Google-Sicherheit: Video-Selfie schützt vor KI-Betrug
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 17:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google führt ein neues Sicherheitsverfahren ein: Nutzer können ihre Identität bei drohendem Kontenverlust künftig per Video-Selfie nachweisen. Das System soll die Kontenwiederherstellung absichern und gegen KI-gestützte Betrugsversuche schützen.
So funktioniert der Selfie-Check
Das Verfahren basiert auf dem Vergleich von Videodaten. Nutzer hinterlegen zunächst ein Referenz-Video, in dem sie bestimmte Kopfbewegungen ausführen. Verlieren sie den Zugriff auf ihr Konto, fordert das System ein neues Live-Video an.
Während der Aufnahme gibt Google spezifische Bewegungsaufforderungen. So will der Konzern sicherstellen, dass eine echte Person vor der Kamera steht – und nicht etwa ein Foto oder ein Deepfake.
Anders als bei Face ID werden die Aufnahmen verschlüsselt an Google übertragen und in der Cloud gespeichert. Das Unternehmen betont, dass Nutzer die Kontrolle behalten und das Referenz-Video jederzeit löschen können.
Wer das Verfahren nutzen kann
Die Funktion rollt schrittweise global aus. Nutzer können auf einer dedizierten Google-Seite prüfen, ob sie für ihr Profil verfügbar ist. Allerdings gibt es Einschränkungen:
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- Google Workspace-Konten sind ausgeschlossen
- Konten für Kinder können das Verfahren nicht nutzen
- Auch Profile mit erweitertem Schutz (Advanced Protection) sind ausgenommen
Das Video-Selfie-Verfahren ergänzt bestehende Methoden – es ersetzt keine Standards wie Passkeys.
Branche setzt auf passwortlose Sicherheit
Die Einführung kommt nicht aus dem Nichts. Der Trend zu neuen Identitätsnachweisen beschleunigt sich. So meldeten etwa GMX und WEB.DE im Juli 2026, dass bereits 38 Millionen Kunden in der DACH-Region passwortlos über biometrische Merkmale oder Geräte-PINs anmelden können.
Der Treiber: KI-gestützte Phishing-Kampagnen erreichen laut Branchenanalysen Klickraten von bis zu 54 Prozent. Herkömmliche Methoden sind deutlich seltener erfolgreich. Als Reaktion plant Microsoft die schrittweise Abschaffung älterer Sicherheitsfaktoren – die Zwei-Faktor-Authentifizierung via SMS soll für bestimmte Dienste bis Februar 2027 eingestellt werden. Passkeys werden zum neuen Standard.
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