Google, Gemini

Google Gemini: Nutzer können KI-Wasserzeichen jetzt deaktivieren

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google erlaubt das Entfernen sichtbarer KI-Kennzeichen in Gemini, behält aber unsichtbare Metadaten bei. Die Funktion ist regional und nutzergruppenabhängig limitiert.

Google Gemini: Wasserzeichen für KI-Medien werden optional
Eine Person arbeitet an einem Laptop in einem modernen Studio, während auf dem Bildschirm abstrakte digitale Grafiken zu sehen sind. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Google hat angekündigt, die Handhabung von Kennzeichnungen bei künstlich generierten Medien grundlegend zu verändern. Nutzer der KI-Plattform Gemini erhalten künftig die Möglichkeit, sichtbare Wasserzeichen auf Bildern, Videos und Musikstücken, die durch die Software erstellt wurden, manuell zu deaktivieren.

Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf Forderungen nach mehr gestalterischer Freiheit, während gleichzeitig technische Sicherheitsvorkehrungen im Hintergrund bestehen bleiben.

Flexibilität bei der Mediengestaltung

Die neue Funktion wird über einen speziellen Regler in den Einstellungen der Dienste Gemini und Flow bereitgestellt. In der Standardkonfiguration bleibt die Option „Medien-Wasserzeichen“ zunächst aktiviert, kann jedoch von den Anwendern nach Bedarf ausgeschaltet werden.

Diese Änderung betrifft die aktuellen KI-Modelle des Konzerns, namentlich Nano Banana, Omni und Lyria. Während die Funktion für Gemini und Flow bereits eingeführt wird, soll die Unterstützung für die Google-Suche zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Josh Woodward, Vice President bei Gemini, betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer ausgewogenen Balance. Es gelte, einerseits die kreative Kontrolle der Nutzer zu stärken und andererseits die erforderlichen Sicherheitsstandards zu wahren. Die Deaktivierung betrifft dabei lediglich die optisch wahrnehmbaren Kennzeichnungen, die oft als störend in professionellen oder kreativen Workflows empfunden werden.

Anzeige

Die technologischen Entwicklungen bei der Bild- und Videogenerierung werfen neue rechtliche Fragen auf, insbesondere durch den seit August 2024 geltenden EU AI Act. Dieser kostenlose Praxisleitfaden hilft Unternehmen, die neuen Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten für KI-Systeme rechtssicher umzusetzen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Unsichtbare Schutzmechanismen bleiben bestehen

Trotz der Möglichkeit, sichtbare Markierungen zu entfernen, verzichtet Google nicht auf die Identifizierbarkeit von KI-Inhalten. Auch bei deaktiviertem sichtbarem Wasserzeichen bleiben die sogenannten unsichtbaren Metadaten erhalten.

Hierbei setzt das Unternehmen weiterhin auf die hauseigene SynthID-Technologie sowie den Industriestandard C2PA. Diese digitalen Fingerabdrücke sind für das menschliche Auge nicht erkennbar, ermöglichen es jedoch technischen Systemen und Analysetools, den Ursprung eines Mediums zweifelsfrei als KI-generiert zu identifizieren.

Um die Entwicklung solcher Standards industrieübergreifend zu fördern, geht Google zudem einen Schritt in Richtung Open Source. Die Bibliothek „Credentio“ wird für externe Entwickler freigegeben, um die Integration von Herkunftsnachweisen in verschiedene Anwendungen zu erleichtern.

Regionale Einschränkungen und Nutzergruppen

Die Verfügbarkeit der neuen Einstellungsoption ist jedoch an rechtliche und vertragliche Bedingungen geknüpft. In Ländern, in denen eine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung von KI-Inhalten durch sichtbare Wasserzeichen besteht, wird die Funktion nicht angeboten.

Anzeige

Während die Industrie Standards für die Identifizierung von KI-Medien entwickelt, müssen Unternehmen auch ihre allgemeinen Compliance-Regeln an die neuen EU-Vorgaben anpassen. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, welche KI-Anwendungen als Hochrisiko gelten und welche rechtlichen Fristen Sie jetzt beachten müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act herunterladen

Zudem gibt es geografische Unterschiede bei der Bereitstellung innerhalb der Google-Dienste. In Märkten wie Indien, Südkorea und Vietnam ist der Zugriff auf die Deaktivierungs-Funktion an ein kostenpflichtiges AI-Ultra-Abonnement gebunden.

Für Nutzer mit Arbeits- oder Schulkonten ist die Funktion generell ausgeschlossen, was auf strengere Compliance-Vorgaben in Bildungs- und Unternehmensumfeldern hindeutet. Durch diese differenzierte Rollout-Strategie versucht der Konzern, sowohl lokalen Regularien als auch unterschiedlichen Nutzerbedürfnissen gerecht zu werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69951336 |