Google Gemini Agent: KI erledigt Arbeitsaufträge über Apps und Geräte hinweg
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 03:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 8. Oktober 2026 stellte Google bei der Veranstaltung Gemini at Work den universellen Gemini Agent vor. Das System ist als digitaler Arbeitsagent konzipiert, der übergeordnete Ziele anstelle von kleinteiligen Schritt-für-Schritt-Anweisungen entgegennimmt und Aufgaben eigenständig im Hintergrund über verschiedene Anwendungen und Geräte hinweg ausführt.
Der Agent ist für den Einsatz im Web, auf Mobilgeräten mit iOS und Android, auf Desktop-Systemen unter Windows und Mac sowie auf der Kommandozeile vorgesehen.
Die Integration umfasst Google Workspace mit Gmail, Docs, Sheets und Calendar, Microsoft 365, Slack, Jira, Confluence, Salesforce, Git, ServiceNow, Datenbanken und weitere Unternehmenssysteme. Der Kontext bleibt dabei über verbundene Geräte hinweg erhalten.
Integration als Coworker im Unternehmensverzeichnis
Sogenannte Coworker-Agenten erhalten innerhalb der Organisation ein eigenes Workspace-Konto, das mit E-Mail-Adresse, Kalender, Drive-Speicher und einem Eintrag im Firmenverzeichnis ausgestattet ist. Die zugehörige E-Mail-Adresse läuft unter der Domainendung @agents.company.com.
Beschäftigte können diese Agenten direkt in Chats oder über Kommentare in Dokumenten ansprechen. Zudem sind die Agenten in der Lage, eigene Unteragenten mit begrenzten Identitäten zu starten. Das System verfügt über vier Arten von Gedächtnis sowie eine dauerhafte Erinnerung. Nach Angaben von nStratagem können die Agenten bis zu sieben Tage lang aktiv Aufgaben bearbeiten.
Modellsteuerung, Sicherheitsfunktionen und Kostenkontrolle
Für die Ausführung setzt Google auf Smart Routing, das eingehende Aufgaben dynamisch auf Modelle von Gemini sowie Anthropic Claude verteilt; die Einbindung weiterer Drittanbieter-Modelle wird erwartet. In einer Aufgabenübersicht können Nutzer Aktivitäten, delegierte Teilaufgaben, geladene Fähigkeiten und erzeugten Code nachvollziehen.
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Als Sicherheitsmaßnahmen nennt Google Auditprotokolle, minimale Berechtigungen, eine Sandbox-Umgebung sowie die Protokollierung sämtlicher Aktionen. Über projektbezogene Ausgabenlimits und Kostenverfolgungen lässt sich der Einsatz budgetieren, wobei erreichte Limits die Agenten automatisch pausieren können. Seit 2024 sank der Preis pro Token laut Google um etwa 98 Prozent.
Erste Anwendungsbereiche und schrittweise Einführung
Als frühe Anwender nannte Google die Unternehmen On, Shopify und PayPal. PayPal leitet laut Google wöchentlich 10 Millionen Multi-Modell-Anfragen weiter. Zudem sparte ein interner Agent beim Unternehmen Bunnings laut Google 500.000 Verwaltungsstunden ein; ein genauer Zeitraum, eine Vergleichsbasis oder eine unabhängige Prüfung wurden dabei nicht genannt.
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Bei Kmart und Officeworks steigerten Shopping-Agenten laut Google die Conversion-Raten um bis zu das Dreifache, wobei diese Resultate nicht die Leistung des neuen universellen Agenten belegen. Vorschauen für Rechtsarbeit und Finanzdienstleistungen laufen bereits, während Versionen für Regierungsstellen, das Gesundheitswesen und den Einzelhandel angekündigt sind.
Derzeit steht der Agent ausgewählten Unternehmenskunden in einer privaten Vorschau zur Verfügung. Laut hellogrowth.ai soll der Agent dort ohne Zusatzkosten enthalten sein, wo Gemini Enterprise verfügbar ist.
Ob Coworker-Agenten eine eigene Lizenz erfordern, ist nicht bekannt, während Drittanbieter-Modelle nutzungsabhängig abgerechnet werden. Einen offiziellen Preis und allgemeinen Starttermin nannte Google nicht, stellte jedoch eine breitere Einführung für bestimmte Workspace-Business- und Enterprise-Tarife ohne Terminangabe in Aussicht.
Laut einem Bericht vom 11. Oktober 2026 befand sich der Agent zu diesem Zeitpunkt weiterhin ausschließlich für ausgewählte Unternehmenskunden in einer privaten Vorschau, ohne dass ein Starttermin für Australien oder vollständige Preisangaben vorlagen.
