Google-Suche: ChatGPT senkt Anfragen um 17% nach 20 Wochen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 10:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Daten zeigen: Künstliche Intelligenz verändert das Surfverhalten radikal – und bringt gewohnte Geschäftsmodelle ins Wanken.
Eine Studie der Universität Bocconi mit über 45.000 US-Haushalten belegt den Trend: Sobald Nutzer Zugang zu ChatGPT Search erhalten, sinken die Suchanfragen bei Google, Bing und Yahoo sofort um 9,4 Prozent. Nach 20 Wochen beträgt der Rückgang sogar 17 Prozent. Das bedeutet: Je länger die KI verfügbar ist, desto weniger greifen Menschen auf klassische Suchmaschinen zurück.
Doch die Verluste sind nicht gleich verteilt. Während Google eine Verweisrate von 31,1 Prozent auf externe Seiten erzielt, liegt ChatGPT hier bei mageren 5,2 Prozent. Die Mehrheit der KI-gesteuerten Haushalte erhält gar keine Weiterleitungen mehr.
Die unsichtbare Mauer: KI blockiert Klicks
Die größte Herausforderung für Verlage und Unternehmen: Selbst die Spitzenposition bei Google sichert nicht mehr den Traffic. Daten aus dem Jahr 2025 zeigen: Taucht eine KI-Zusammenfassung auf, brechen die Klicks für das beste organische Suchergebnis um 58 Prozent ein. Mittlerweile enden 68 Prozent aller Google-Suchen ohne einen einzigen Klick auf eine externe Website.
Das bestätigt auch eine Pew-Studie: Nutzer klicken nur noch in 8 Prozent der Fälle auf traditionelle Suchergebnisse, wenn eine KI-Antwort angezeigt wird. Ohne KI-Zusammenfassung liegt die Klickrate immerhin bei 15 Prozent. Die Folge: Die weltweiten Verweise auf Verlagsseiten sind 2025 um 33 Prozent eingebrochen.
Der neue Trumpf: Zitiert werden ist besser als ranken
Paradoxerweise eröffnet die KI-Revolution auch Chancen. Wer in den Google AI Overviews als Quelle genannt wird, erhält 120 Prozent mehr organische Klicks als nicht zitierte Seiten. Entscheidend dabei: Nur 38 Prozent der zitierten Seiten tauchen überhaupt in den Top 10 der klassischen Suchergebnisse auf. Ranking ist nicht mehr alles – Sichtbarkeit in KI-Antworten wird zum neuen Goldstandard.
„Visibility Engineering“: Der neue Beruf der Digitalbranche
Die Kriterien für eine KI-Zitierung unterscheiden sich fundamental von traditionellen SEO-Faktoren. Eine neue Disziplin namens „Visibility Engineering“ entsteht. Die Analyse zeigt: 95 Prozent der KI-Zitate stammen aus nicht-bezahlten Quellen, davon etwa 27 Prozent aus journalistischen Inhalten.
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Die KI bevorzugt bestimmte Eigenschaften:
- Aktualität: OpenAI-Plattformen bevorzugen Inhalte, die nicht älter als 12 Monate sind.
- Autorität: Unabhängige Markenerwähnungen und Drittvalidierung sind wichtiger geworden als klassische Backlinks.
- Struktur: Technische Optimierung mit klaren Überschriften und Schema-Markup bleibt entscheidend. Fallstudien belegen: Wer seine WordPress-Webseite technisch korrigiert, kann die KI-Zitate innerhalb von 90 Tagen um 75 bis 85 Prozent steigern.
Interessant: Reddit ist mit rund 150.000 Zitaten die am häufigsten genannte Domain in KI-Zusammenfassungen. Plattformen mit Frage-Antwort-Format haben einen klaren Vorteil.
Google rüstet auf – mit Bildern und Milliarden Nutzern
Google reagiert auf den Wandel. Der Konzern rollt derzeit die KI-Bildgenerierung in seinen AI Overviews aus – mit dem Modell „Nano Banana“. Start ist in englischsprachigen Regionen. Parallel dazu erhalten Desktop-Nutzer in den USA eine neue Google Images-Startseite mit personalisierten Feeds.
Die Dimensionen sind gewaltig: Zwei Milliarden Nutzer erreichen die AI Overviews monatlich. Die Suchanfragen im KI-Modus sind im Schnitt dreimal länger als traditionelle Suchbegriffe – ein Zeichen für den Wandel hin zu konversationellen Interaktionen. In Indien berichten Nutzer von 84 Prozent schnelleren Entscheidungen mit KI-Suche.
Ausblick: Das Ende der klassischen Suche ist besiegelt
Nur 38% der in KI-Antworten zitierten Seiten tauchen in den Top 10 der klassischen Suche auf – Ranking ist nicht mehr alles. Dieser Report zeigt, wie Sie mit Visibility Engineering in Google AI Overviews und ChatGPT Search sichtbar werden. Visibility-Engineering-Strategie für 2026 sichern
Die Prognosen sind eindeutig: McKinsey erwartet, dass bis 2028 mehr als 75 Prozent aller Suchanfragen eine KI-generierte Zusammenfassung zurückgeben. Der organische Traffic wird weiter schrumpfen.
Doch ein Bereich wächst: Der Markt für bezahlte Suche soll laut PwC mit einer jährlichen Rate von 6,1 Prozent zulegen und bis 2030 ein Volumen von 402,7 Milliarden Euro erreichen. Für Unternehmen heißt das: Die Zeiten, in denen gute Inhalte allein für Sichtbarkeit sorgten, sind vorbei. Wer im KI-Zeitalter gefunden werden will, muss seine Strategie radikal überdenken.
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