten an zwei unterschiedlichen Orten innerhalb der Einstellungen beschreiben. Dies betrifft insbesondere die automatisierte Analyse von Inhalten.
In der mobilen Nutzung auf Pixel-Geräten wurde zudem ein Softwarefehler beobachtet, bei dem die Oberfläche „Help me write“ beim Antworten auf E-Mails die reguläre Tastatur ersetzt. Dieses Problem scheint Berichten zufolge exklusiv auf Android-Geräten der Pixel-Reihe aufzutreten, während iOS-Nutzer nicht betroffen sind.
Für Unternehmenskunden im Bereich Workspace wurde zudem die Einführung der Funktion „Reply to email“ im Workspace Studio angekündigt. Ab dem 14. September 2026 soll dieses Werkzeug in berechtigten Business-, Enterprise- und Education-Editionen automatisch in Gmail-Threads antworten können.
Administratoren erhalten hierbei die Möglichkeit, diese Funktion einzuschränken oder eine explizite Genehmigungspflicht für die KI-generierten Antworten festzulegen.
Anpassungen in Google Photos und Messages
Auch in anderen Kernanwendungen bietet der Hersteller inzwischen Optionen zur Rückkehr zu klassischen Bedienkonzepten an. In Google Photos wurde ein Umschalter eingeführt, der es ermöglicht, die „Ask Photos“-Funktion zu verlassen und zur herkömmlichen Suchlogik zurückzukehren. Die KI-gestützte Suche war im Jahr 2024 in den USA gestartet, sah sich jedoch Kritik bezüglich der Genauigkeit und hoher Latenzzeiten ausgesetzt.
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Innerhalb der Anwendung Google Messages lässt sich der Gemini-Button über die Einstellungen für das Profil und den Unterpunkt „Allgemein“ deaktivieren. Eine vollständige Entfernung aller KI-Komponenten aus der Messaging-App sei jedoch nach aktuellem Stand nicht möglich. Zudem sieht ein Update für September vor, dass Gemini den Standort von Objekten im „Find Hub“ speichern kann und eine Integration von Google Keep in Messages erfolgt.
Systemweite Umstellungen in Android und Chrome
Die weitreichendste Änderung steht für den 4. September 2026 bevor: Ab diesem Datum wird der klassische Google Assistant auf Mobilgeräten schrittweise durch Gemini ersetzt. Dieser Rollout soll mehrere Wochen in Anspruch nehmen, wobei eine Rückkehr zum alten Assistant für Mobilnutzer nicht vorgesehen ist. Lediglich Smart-Home-Geräte und Fahrzeuge mit integrierten Google-Systemen behalten den ursprünglichen Assistant vorerst bei.
In der Browser-Version Chrome 149 wurde eine Option implementiert, mit der Nutzer die On-Device-KI deaktivieren und das dazugehörige, etwa 4 Gigabyte große Modell namens „OptGuideOnDeviceModel“ löschen können. Zuvor wurde dieses Modell häufig automatisch im Hintergrund erneut installiert.
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Für das kommende Betriebssystem Android 17 sowie aktuelle Beta-Versionen zeichnen sich neue Transparenzfunktionen ab. Im Bereich Sicherheit und Datenschutz soll unter der Bezeichnung „Agents“ künftig einsehbar sein, welche Dienste auf Nutzerinformationen zugreifen oder eigenständig Aktionen ausführen.
Auf dem Pixel 11 Pro wird zudem die Funktion „Device Help“ erprobt, die unter Einsatz von Gemini 3.7 Flash Systemeinstellungen wie die Bildschirmhelligkeit oder den Akkusparmodus anpassen kann, um technische Probleme direkt zu lösen.
Datenschutz und Datenverarbeitung
Aktualisierte Datenschutzeinstellungen legen offen, dass Gemini auch dann mit Kernfunktionen wie Telefonie oder WhatsApp interagieren kann, wenn die „Gemini Apps Activity“ deaktiviert ist.
In solchen Fällen werden die Daten laut Unternehmensangaben für bis zu 72 Stunden gespeichert, um Sicherheitsaspekte zu gewährleisten. Experten raten Nutzern dazu, die Datenschutzeinstellungen regelmäßig zu prüfen, da Google die Richtlinien zur Verwendung von Nutzerdaten durch KI-Modelle fortlaufend anpasst.
