Google, KI-Abo

Google senkt KI-Abo um 37 Prozent: AI Plus jetzt für 4,99 Euro

10.06.2026 - 04:26:17 | boerse-global.de

Google reduziert den Preis seines günstigsten KI-Abonnements um 37 Prozent und verdoppelt den Speicherplatz. Ein direkter Angriff auf OpenAI.

Google senkt KI-Abo-Preis drastisch und verdoppelt Speicher
Google - A glowing, abstract AI network or brain with digital data flowing around it, interspersed with subtle price tag icons, symbolizing AI pricing and data storage. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google macht ernst im Wettbewerb um KI-Kunden: Der US-Konzern senkt den Preis seines günstigsten KI-Abonnements um über ein Drittel und verdoppelt gleichzeitig den enthaltenen Speicherplatz.

Am 9. Juni senkte Google die monatlichen Kosten für sein AI Plus-Abo von 7,99 auf 4,99 Euro (umgerechnet rund 4,50 Euro). Produktmanager Vikas Kansal bestätigte die Änderung, die auch eine Verdopplung des Speicherplatzes von 200 auf 400 Gigabyte umfasst. Der Speicher gilt übergreifend für Gmail, Google Drive und Google Photos.

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Was das Abo bietet

Der Preisrutsch von rund 37 Prozent betrifft die günstigste Bezahlstufe. Abonnenten erhalten Zugriff auf eine Reihe von KI-Werkzeugen, darunter Gemini 3 Pro, Nano Banana Pro und Deep Research. Technisch bietet das Paket ein Kontextfenster von 128.000 Tokens sowie Zugang zu spezialisierten Diensten wie Omni Flash, Google Flow und NotebookLM.

Die teureren Abos bleiben unverändert: AI Pro kostet weiterhin 19,99 Euro im Monat, das Spitzenabo AI Ultra liegt bei 99,99 Euro.

Die Preisgestaltung variiert international. In Indien bleibt der Preis bei umgerechnet rund 4,44 Euro – allerdings mit dem verdoppelten Speicher. In der Ukraine lockt Google mit einem Einführungspreis von umgerechnet etwa 1,35 Euro für die ersten drei Monate, bevor der reguläre Tarif von rund 5,50 Euro greift.

Angriff auf OpenAI und Microsoft

Branchenbeobachter sehen in der Preissenkung eine direkte Kampfansage an die Konkurrenz. OpenAI verlangt für ChatGPT Plus weiterhin 20 Euro im Monat – mehr als das Vierfache des neuen Google-Preises.

Der Preiskampf hatte bereits früher begonnen: OpenAI brachte im August 2025 mit ChatGPT Go ein günstiges Angebot für den indischen Markt für umgerechnet rund 4,20 Euro. Google zog im Dezember 2025 mit einem ähnlichen Preis nach.

Chi-Hua Chien von Goodwater Capital spricht von einer zunehmenden Kommoditisierung der KI-Infrastruktur. Der Trend kommt nicht von ungefähr: Sowohl OpenAI als auch Anthropic haben Berichten zufolge vertrauliche Börsengangsanträge eingereicht. Während Google die Preise senkt, setzt Anthropic auf Leistung und veröffentlichte am 9. Juni 2026 seine neuen Modelle Claude Fable 5 und Mythos 5, die in mehreren Branchen-Benchmarks führen.

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Gigantische Investitionen als Trumpf

Googles aggressive Preisstrategie wird durch die hauseigene Infrastruktur und alternative Einnahmequellen ermöglicht. Der Konzern hat rund 80 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur investiert. Die KI-Modelle von Google unterstützen derzeit 750 Millionen aktive Nutzer monatlich.

Die Cloud-Sparte des Konzerns wächst rasant: Im ersten Quartal 2026 übertraf der Umsatz von Google Cloud die Marke von 20 Milliarden Euro – ein Plus von 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand liegt bei über 460 Milliarden Euro.

Doch die Branche warnt vor Engpässen. ASML-Chef Christophe Fouquet erklärte kürzlich, die Chip-Produktion könne für die nächsten zwei bis fünf Jahre ein Engpass bleiben. Google denkt bereits über unkonventionelle Lösungen nach: Der Konzern prüft die Machbarkeit von Rechenzentren im Weltraum, um Energie- und Platzproblemen an Land zu entkommen.

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