Google, Betrugsnetzwerk

Google verklagt Betrugsnetzwerk: 2,5 Mio. Spam-SMS in zwei Wochen

13.06.2026 - 12:56:27 | boerse-global.de

Google verklagt Betrugsnetzwerk und führt Echtzeit-Erkennung für KI-Anrufe ein. Apple rüstet iOS 27 mit Schutzmechanismen auf.

Google & Apple: Neue KI-Abwehr gegen Cyberkriminalität
Google - Ein Smartphone-Bildschirm mit einem stilisierten, leuchtenden neuronalen Netzwerk und einem Schildsymbol, das Cybersicherheit darstellt. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund ist eine massive Zunahme von KI-gestützter Cyberkriminalität. Während Google eine Echtzeit-Erkennung für manipulierte Anrufe einführt, setzt Apple in der kommenden Betriebssystemgeneration verstärkt auf KI-basierte Schutzmechanismen.

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Google verklagt chinesisches Betrugsnetzwerk

Am 12. Juni reichte Google eine Zivilklage gegen das chinesische Netzwerk „Outsider Enterprise“ ein. Die Gruppe soll das KI-Modell Gemini genutzt haben, um eine umfangreiche Betrugsinfrastruktur aufzubauen. Dazu gehörten über 131 Software-Kits, rund 9.000 betrügerische Websites und mehr als eine Million bösartige URLs.

Allein in zwei Wochen im Mai sollen über diese Infrastruktur 2,5 Millionen Spam-SMS an Android-Nutzer verschickt worden sein. Die Klage stützt sich auf das US-Bundesgesetz RICO sowie den Lanham Act. Bei der Aufdeckung arbeitete Google mit dem FBI und den US-Mobilfunkbetreibern AT&T, T-Mobile und Verizon zusammen.

Neue Schutzfunktionen gegen KI-Stimmen

Am heutigen Samstag stellte Google die Funktion „Fake Call Detection“ für Android-Geräte ab Version 12 vor. Das Tool nutzt künstliche Intelligenz und eine RCS-Authentifizierung, um manipulierte Anrufe und KI-generierte Stimmen in Echtzeit zu identifizieren. Die Funktion sei standardmäßig aktiviert und verzichte auf eine Aufzeichnung der Gespräche.

Parallel dazu präsentierte Apple auf der WWDC Anfang Juni erste Einblicke in iOS 27. Das neue System integriert KI-Funktionen direkt in die Benutzeroberfläche und soll die Kommunikation sicherer machen. Eine engere Kooperation mit der Londoner Metropolitan Police habe zudem die Wiederherstellungsrate gestohlener iPhones verbessert.

Auch Samsung reagiert: Das Galaxy S26 Ultra erhält ein „Privacy Display“, das den Betrachtungswinkel einschränkt und unerwünschte Blicke auf den Bildschirm verhindert.

KI-Phishing explodiert

Die technologischen Aufrüstungen erfolgen vor alarmierendem Hintergrund. KI-Phishing-Angriffe haben sich im Jahr 2026 bereits vervierzehnfacht. Mittlerweile sind über 80 Prozent aller Phishing-E-Mails KI-generiert. Die Erstellungszeit für bösartige Inhalte sank von 16 Stunden auf nur fünf Minuten.

Besonders im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 verzeichnen Sicherheitsbehörden eine Zunahme krimineller Aktivitäten. 13.000 verdächtige Domains im Zusammenhang mit dem Sportereignis wurden bereits identifiziert. Meta warnte vor gefälschten Ticketangeboten und Reise-Visa auf WhatsApp.

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Smishing – Betrug per SMS – macht mittlerweile 35 Prozent aller Angriffe aus. Das entspricht einer Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bundestag verabschiedet KI-Gesetz

Auch politisch tut sich etwas. Der Bundestag verabschiedete am 12. Juni das nationale Umsetzungsgesetz für die EU-KI-Verordnung. Die Bundesnetzagentur wird zur zentralen Marktüberwachungsbehörde für KI-Anwendungen ernannt. Sie soll künftig als Beschwerdestelle für Bürger fungieren und Unternehmen bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben beraten.

Datenschutzbeauftragte mahnen derweil zur Vorsicht beim Einsatz von KI im Arbeitsalltag. Die unautorisierte Nutzung privater KI-Accounts für berufliche Zwecke berge erhebliche Risiken – von Abfluss von Geschäftsgeheimnissen bis zu Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Unternehmen wird empfohlen, offizielle, datenschutzkonforme Tools bereitzustellen.

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