Google Messages: Gemini soll SMS-Betrug mit neuer Schutzfunktion erkennen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 22:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deGoogle hat am 14. Oktober 2026 eine Reihe neuer Schutzfunktionen gegen Betrugsversuche auf Android vorgestellt. Im Zentrum der Ankündigung steht eine optionale Sicherheitsfunktion namens „Enhanced Protection" für den Nachrichtendienst Google Messages.
Die Funktion nutzt Cloud-basierte Gemini-Modelle innerhalb einer abgesicherten Recheninfrastruktur („Private AI Compute"), um Konversationen mit unbekannten Absendern auf potenzielle Betrugsmuster zu analysieren.
Laut Google sind diese Daten verschlüsselt und auch für das Unternehmen selbst nicht einsehbar. Das System ist standardmäßig deaktiviert und erfordert eine explizite Aktivierung durch die Anwender.
Gestaffelter Rollout und lokale KI-Prüfungen
Der schrittweise Start der erweiterten Schutzfunktion begann am 15. Oktober 2026 und soll sich über die kommenden Wochen erstrecken. Zu den dafür vorgesehenen Geräten zählen unter anderem das Pixel 10 und neuere Modelle sowie Samsungs Galaxy S26-Serie, das Galaxy Z Flip8 und das Galaxy Z Fold8 neben weiteren ausgewählten Modellen.
Ältere Gerätegenerationen wie die Modellreihen Pixel 6 bis 9 sowie Galaxy S24, S25, Z Flip6, Fold6, Flip7 und Fold7 wurden für diesen erweiterten Dienst nicht genannt.
Parallel dazu prüft das lokale Modell Gemini Nano unbekannte Weblinks direkt auf dem Endgerät unter Einbindung von Echtzeit-Websignalen. Bisherige Sicherheitsmechanismen des Unternehmens, wie die rein geräteseitige Betrugserkennung, markieren laut Google bereits monatlich über 5 Millionen verdächtige Telefonate und Textnachrichten über Phone by Google und Google Messages. Diese Standard-Erkennung wurde ab März 2025 in den USA, Kanada und Großbritannien eingeführt und steht ab dem Pixel 6 zur Verfügung.
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Erweiterung auf Partnergeräte und Schutz bei Bildschirmfreigaben
Die Erkennung betrügerischer Chat-Benachrichtigungen, die bislang exklusiv auf Pixel-Smartphones lief, soll später im Jahr 2026 auf hunderte Millionen weitere Geräte ausgeweitet werden. Google arbeitet hierfür mit Partnern wie Motorola, OPPO, OnePlus, vivo, Xiaomi, Honor, Infinix, itel, Realme und Tecno zusammen.
Flankierend dazu führt das Betriebssystem ab Oktober 2026 für Android 15 und neuere Versionen eine automatische Maskierung bei Bildschirmfreigaben ein. Diese verbirgt sensible Eingabefelder für Logins, Zahlungsinformationen und persönliche Daten in Google Chrome sowie in Android WebView.
Ab Anfang Dezember 2026 blockiert Android auf Pixel-Geräten und ausgewählten Telefonen zudem das unbemerkte Aktivieren von Anrufweiterleitungen durch installierte Anwendungen und warnt Nutzer vor manuell eingegebenen Steuercodes.
Verdächtige Nachrichten können zudem über die Funktion „Circle to Search" geprüft werden, indem Nutzer die Navigationsleiste oder die Home-Taste gedrückt halten, den Text einkreisen und eine Übersicht mit Hinweisen abrufen.
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Abwehr gefälschter Bankanrufe
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterbindung von Bankbetrug. In Kooperation mit Instituten wie Banco do Brasil, Itaú Unibanco und Revolut gleicht das System eingehende Telefonate ab. Bestätigt das jeweilige Kreditinstitut nicht, dass es den Anruf selbst initiiert hat, beendet Android das Gespräch automatisch. Seit Juni wurden über diesen Weg allein für Banco do Brasil und Itaú mehr als 3 Millionen gefälschte Anrufe abgewehrt.
Der Handlungsbedarf ist hoch: Laut dem brasilianischen Bankenverband FEBRABAN nahm der Identitätsbetrug mit vorgetäuschten Bankanrufen über einen Zeitraum von zwölf Monaten um 195,7 Prozent zu. Die weltweiten Schäden durch betrügerische Aktivitäten beliefen sich im Jahr 2025 auf 442 Milliarden US-Dollar.
Eine YouGov-Umfrage unter 4.500 Smartphone-Nutzern in den USA, Kanada und Australien ergab zudem, dass 40 Prozent der Befragten sehr oder extrem besorgt über Mobilfunkbetrug sind. Eine von Google beauftragte Untersuchung der Leviathan Security Group kommt zu dem Ergebnis, dass Android bei der proaktiven Anrufprüfung und Erkennung gefälschter Telefonate vor iOS liegt.
