Grafikkarten: Weltweite GPU-Preise steigen in drei Monaten um 35 Prozent
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Preise für Grafikkarten haben auf dem weltweiten Markt innerhalb kürzester Zeit massiv angezogen. Wie eine im Oktober 2026 veröffentlichte Erhebung des Kanals Hardware Unboxed zeigt, kletterten die GPU-Preise über einen Zeitraum von drei Monaten von August bis Oktober 2026 global um 35 Prozent.
Die Untersuchung, die Daten aus zehn Ländern wie den USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Australien und Polen erfasste, verdeutlicht einen kontinuierlichen Teuerungsschub: Nach einem Anstieg um 15 Prozent im August und 7 Prozent im September legten die Preise im Oktober gegenüber dem Vormonat ohne Berücksichtigung der GeForce RTX 5090 um weitere 10 Prozent zu, mit dem Spitzenmodell um 11 Prozent.
Starke Aufschläge bei aktuellen Spitzenmodellen
Besonders gravierend fällt die Entwicklung im High-End-Segment aus. Für Nvidias Flaggschiff, die RTX 5090, verzeichnete Hardware Unboxed binnen eines Monats einen Preisanstieg von 32 Prozent. In den USA stieg der Einstiegspreis für das günstigste Modell von 6.890 US-Dollar im September auf 9.400 US-Dollar im Oktober.
In Deutschland verteuerte sich die Karte von 5.640 Euro auf 8.000 Euro, während in Polen Preise von 38.000 PLN registriert wurden. Auch die RTX 5080 legte im Monatsvergleich um 22 Prozent zu; in den USA kletterte sie von 1.580 auf 2.200 US-Dollar, was einem Plus von 39 Prozent entspricht, während in Deutschland ein Zuwachs um 40 Prozent auf 2.100 Euro gemessen wurde.
Nach Angaben von Tom's Hardware kostet die RTX 5080 damit inzwischen mindestens 2.000 US-Dollar und liegt damit auf dem Niveau der Einführungspreise der RTX 5090. Bei einer ursprünglichen unverbindlichen Preisempfehlung von 999 US-Dollar liegen die aktuellen Handelspreise zwei- bis dreimal so hoch wie zum Verkaufsstart.
Doch auch andere Segmente sind betroffen: Laut Hardware Unboxed stieg die Radeon RX 9060 XT mit 16 Gigabyte um 17 Prozent, die Modelle RX 9070 und RX 9070 XT verteuerten sich um jeweils 12 Prozent, und Intels Arc B580 legte um rund 10 Prozent zu.
Im Schnitt lagen die GPU-Preise ohne die RTX 5090 um 44 Prozent über der unverbindlichen Preisempfehlung. Die höchsten Aufschläge wurden in Kanada mit 58,3 Prozent, in den USA mit 57,6 Prozent, in Deutschland mit 45,3 Prozent und in Polen mit 43_1 Prozent verzeichnet.
Engpässe bei Leiterplatten und Boom bei KI-Hardware
Als wesentliche Ursache für die Preisexplosion gelten knappe Bestände und die enorme Nachfrage aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Wie Tom's Hardware berichtete, priorisieren die Hersteller vermehrt den Markt für Unternehmens-KI. Hinzu kommen tiefgreifende Versorgungsengpässe bei Leiterplatten (PCB).
Einem Bericht von Nikkei Asia zufolge könnten diese PCB-Engpässe voraussichtlich bis 2030 anhalten. Manche Neubestellungen seien erst Ende 2028 lieferbar, und die Fertigung einzelner Designs nehme bis zu 30 Monate in Anspruch. Ein führender Anbieter von kupferkaschierten Laminaten (CCL) habe seine Auftragsbücher bis 2030 gefüllt, obwohl eine Verdreifachung der Kapazität bis 2028 geplant sei.
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Der Grund für den PCB-Mangel liegt im enormen Materialbedarf moderner Rechenzentren: Laut Würth Elektronik besitzen Leiterplatten für KI-Server drei- bis fünfmal so viele Lagen wie konventionelle Boards und benötigen große Mengen Kupfer sowie Spezialglasfaser. Branchenexperten rechnen bei Glasgewebe vor 2028 mit keiner spürbaren Entspannung.
Nach Angaben des Zulieferers Leiton haben sich die Spotpreise für Standard-FR-4-Laminate aus China binnen eines Jahres verdreifacht. Der Branchenverband ZVEI weist zudem darauf hin, dass heute nur noch 2 Prozent der weltweiten Leiterplatten in Europa produziert werden, verglichen mit rund 20 Prozent um die Jahrtausendwende.
Reaktionen in der gesamten Halbleiterindustrie
Um den Herausforderungen zu begegnen, hat Nvidia Partnerschaften mit den Substratherstellern Ibiden aus Japan, Samsung Electro-Mechanics aus Südkorea und Unimicron aus Taiwan angekündigt; Unimicron plant binnen drei Jahren eine 2,5-fache Kapazitätserweiterung.
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Gleichzeitig sichern sich PC-Hersteller wie HP und Dell frühzeitig PCB-Kapazitäten, während ein US-PC-Manager einräumte, dass Hersteller selbst bei sinkenden PC-Auslieferungen im kommenden Jahr um PCB-Lieferungen kämpfen müssten.
Auch auf Komponentenebene schlagen die Kosten durch: Daten aus Vertriebskanälen deuteten darauf hin, dass Mainboard-Hersteller wie Asus, MSI und Gigabyte Preisanpassungen von rund 3 Prozent planten.
Zudem teilte der Speicherhersteller SK Hynix Ende Oktober 2026 mit, man erwarte ein Nachfrageüberangebot bei halbleiterspeichern bis 2030. Bei Technologiekonzernen wie Apple wird derweil erwartet, dass die steigenden Fertigungskosten langfristig an die Endverbraucher weitergegeben werden.
