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GrayKey Preserve: Forensik-Tool soll iPhones dauerhaft entsperrt halten

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 22:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Trainingsvideo beschreibt, wie GrayKey Preserve iPhones im AFU-Zustand halten soll; eine unabhÀngige BestÀtigung fehlt bislang.

Apple iPhone: Forensik-Tools sollen Inactivity-Reboot umgehen
Ein minimalistisch eingerichteter, steriler forensischer Arbeitsbereich mit metallischen OberflÀchen und dunklen LagerschrÀnken. Illustration mit AI erstellt.

Ein geleaktes Trainingsvideo bringt Apples Sicherheitsarchitektur fĂŒr iPhones erneut unter Druck: Laut einem Bericht von 404 Media sind die Werkzeuge GrayKey Preserve und der Evidence Preservation Mode des kanadischen Forensikunternehmens Magnet Forensics in der Lage, den sogenannten Inactivity-Reboot von Apple zu umgehen und ein iPhone dauerhaft im Zustand "After First Unlock" (AFU) zu halten. Das Material, das 404 Media veröffentlichte, stammt laut dem Bericht aus Anfang 2025 und erlĂ€utert die zugrunde liegende Technik nicht nĂ€her.

Was GrayKey Preserve laut dem Video leistet

Nach Darstellung von Magnet Forensics sorgt GrayKey Preserve dafĂŒr, dass ein iPhone auch nach einem Neustart oder Stromverlust im AFU-Zustand verbleibt – jenem Zustand, in dem ein GerĂ€t bereits einmal entsperrt wurde und forensische Werkzeuge deutlich leichter auf Daten zugreifen können als im ursprĂŒnglichen, vollstĂ€ndig verschlĂŒsselten Zustand "Before First Unlock" (BFU).

Dem Bericht zufolge aktiviert das Tool zudem den Flugmodus und deaktiviert Bluetooth, WLAN und Mobilfunkverbindungen, sodass Ermittlungsbehörden laut dem Video lediglich die iOS-Version und das GerÀtemodell sichtbar bleiben.

ErgĂ€nzend dazu verhindert der Evidence Preservation Mode laut einem Bericht von AppleInsider, dass zwischenzeitlich gespeicherte Standortdaten, gelöschte Fotos und iMessages ablaufen oder verfallen. Ein Mitarbeiter von Magnet Forensics bezeichnete das Tool laut einem Bericht von Gizmodo als entscheidenden Fortschritt fĂŒr die iOS-Forensik und erklĂ€rte, dass Daten dadurch ĂŒber einen unbegrenzten Zeitraum erhalten blieben.

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Verbreitung bei Strafverfolgungsbehörden

Nach Angaben von Magnet Forensics wird GrayKey mittlerweile von mehr als 1.200 Behörden in 40 LĂ€ndern eingesetzt, wie Gizmodo berichtete. Diese Reichweite verdeutlicht, wie etabliert das Werkzeug inzwischen in der digitalen Beweissicherung ist – und wirft entsprechend Fragen zur Tragweite der nun bekannt gewordenen Umgehungsmethode auf.

Apples Schutzmechanismus und offene Fragen

Hintergrund ist eine Sicherheitsfunktion, die Apple laut einem Bericht von AppleInsider mit iOS 18.1 einfĂŒhrte: Ein iPhone startet demnach automatisch neu, wenn es 72 Stunden lang nicht entsperrt wurde, und fĂ€llt dabei in den stĂ€rker geschĂŒtzten BFU-Zustand zurĂŒck.

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Laut Berichten von TechCrunch und MacRumors, auf die sich ein Yahoo-Artikel bezieht, lĂ€uft der zugehörige Timer ĂŒber die Secure Enclave und arbeitet unabhĂ€ngig von einer bestehenden Internet- oder Mobilfunkverbindung.

Wie genau Magnet Forensics diesen Mechanismus aushebelt, bleibt unklar. Die Forscherin Jiska Classen vom Hasso-Plattner-Institut vermutet laut dem Bericht von 404 Media, dass entweder die interne Uhr manipuliert oder die fĂŒr den Datenverfall zustĂ€ndigen Systemprozesse deaktiviert werden könnten.

Eine unabhÀngige Verifizierung der Kernbehauptung aus dem Trainingsvideo steht laut dem Yahoo-Bericht bislang aus. Zudem besteht kein universeller Zugriff auf beliebige iPhones, da der Erfolg von Modell, installierter iOS-Version, Passcode und eingesetztem Tool abhÀngt.

Die Produktseite von Magnet Forensics bestĂ€tigt laut dem Bericht die Existenz von GrayKey Preserve, benennt die dahinterstehende Methode jedoch nicht. Sowohl Apple als auch Magnet Forensics Ă€ußerten sich bislang nicht öffentlich zu den im Video beschriebenen VorgĂ€ngen.

Disclaimer...

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