GPS-Störungen +220%: Nokia und A1 rüsten Mobilfunknetze auf
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 04:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Österreich und Slowenien als Testfeld für neue Sensortechnik
Die drei Unternehmen haben am 9. Juli 2026 eine Kooperation gestartet, die gewöhnliche Mobilfunkinfrastruktur in ein Überwachungssystem verwandelt. Ziel ist es, Störungen von Satellitensignalen frühzeitig zu erkennen. Die Tests laufen auf ausgewählten Standorten in Österreich und Slowenien.
Im Kern geht es um die Erkennung von Jamming und Spoofing – also dem gezielten Stören oder Fälschen von GPS-Signalen. Die Partner nutzen die vorhandenen Mobilfunknetze als verteiltes Sensorsystem. Der Vorteil: Es muss keine zusätzliche Hardware installiert werden. Das Netz selbst wird zur Datenplattform.
Bessere Wettervorhersagen und Sicherheit für die Luftfahrt
Ein zentrales Anwendungsfeld ist die Kurzzeit-Wettervorhersage. Die Technologie baut auf bestehenden Verfahren zur Wetterdatengewinnung auf und nutzt die Netzwerkinfrastruktur für atmosphärische Messungen.
Doch das eigentliche Problem liegt woanders: GPS-Störungen werden zur wachsenden Gefahr für Luftfahrt und Logistik. Laut der International Air Transport Association (IATA) stiegen die Meldungen über GPS-Signalverluste zwischen 2021 und 2024 um 220 Prozent.
„Unser Ansatz bietet eine skalierbare Methode, um Signalmanipulationen zu identifizieren“, erklärte Christian Laqué, CTO von A1 Austria. Auch Skyfora-CEO Fredrik Borgström und Nokia-Manager Christoph Rohr betonten das Potenzial der netzwerkbasierten Erkennung.
Militärische Nutzung: KI für umkämpfte Einsatzgebiete
Parallel dazu arbeiten Nokia Defense und NestAI an einer separaten Lösung für das Militär. Die beiden Organisationen haben am 9. und 10. Juli 2026 neue KI-gestützte Fähigkeiten vorgestellt, die speziell für umkämpfte militärische Umgebungen entwickelt wurden.
Es handelt sich um die ersten Produkte aus einer gemeinsamen Investition von 100 Millionen Euro, die Nokia und Tesi im November 2025 zugesagt hatten. Zu den neuen Funktionen gehören:
Die Zahl der GPS-Störungen stieg laut IATA zwischen 2021 und 2024 um 220 Prozent – eine wachsende Gefahr für Luftfahrt, Logistik und kritische Infrastruktur. Erfahren Sie in diesem Whitepaper, wie Netzbetreiber mit vorhandenen Mobilfunkmasten Jamming und Spoofing frühzeitig erkennen und ihre Netze resilient machen. Whitepaper zur GPS-Störungs-Erkennung anfordern
- KI-gestützte Führung und Kontrolle (C2) über mobile 5G-Netze
- Einsatzplanung mit garantierter Konnektivität für taktische Operationen
- Erweiterte Bedrohungserkennung durch integrierte Sensor- und Kommunikationstechnologie (ISAC)
Die Systeme sind nach NATO-Standards gebaut und sollen die europäische Verteidigungsautonomie stärken. Ziel ist es, die Abhängigkeit von nicht-europäischen Technologien zu verringern.
Netz-Resilienz: Wenn der Mast ausfällt, springt die zweite SIM ein
Auch die Widerstandsfähigkeit der Netze selbst rückt in den Fokus. Telefónica Deutschland und Crout haben am 9. Juli 2026 mit „2CoreSIM“ eine IoT-Lösung vorgestellt. Das System speichert zwei unabhängige Netzprofile auf einer einzigen SIM-Karte. Bei Störungen schaltet es automatisch auf eine alternative Verbindung um – gedacht für kritische Bereiche wie Gesundheitswesen, Kühlketten-Logistik und Waldbrandüberwachung.
In Australien haben Optus und Nokia im Juni 2026 einen Test mit automatischer Zellen-Wiederherstellung in Sydney und Brisbane abgeschlossen. Mit Nokias MantaRay-SON-Technologie gelang es, bei Netzausfällen fast die Hälfte der Verbindungen und der Netzabdeckung wiederherzustellen. Ein schrittweiser Rollout ist für die nächsten sechs bis zwölf Monate geplant.
Sicherheit auf Netzebene: Phishing-Schutz ohne App
Auch auf anderen Kontinenten wird aufgerüstet. Anfang Juli 2026 startete MTN Nigeria in Partnerschaft mit Whalebone den Dienst Webguard. Der DNS-basierte Dienst blockiert automatisch Phishing- und Schadseiten – ohne dass Nutzer eine App installieren müssen.
In Brasilien setzt der Bundesstaat Amapá auf mobile Technologie für die öffentliche Sicherheit. Ein integriertes mobiles Kommando- und Kontrollzentrum mit Wärmebildkameras und KI-Analyse führte dazu, dass die Kriminalität bei Großveranstaltungen wie dem Karneval um fast 50 Prozent zurückging.
Digitale Souveränität: Österreich gründet Initiative
Wenn Netzausfälle kritische Dienste bedrohen, zählt jede Minute. In Australien gelang es, mit automatischer Zellen-Wiederherstellung fast die Hälfte der Verbindungen wiederherzustellen. Unser Whitepaper zeigt, wie Sie solche Techniken für Ihr Netz nutzen – inklusive Checkliste für Notfall-Redundanz. Netz-Resilienz-Whitepaper jetzt sichern
Den vorläufigen Höhepunkt der Entwicklungen bildet die am 9. Juli 2026 in Österreich gestartete „Initiative Digitale Souveränität“. A1 Telekom hat sich mit Partnern wie Anexia und der Vienna Insurance Group zusammengeschlossen, um kritische Infrastrukturen zu schützen und europäische Alternativen zu globalen Technologieanbietern zu fördern.
„Es geht darum, Wahlfreiheit zu sichern und digitale Werte zu schützen“, sagte Thomas Arnoldner von A1. Ein zentrales Element sind souveräne Cloud-Lösungen wie die Exoscale-Plattform, die A1 Digital derzeit auf den spanischen Markt ausweitet.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
