Grippeimpfung: Nur 38% der Versicherten nutzen Schutz im Winter
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 03:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das israelische Gesundheitsministerium hat Krankenhäuser und Krankenkassen angewiesen, sich auf einen Anstieg von Influenza-, COVID-19- und RSV-Fällen im Winter vorzubereiten. Angesichts der saisonal wiederkehrenden Atemwegserkrankungen setzen die Behörden auf eine frühzeitige Logistik und flächendeckende Schutzmaßnahmen, um Engpässe in der stationären Versorgung zu vermeiden.
Wie aus einem Bericht von israelnationalnews.com vom 14. September 2026 hervorgeht, sind Grippeimpfstoffe bereits verfügbar und werden seit der Vorwoche an rund 400 Standorte verteilt, darunter gezielt auch Seniorenheime.
Zusätzlich wird das antivirale Medikament Tamiflu an Senioreneinrichtungen geliefert, um Ausbrüche rasch eindämmen zu können. Dr. Hagar Mizrahi unterstrich in diesem Zusammenhang, dass ein frühzeitiges Impfen das Risiko schwerer Krankheitsverläufe senke.
Parallele Initiativen und Empfehlungen in Kommunen
Die Vorbereitung auf das Zusammentreffen verschiedener Atemwegserreger beschäftigt auch Fachleute und Behörden in Deutschland. Das Gesundheitsreferat München rief durch Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek zur Impfung gegen Grippe, Corona und RSV auf.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung ab 60 Jahren, bei Vorliegen von Grunderkrankungen, für Schwangere ab dem zweiten Trimester sowie für medizinisches Personal. Eine Corona-Impfung wird von der STIKO ab 75 Jahren sowie bei bestehenden Risikofaktoren empfohlen.
Laut dem Münchener Gesundheitsreferat können die Impfungen gegen Grippe, Corona und RSV gleichzeitig verabreicht werden; liegt eine entsprechende STIKO-Empfehlung vor, übernehmen die Krankenkassen die Kosten.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) sprach Empfehlungen für Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken und RSV für die jeweiligen Risikogruppen aus, wie ein Bericht vom 13. September 2026 darlegt.
Nur 38 Prozent der Versicherten ließen sich im Winter 2024/2025 gegen Grippe impfen — das EU-Ziel liegt bei 75 Prozent. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte jetzt prüfen, ob die Impfung für ihn empfohlen ist. Unser kostenloser Ratgeber führt Sie in drei Schritten durch die STIKO-Empfehlungen und zeigt, wo Sie in Ihrer Nähe geimpft werden können. Impf-Checkliste jetzt kostenlos anfordern
Zudem wies die Fachgesellschaft darauf hin, dass in Deutschland jährlich etwa 85.000 Menschen an oder mit einer Sepsis sterben, wobei es sich hierbei um keine amtliche Statistik handelt. Da die Warnzeichen oft unspezifisch sind und die Erkrankung spät erkannt wird, gelte bei entsprechendem Verdacht der Notruf 112; digitale Frühwarnsysteme könnten eine ärztliche Beurteilung nicht ersetzen.
Niedrigschwellige Angebote und Impfquoten
Um die Impfquoten im Herbst und Winter zu verbessern, wird vermehrt über die Rolle der Apotheken debattiert. Durch das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sind Apotheken neben Grippe- und COVID-19-Impfungen auch alle Totimpfstoffe erlaubt, wie beispielsweise gegen Tetanus und FSME.
Perspektivisch sollen schrittweise auch Auffrischimpfungen gegen Diphtherie oder Keuchhusten hinzukommen. Vorteile eines solchen Ausbaus liegen in kurzen Wegen für Patienten, der Entlastung von Hausärzten und dem Ziel höherer Durchimpfungsraten.
Thomas Preis, Präsident der ABDA, erwartet eine Verdopplung der impfenden Apotheken von derzeit rund 3.000 Standorten. Einer Umfrage zufolge wollen 19 Prozent der Apotheken bereits impfen und neue Impfangebote machen, weitere 18 Prozent planen dies künftig. Allerdings lehnen 40,4 Prozent der befragten Apotheken das Impfen aus Gründen des Aufwands und Ertrags ab, 16,4 Prozent nannten eine fehlende Nachfrage als Grund.
Viele Risikopatienten zögern, weil der Weg zum Hausarzt lang ist — dabei impfen immer mehr Apotheken direkt vor Ort. Der Ratgeber zeigt Ihnen, welche Impfungen Apotheken anbieten dürfen und wie Sie Ihr persönliches Impfangebot in der Nähe finden. Apotheken-Impfangebote in Ihrer Nähe entdecken
Dass Nachholbedarf besteht, verdeutlichen Daten der Techniker Krankenkasse: Im Winter 2024/2025 ließen sich lediglich 38 Prozent der TK-Versicherten gegen Influenza impfen. Dies entsprach dem Niveau vor der Corona-Pandemie, nachdem die Quote 2020/2021 noch bei 49 Prozent gelegen hatte.
Regional zeigten sich deutliche Unterschiede mit einer Spitzenquote von 52 Prozent in Sachsen-Anhalt und einem Tiefstwert von 24 Prozent in Baden-Württemberg; das offizielle EU-Ziel liegt bei 75 Prozent. Laut der Kasse bieten bislang nur rund 10 Prozent der Apotheken Grippeimpfungen an. TK-Vorstandschef Jens Baas betonte, dass die Impfung vor allem für Risikogruppen den besten Schutz darstelle.
