Google Cloud: KI senkt Erkennungszeit für Bedrohungen um 99,9%
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Cloud-Riese baut seine Cybersicherheitsstrategie radikal um. Im Zentrum steht eine neue Plattform, die Bedrohungen automatisch erkennt und abwehrt.
Vier Stufen zur automatisierten Abwehr
Google Cloud hat ein umfassendes Sicherheitskonzept vorgestellt, das auf künstlicher Intelligenz basiert. Die Strategie vereint die hauseigenen Gemini-Modelle mit Technologien von Wiz, Mandiant und dem neuen Tool CodeMender. Das Ziel: eine einheitliche Plattform, die Schwachstellen in Multi-Cloud-Umgebungen automatisiert erkennt und behebt.
Das Framework gliedert sich in vier Phasen: Vorbereitung, Scannen und Priorisieren, Beheben sowie Überwachen. Wiz übernimmt dabei die erste Analyse der Cloud-Infrastrukturen. Googles Gemini-KI scannt anschließend potenzielle Gefahren und priorisiert sie. Der CodeMender-Agent kümmert sich um die Behebung. Den Abschluss bildet eine permanente Überwachung durch spezialisierte KI-Agenten, die etwa das Risiko von „Shadow AI" im Blick behalten.
Die Wirksamkeit des Ansatzes untermauern beeindruckende Zahlen: Die Investmentbank Morgan Stanley konnte mit diesen Tools ihre durchschnittliche Erkennungszeit für Sicherheitsbedrohungen um 99,9 Prozent senken. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Google Cloud massiv Marktanteile gewinnt. Im zweiten Quartal 2026 verbuchte die Sparte 24,8 Milliarden Euro Umsatz – ein Plus von 82 Prozent im Jahresvergleich.
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CodeMender und spezialisierte KI-Modelle
Am heutigen Samstag hat Google die Vorschau auf CodeMender freigegeben. Der KI-gestützte Agent ist speziell für die Verwaltung von Sicherheitslücken entwickelt worden. Er durchsucht Quellcode nach Fehlern, prüft in einer geschützten Sandbox, ob diese ausnutzbar sind, und generiert automatisch die nötigen Patches. Unterstützt werden zahlreiche Programmiersprachen – darunter C/C++, Go, Java, Python, Ruby, Rust und TypeScript.
Die Basis dafür liefert Gemini 3.5 Flash Cyber, das Google bereits am 24. Juli vorgestellt hat. Dieses schlanke, spezialisierte Modell ist optimiert auf die Erkennung und Behebung von Code-Schwachstellen wie Speicherfehlern oder Code-Injection. In der Entwicklungsphase identifizierte das Modell 55 bestätigte Sicherheitslücken in Googles eigenen großen Code-Beständen, darunter Chrome und Android. Während CodeMender über die Gemini Enterprise Agent Platform verfügbar ist, bleibt das Flash-Cyber-Modell vorerst einem Pilotprogramm für Regierungen und ausgewählte Partner vorbehalten.
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Integration und Start-up-Förderung
Die Ankündigungen folgen auf Alphabets 32 Milliarden Euro schwere Übernahme von Wiz im März 2025, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Wiz betreut derzeit mehr als 40 Prozent der Fortune-100-Unternehmen und bleibt als Multi-Cloud-neutraler Sicherheitsanbieter positioniert. Am 24. Juli veröffentlichte Google zudem die Dokumentation zur Integration von Wiz Defend mit Google SecOps. Das ermöglicht eine zentralisierte Übersicht und automatisierte Abläufe mittels KI-gestützter Analyse.
Parallel dazu fördert Google externe Innovationen: Über das Gemini Startup Forum: Cybersecurity hat der Konzern 33 Start-ups für ein Accelerator-Programm ausgewählt, darunter elf mit israelischen Wurzeln. Die Teilnehmer erhalten Zugang zu Googles KI-Infrastruktur sowie Expertise von DeepMind und Wiz, um autonome Abwehrsysteme zu entwickeln – etwa in den Bereichen Datenschutz, SOC-Automatisierung und Schwachstellenmanagement.
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