Google, Agentic

Google I/ O: Agentic AI handelt künftig eigenständig für Nutzer

26.05.2026 - 16:08:17 | boerse-global.de

Google stellt auf der Entwicklerkonferenz autonome KI-Agenten vor. Gemini 3.5 und Antigravity 2.0 ermöglichen eigenständiges Handeln im Netz.

Google I/O: Agentic AI handelt künftig eigenständig für Nutzer - Foto: über boerse-global.de
Google I/O: Agentic AI handelt künftig eigenständig für Nutzer - Foto: über boerse-global.de

Google läutet auf seiner Entwicklerkonferenz eine neue Ära ein: Künstliche Intelligenz handelt künftig eigenständig für den Nutzer.

Vom 19. bis 20. Mai versammelte sich die Entwickler-Community im Shoreline Amphitheatre in Mountain View. Das diesjährige Google I/O stand ganz im Zeichen eines radikalen Kurswechsels: Weg von assistierenden KI-Systemen, hin zu sogenannten „Agentic AI“ – einer Technologie, die nicht mehr nur Fragen beantwortet, sondern komplexe Aufgaben selbstständig im Internet, auf mobilen Geräten und in der physischen Welt erledigt.

Anzeige

Während Google die nächste Stufe der autonomen KI zündet, fragen sich viele Anleger, welche Unternehmen von dieser technologischen Revolution am stärksten profitieren werden. Dieser kostenlose Report enthüllt die 3 vielversprechendsten KI-Aktien, die aktuell als Grundsäulen des Marktes gelten. Die 3 Top-KI-Aktien jetzt kostenlos entdecken

Gemini 3.5: Schneller, autonomer, allgegenwärtig

Der Höhepunkt der Keynote war die Vorstellung der Gemini 3.5-Modellreihe. Das neue Flaggschiff-Modell Gemini 3.5 Flash ist ab sofort Standard in der Gemini-App und der integrierten KI-Suche von Google. Die Leistungsdaten sind beeindruckend: Mit rund 1.500 Tokens pro Sekunde ist das Modell viermal schneller als vergleichbare Vorgänger bei gleicher Intelligenzstufe.

Diese Geschwindigkeit ist die Grundvoraussetzung für die sogenannten „agentischen“ Aufgaben. Die KI muss mehrere Webseiten parallel durchforsten, Software-Tools bedienen und Echtzeit-Daten verarbeiten können. Für Geschäftskunden und Workspace-Nutzer bringt Google Gemini Spark an den Start – einen persönlichen KI-Agenten, der autonom Termine plant, Kalender verwaltet und über 30 Drittanbieter-Apps steuerbar macht. Und das sogar, wenn das Hauptgerät offline ist.

Bereits in den kommenden Wochen soll mit Gemini 3.5 Pro eine leistungsstärkere Version folgen. Zudem kündigte Google Gemini Omni an, ein multimodales Tool zur „Welterkennung“, das aus beliebigen Text-, Bild- oder Audioeingaben komplexe Ausgaben erzeugt – beginnend mit hochauflösenden Videos.

Antigravity 2.0: Die Plattform fĂĽr autonome Helfer

Für Entwickler brachte die Konferenz ein entscheidendes Update: Antigravity 2.0, Googles Plattform für KI-Agenten, wurde grundlegend überarbeitet. Herzstück ist die Managed Agents API, die es ermöglicht, mit einem einzigen API-Aufruf einen voll funktionsfähigen Agenten zu erstellen. Dieser läuft in einer sicheren, von Google gehosteten Sandbox – manuelle Serververwaltung entfällt.

Android-Entwickler profitieren von der nativen Kotlin-Unterstützung in Google AI Studio. Sie können nun komplette Android-Apps direkt aus dem Tool heraus entwickeln und veröffentlichen. Ein neuer Migrationsagent in Android Studio wandelt Code von React Native, Web-Frameworks oder iOS eigenständig in natives Kotlin um.

Mit Android Bench führte Google zudem einen speziellen Benchmark ein, der bewertet, wie gut verschiedene KI-Modelle Android-spezifische Aufgaben meistern – von der UI-Optimierung bis zur API-Integration. Die Botschaft ist klar: Android 17 soll kein reines Mobilbetriebssystem mehr sein, sondern eine „KI-Plattform“.

Die Suche wird neu erfunden – und der Einkauf auch

Die ikonische Google-Suche erhält ihr größtes Redesign seit über zwei Jahrzehnten. Die neue Intelligente Suchleiste ist ein multimodales Portal: Nutzer können Texte, Bilder, Dateien oder sogar Videoclips eingeben. Integrierte Informationsagenten überwachen dauerhaft bestimmte Themen – etwa Börsenkurse oder Immobilienanzeigen – und liefern Updates direkt aufs Gerät, ohne dass eine neue Suche nötig ist.

Anzeige

Der rasante Fortschritt von Googles KI-Agenten zeigt, dass wir erst am Anfang einer gewaltigen Wachstumswelle stehen, die das Potenzial hat, ganze Depots zu revolutionieren. Erfahren Sie in diesem exklusiven Insider-Report, welche 3 KI-Unternehmen das größte Potenzial haben, die Gewinner dieser Technologie-Revolution zu werden. Kostenlosen KI-Aktien-Report hier anfordern

Mit dem Universal Cart führt Google einen KI-gesteuerten Einkaufswagen ein, der über verschiedene Händler und Dienste wie YouTube und Gmail hinweg funktioniert. Angetrieben von Gemini-Modellen, verfolgt der Wagen automatisch Preisänderungen, prüft Lagerbestände und wendet Rabatte an – alles im Hintergrund, während der Nutzer surft. Der Start in den USA ist für diesen Sommer geplant.

Hardware für die neue Ära: Android Halo und XR-Brillen

Um die Rechenleistung für diese dauerhaft aktiven KI-Agenten zu stemmen, präsentierte Google einen ersten Ausblick auf Android Halo. Das System fungiert als „Heimatbasis“ für KI-Agenten auf mobilen Geräten und bietet eine permanente Schnittstelle für autonome Aufgaben.

Gemeinsam mit den Brillenherstellern Warby Parker und Gentle Monster bringt Google zudem noch im Herbst Android XR-Smartglasses auf den Markt. Die ersten Modelle setzen auf audio-zentrierte Interaktionen mit einem dezenten Display und ermöglichen die freihändige Steuerung von KI-Aufgaben.

Sicherheit und Wettbewerb: Google rĂĽstet auf

Mit der zunehmenden Eigenständigkeit der KI-Agenten wachsen auch die Sicherheitsrisiken. Google stellte den Code Mender vor, einen Sicherheitsagenten, der automatisch Schwachstellen in Software-Code erkennt und behebt. Die SynthID-Wasserzeichen-Technologie wird ausgeweitet, um KI-generierte Inhalte in Chrome und der Suche zu kennzeichnen. In einer bemerkenswerten Branchenkooperation arbeitet Google mit OpenAI und ElevenLabs zusammen, um die Erkennung von KI-Ursprüngen plattformübergreifend zu standardisieren.

Branchenbeobachter sehen in den Ankündigungen eine direkte Herausforderung an Nischen-KI-Startups. Indem Google rund um die Uhr aktive Hintergrundagenten und intelligente Suche direkt in Betriebssystem und Browser einbettet, sollen eigenständige Recherche- und Produktivitäts-Apps überflüssig werden. Um die hohen Rechenkosten dieser persistenten Agenten zu decken, führt Google einen neuen Tarif ein: AI Ultra für 100 Euro monatlich bietet priorisierten Zugriff auf die fortschrittlichsten autonomen Werkzeuge.

Ausblick: Vom Beobachter zum Handelnden

Der Übergang zur agentischen KI markiert einen Meilenstein in Googles zehnjähriger Reise als „KI-first“-Unternehmen. Statt nur zu antworten, soll die Technologie nun selbstständig handeln – und die Lücke zwischen der Absicht des Nutzers und der endgültigen Ausführung einer Aufgabe schließen.

Ob diese Strategie aufgeht, hängt von der Zuverlässigkeit der Gemini-3.5-Serie und der Akzeptanz der Antigravity-Plattform bei Entwicklern ab. Rollen die neuen Funktionen im Sommer und Herbst aus, wird die Tech-Branche genau beobachten, ob „agentische“ Features zum neuen Standard werden – oder ob die gestiegene Komplexität und die Kosten für rund um die Uhr aktive KI-Agenten eine breite Nutzung verhindern. Mit Android 17 und der XR-Hardware sind die Grundsteine für dieses neue Ökosystem jedenfalls gelegt.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂĽr. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69421362 |