Google-Konten: Biometrische Selfie-Videos entsperren gesperrte Accounts
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 03:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein kurzer Clip als Schlüssel zum Konto: Google setzt künftig auf biometrische Selfie-Videos, um gesperrte Nutzer zu identifizieren. Die Funktion soll den Zugang zu Accounts retten, wenn alle anderen Wege versperrt sind.
Der Internetkonzern gab die Einführung des neuen Verfahrens am 23. Juli bekannt. Wer sein Passwort vergessen hat oder den Zugriff auf hinterlegte Telefonnummern und E-Mail-Adressen verlor, konnte bisher oft wochenlang auf Hilfe warten. Das soll sich nun ändern.
So funktioniert die biometrische Rettung
Das Prinzip ist simpel: Nutzer zeichnen während der Einrichtung ein kurzes Selfie-Video auf. Dabei müssen sie bestimmten Kopfbewegungen folgen – ein kleiner Test, der später Betrug verhindern soll. Die Aufnahme wird verschlüsselt in der Google-Cloud gespeichert und dient als Referenz für künftige Wiederherstellungsversuche.
Kommt es zum Ernstfall, nimmt der gesperrte Nutzer ein neues Live-Video auf. Das System vergleicht die Aufnahmen in Echtzeit. Stimmen sie überein, öffnet sich die Tür zum Konto wieder. Branchenbeobachter sehen darin vor allem eine Absicherung für jene Fälle, in denen klassische Methoden wie SMS-Codes oder Backup-E-Mails versagen.
Während Google auf biometrische Videos setzt, um Konten zu retten, gehen viele Experten noch einen Schritt weiter und empfehlen den kompletten Verzicht auf klassische Passwörter. Wie Sie die neue Passkey-Technologie bei Google, WhatsApp und Amazon nutzen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Passkeys jetzt einrichten und Konten absichern
Schutz vor Deepfakes und KI-Manipulation
Die größte Herausforderung bei biometrischen Verfahren sind Fälschungen. Google setzt deshalb auf sogenannte Liveness-Erkennung – eine Technik, die echte Menschen von Fotos oder Deepfake-Videos unterscheiden kann. Die geführten Kopfbewegungen machen es Angreifern zusätzlich schwer, mit vorproduziertem Material durchzukommen.
Der Konzern betont, dass die Daten verschlüsselt bleiben und nicht an Dritte weitergegeben werden. Die Teilnahme ist freiwillig, und Nutzer können das Referenzvideo jederzeit in den Kontoeinstellungen löschen. Gelegentlich bittet das System um eine Aktualisierung der Aufnahme – ein Sicherheitspuffer gegen veraltete Vergleichsdaten.
Wer das Feature nutzen kann – und wer nicht
Die Selfie-Verifikation wird schrittweise weltweit ausgerollt. Für Standard-Privatanwender ist sie vorgesehen, doch es gibt Ausnahmen:
- Google Workspace-Konten sind vorerst ausgeschlossen
- Kinderkonten unter Family Link bleiben außen vor
- Teilnehmer des Advanced Protection Program erhalten die Funktion nicht
Allein in Deutschland werden pro Quartal Millionen Online-Konten gehackt, was die Bedeutung moderner Identifikationsverfahren wie Googles Selfie-Videos unterstreicht. Erfahren Sie im kostenlosen Experten-Report, wie Sie mit Passkeys eine zusätzliche, unknackbare Sicherheitsebene für Ihre wichtigsten digitalen Dienste schaffen. Gratis-Report: Passwortlos und sicher anmelden
Das neue Verfahren knüpft an Googles Sicherheitsstrategie der vergangenen Jahre an, die bereits auf passwortlose Anmeldeverfahren setzt. Interessierte können auf einer Konfigurationsseite in den Sicherheitseinstellungen prüfen, ob sie für das Feature freigeschaltet sind.
Ein Selfie-Video allein garantiert allerdings noch keinen Zugang. Je nach Risikobewertung des Wiederherstellungsversuchs kann das System zusätzliche Sicherheitsfaktoren verlangen. Die biometrische Aufnahme ist ein Puzzleteil – nicht die ganze Lösung.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
