Google, KI-Rivalen

Google muss KI-Rivalen Zugang gewähren: EU erzwingt Android-Öffnung

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 00:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Google, rivalisierenden KI-Assistenten Zugang zu Android-Kernfunktionen zu gewähren, um den Wettbewerb zu stärken.

EU zwingt Google zur Öffnung für KI-Assistenten
Digitale EU-Flagge mit Binärcode und Schaltkreismustern, dezent Google-Logo-Elemente im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat Google per Beschluss verpflichtet, rivalisierenden KI-Assistenten den gleichen Systemzugang zu gewähren wie der eigenen KI Gemini. Die Entscheidungen vom 16. Juli 2026 basieren auf dem Digital Markets Act (DMA) und zielen darauf ab, den Wettbewerb im Bereich der künstlichen Intelligenz zu fördern.

Elf Schlüsselfunktionen müssen geöffnet werden

Konkret muss Google elf zentrale Funktionsgruppen innerhalb des Android-Ökosystems kostenlos für konkurrierende KI-Anbieter freigeben. Diese Vorgabe gilt für alle Geräte mit dem Betriebssystem – auch für solche von Drittherstellern wie Samsung.

Die Integration soll es fremden Assistenten ermöglichen, komplexe Aufgaben auszuführen: Sprachbefehle zu verarbeiten, Aktionen über mehrere Apps hinweg durchzuführen und Kontextinformationen von Gerätesensoren abzurufen. Zudem müssen Wettbewerber Zugriff auf geräteeigene KI-Modelle und System-APIs erhalten.

Die EU-Kommission hat einen gestaffelten Zeitplan für die Umsetzung festgelegt:

  • 1. August 2027: Die meisten Kernfunktionen von Android müssen für Konkurrenten zugänglich sein – zeitgleich mit der erwarteten Veröffentlichung von Android 18.
  • August 2028: Google muss die gleichzeitige Erkennung von Aktivierungswörtern (Hotword-Detection) unterstützen, abgestimmt auf den Start von Android 19.

Hintergrund der Maßnahme: Rund 60 Prozent der Android-Nutzer in der EU sind derzeit von den eingeschränkten Zugriffsmöglichkeiten betroffen. Das macht Alternativdienste für viele weniger attraktiv als Googles eigene Angebote.

Anzeige

Während die EU den Wettbewerb für KI-Assistenten öffnet, müssen Unternehmen bereits jetzt die strengen Regeln des EU AI Act befolgen. Dieser kostenlose Leitfaden hilft Ihnen, Fristen und Pflichten der neuen Verordnung rechtssicher umzusetzen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Suchdaten als Wettbewerbsvorteil

Neben dem Betriebssystemzugriff greift die Kommission auch bei den Suchdaten ein. Google muss anonymisierte Suchdaten mit konkurrierenden Suchmaschinen teilen. Die Maßnahme soll kleineren Such- und KI-Firmen den Markteintritt erleichtern, die auf riesige Datenmengen angewiesen sind, um ihre Algorithmen zu trainieren.

Die Frist für die Weitergabe dieser Daten läuft im November 2026 ab. Bis Januar 2027 muss Google zudem ein transparentes Preismodell für den Datenzugang vorlegen. Branchenbeobachter sehen darin den Versuch, ein Monopol im boomenden Markt der generativen KI zu verhindern.

Google kündigt Widerstand an

Der Konzern hat scharfen Protest eingelegt. Kent Walker, Chefjustiziar von Google, argumentierte, die Anordnungen könnten den Datenschutz untergraben und erhebliche Cybersicherheitsrisiken schaffen – schließlich würden tiefe Systemebenen für Drittanbieter-Software geöffnet. Google kündigte an, die Entscheidungen anzufechten.

Anzeige

Die Öffnung von Systemebenen für Drittanbieter bringt neue Herausforderungen für die IT-Sicherheit in Unternehmen mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken durch neue KI-Gesetze auf Sie zukommen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?

Der neue regulatorische Schlag kommt nur wenige Wochen nach einer weiteren juristischen Niederlage für den Technologieriesen. Am 2. Juli 2026 bestätigte der Europäische Gerichtshof eine Rekordstrafe von 4,125 Milliarden Euro gegen Google wegen separater Kartellverstöße – konkret ging es um die Vorinstallation von Such- und Browser-Apps auf Android-Geräten.

Sollte Google die neuen DMA-Auflagen nicht einhalten, drohen noch härtere Strafen. Die EU ist befugt, bei wiederholten Verstößen Geldbußen von bis zu 20 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes zu verhängen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69798827 |