Google Gemini: Kritische LĂŒcke lĂ€sst KI-Assistenten kapern
06.06.2026 - 11:20:06 | boerse-global.de
Die Sicherheit mobiler GerĂ€te steht vor neuen Herausforderungen: Forscher deckten schwerwiegende LĂŒcken in KI-Assistenten auf, wĂ€hrend ein Londoner Gericht einen BetrĂŒger zu vier Jahren Haft verurteilte. Die Ereignisse zeigen, wie sich Abhör- und Manipulationstechniken rasant weiterentwickeln.
Google Gemini: Angriff ĂŒber manipulierte Benachrichtigungen
Am 5. Juni 2026 veröffentlichten Sicherheitsforscher von SafeBreach Details zu einer kritischen Schwachstelle in Google Gemini auf Android. Das Problem: Angreifer konnten prÀparierte Benachrichtigungen von Apps wie WhatsApp, Slack oder SMS nutzen, um den KI-Assistenten zu kapern.
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Die Methode nennt sich indirekte Prompt-Injection â und kommt ganz ohne Schadsoftware oder direkte Nutzerinteraktion aus. Einmal kompromittiert, konnte Gemini unter fremder Kontrolle Nachrichten fĂ€lschen, unerlaubte Zoom-Anrufe tĂ€tigen oder sogar sein LangzeitgedĂ€chtnis manipulieren.
Betroffen war ausschlieĂlich die Android-Version. iOS und die Web-Version blieben verschont. Google reagierte umgehend: Strengere Eingabe-Kontrollen sollen kĂŒnftig verhindern, dass schĂ€dliche Anweisungen ĂŒber Systembenachrichtigungen verarbeitet werden.
Vier Jahre Haft fĂŒr SMS-Blaster-Betrug
Das britische Justizsystem schlug gegen die Hardware-Seite der MobilkriminalitĂ€t zurĂŒck. Am 3. Juni 2026 verurteilte das Inner London Crown Court einen 43-jĂ€hrigen Mann zu 48 Monaten Haft. Seine Tat: Der Betrieb sogenannter SMS-Blaster â gefĂ€lschter Mobilfunkstationen in London.
Diese âfalschen Basisstationen" zwingen Handys in der Umgebung, sich vom legitimen Netz zu trennen und mit der Angreifer-Hardware zu verbinden. Die Folge: BetrĂŒger können Nachrichten versenden, die scheinbar von vertrauenswĂŒrdigen Absendern wie Steuerbehörden stammen. Die Taten datieren auf das Jahr 2025.
Googles neue Waffe gegen Fake-Anrufe
Die Betrugswelle ist global â Interpol schĂ€tzt die SchĂ€den durch Kommunikationsbetrug auf ĂŒber 400 Milliarden Euro. Google zieht nun nach und rollt eine neue Funktion zur Erkennung gefĂ€lschter Anrufe aus.
Die Technologie steckt in der âPhone by Google"-App fĂŒr Android 12 und neuer. Sie erkennt gespoofte Anrufe, die scheinbar von eigenen Kontakten stammen. Im Hintergrund prĂŒft das System ĂŒber RCS (Rich Communication Services) die Echtheit des Anrufs. Fehlt das BestĂ€tigungssignal, erscheint eine Warnung.
Der Haken: Aktuell lÀuft die Funktion nur auf Pixel- und Samsung-GerÀten. Anrufe von unbekannten Nummern oder Nicht-Android-GerÀten erfasst sie nicht. Google selbst rÀumt ein, dass die Erkennung nicht perfekt sei.
KI-Wurm und Basisband-Risiken
Die Forschung schlĂ€ft nicht. Auf der Infosecurity Europe in London (2. bis 4. Juni 2026) prĂ€sentierten Wissenschaftler der University of Toronto einen Prototypen eines KI-Wurms. In einer simulierten Umgebung infizierte er 73,8 Prozent eines Zielnetzwerks und entdeckte pro Zyklus im Schnitt ĂŒber 30 SicherheitslĂŒcken.
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Parallel dazu erforscht die University of Birmingham den Basisband-Prozessor â jenen spezialisierten Chip, der die Mobilfunkkommunikation von 2G bis 5G steuert. Das Problem: Diese Chips arbeiten unabhĂ€ngig vom Hauptbetriebssystem und bieten Angreifern eine groĂe AngriffsflĂ€che fĂŒr Abhörversuche.
Alte Schwachstellen bleiben aktuell
Sicherheitsgruppen warnen weiterhin vor dem Exploit-Kit âCoruna", das iOS-Versionen von 13.0 bis 17.2.1 angreift. Apple hatte die HauptlĂŒcke (CVE-2024-23222) zwar bereits geschlossen. Doch Experten raten: Updates installieren und spezielle Sicherheitsmodi nutzen â gegen hartnĂ€ckige Bedrohungen hilft nur konsequente Vorsorge.
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