Greenwashing-Verbot, Herbst

Greenwashing-Verbot: ‚Umweltfreundlich' und ‚klimaneutral' ab September tabu

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 06:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab Herbst 2026 sind unbelegte Umweltversprechen wie „klimaneutral“ EU-weit verboten. Die Industrie fürchtet massive Produktvernichtungen.

EU verschärft Regeln: Greenwashing-Verbot ab September 2026
Nahaufnahme von Produktverpackungen mit vagen Umweltclaims, vor einem Hintergrund in EU-Farben, symbolisiert neue Vorschriften. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 27. September 2026 sind Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ ohne handfeste Belege tabu. Die Industrie schlägt Alarm – und warnt vor einer gigantischen Vernichtungswelle.

Verbot pauschaler Klimaversprechen

Die neue EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel macht Ernst mit dem Kampf gegen Greenwashing. Unternehmen müssen künftig jede Umweltaussage mit konkreten Daten untermauern. Besonders hart trifft es das Werben mit Klimaneutralität, das bisher oft nur auf CO2-Kompensationen basierte.

Die deutsche Umsetzung erfolgt über die Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Einige Handelsketten reagieren bereits: Sie verlangen von ihren Lieferanten schon ab Juni 2026 angepasste Verpackungen.

Industrie warnt vor Müllbergen

Der Markenverband schlägt Alarm. Verbandschef Patrick Kammerer sieht eine massive Vernichtungswelle auf die Unternehmen zukommen. Millionen von Verpackungseinheiten für Shampoo, Waschmittel, Kaffee, Babynahrung und haltbare Lebensmittel könnten im Müll landen – obwohl die Produkte selbst einwandfrei sind.

Kammerer fordert Übergangsregelungen für den Abverkauf bereits hergestellter Bestände. Ohne solche Ausnahmen drohe die Vernichtung erheblicher Warenmengen, die qualitativ einwandfrei, aber nicht mehr kennzeichnungskonform sind.

Entlastung bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Parallel zu den strengeren Verpackungsregeln hat die EU-Kommission Anfang Juli 2026 überarbeitete Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) verabschiedet. Die Reform soll Unternehmen entlasten: Die Zahl der verpflichtenden Datenpunkte sinkt um 60 Prozent, die Gesamtzahl um über 70 Prozent. Experten rechnen mit Kosteneinsparungen von über 30 Prozent.

Anzeige

Neben strengen Werberegeln stellt die EU-Entwaldungsverordnung Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Dokumentation ihrer Lieferketten. Ein kostenloser Leitfaden inklusive Checkliste hilft Ihnen, die Sorgfaltspflichten rechtssicher zu erfüllen und Sanktionen zu vermeiden. Sorgfaltspflichten-Checkliste jetzt kostenlos herunterladen

Für kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten gilt eine Übergangsfrist bis 2028. Zudem wurde ein freiwilliger Standard entwickelt, um den bürokratischen Aufwand zu begrenzen.

Gemischte Signale vom Markt

Während die Branche auf die neuen Greenwashing-Regeln zusteuert, zeigt der Markt für nachhaltige Produkte ein zwiespältiges Bild. Deutschland bleibt mit 750 Millionen Euro Umsatz der größte Markt für vegane Alternativen in Europa. Gleichzeitig meldete die Planethic Group AG, ehemals Veganz, im Juli 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung an.

Weitere Verschärfungen für den Online-Handel

Die EU zieht auch beim Import von Waren die Zügel an. Die bisherige Zollbefreiung für Produkte unter 150 Euro fällt weg. Stattdessen wird künftig ein Pauschalzoll von drei Euro pro Warenkategorie fällig. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Anbietern aus Nicht-EU-Staaten zu schaffen.

Anzeige

Der grenzüberschreitende Handel wird durch neue Regulierungen wie den CO2-Grenzausgleich (CBAM) zunehmend komplexer für Importeure. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Ihre Berichtspflichten ohne teure Berater effizient und rechtssicher umsetzen. Kostenlosen CBAM-Leitfaden für Importeure sichern

In Österreich sind zudem seit April 2026 spezifische Regeln gegen Shrinkflation in Kraft. Händler müssen dort am Produkt oder im Regal darauf hinweisen, wenn die Füllmenge bei gleichbleibendem Preis reduziert wurde. Die Maßnahmen ergänzen das EU-weite Bestreben, die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69701368 |