Gründer-Gesundheit, Arbeitsdichte

Gründer-Gesundheit: 68 Prozent sehen Arbeitsdichte als Risiko

09.06.2026 - 14:19:48 | boerse-global.de

Studie zeigt: 68 Prozent der Gründer sehen Gesundheitsgefahr durch hohe Arbeitsdichte. Psychische Fehltage steigen massiv.

Start-up-Gesundheit: Hohe Arbeitsdichte als Risiko für Gründer
Gründer-Gesundheit - Eine Person sitzt mit dem Kopf in den Händen an einem Schreibtisch, umgeben von verschwommener Büroausstattung, was Stress und Burnout vermittelt. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie von Start-up-Verband und Techniker Krankenkasse zeigt: 68 Prozent der Gründer sehen die hohe Arbeitsdichte als ernstes Gesundheitsrisiko. Fast die Hälfte von ihnen betrachtet Burnout als persönliche Gefahr.

Rekord bei Neugründungen, aber kaum Entlastung

2025 gab es einen Gründungsboom: Die Zahl der Neuanmeldungen stieg um 30 Prozent auf 3.568. Doch die Gesundheitsvorsorge hinkt hinterher. Nur 51 Prozent der jungen Unternehmen stellen finanzielle Mittel für Gesundheitsmaßnahmen bereit. 60 Prozent der Gründer fordern flexiblere Regeln – etwa eine wöchentliche statt täliche Höchstarbeitszeit.

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66 Prozent der Befragten erwarten in den nächsten fünf Jahren eine weitere Zunahme psychischer Überlastung.

Psychische Erkrankungen legen massiv zu

Der Trend bei den Fehlzeiten ist alarmierend. Laut AOK-Bericht stiegen psychisch bedingte Fehltage zwischen 2014 und 2024 um 47 Prozent. Die EU reagiert mit dem Förderprogramm „EU4Health“. Für 20 Programme stehen 1,23 Milliarden Euro bereit. Schwerpunkt: psychosoziale Risiken. Zwischen 2026 und 2028 soll eine EU-weite Kampagne die Mitgliedstaaten zur Förderung mentaler Gesundheit verpflichten.

Homeoffice: Segen und Fluch zugleich

Eine Langzeitstudie im Fachjournal Science mit Daten bis 2024 untersuchte die Auswirkungen von Homeoffice auf über 500.000 Personen. Ergebnis: Mobiles Arbeiten bietet Flexibilität, kann aber bei Alleinlebenden psychisch belasten – wegen fehlender Sozialkontakte. Hybride Modelle gelten als bester Kompromiss.

Krank zur Arbeit: Jeder Zweite macht es

Präsentismus bleibt ein strukturelles Problem. Der Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Salzburg vom Juni 2026 zeigt: 61 Prozent der Beschäftigten gingen im vergangenen Jahr krank zur Arbeit. Hauptgrund: Personalmangel. Niemand will die Kollegen zusätzlich belasten. Gleichzeitig leidet jeder achte Arbeitnehmer unter extremem Stress – eine Verdoppelung gegenüber früheren Jahren.

Hitze wird zum Sicherheitsrisiko

Mediziner der MedUni Wien und Vertreter der Arbeiterkammer warnen vor Hitze am Arbeitsplatz. Ab 27 Grad sinkt die geistige Leistungsfähigkeit messbar. Ab 30 Grad steigt das Unfallrisiko um sieben Prozent. Experten fordern klare Regeln: Ab einer Körperkerntemperatur von 38,5 Grad muss die Arbeit abgebrochen werden – sonst droht ein Hitzeschlag.

Wirtschaftskrise verändert Prioritäten

Die Konjunktur verschärft den Druck. Eine DIHK-Umfrage unter 11.000 Dienstleistungsunternehmen ergab: Jeder dritte Betrieb rechnet mit weiterer Eintrübung. Über 60 Prozent sehen hohe Arbeitskosten und Fachkräftemangel als größte Risiken.

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Jobsicherheit schlägt Gehalt

Das zeigt sich auch bei Studierenden. Eine Befragung vom März 2026 belegt einen Wertewandel: Erstmals rangiert Jobsicherheit (52 Prozent) vor dem Gehalt als wichtigstes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Nur noch 39 Prozent der Studierenden glauben, direkt nach dem Abschluss eine passende Stelle zu finden – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2024.

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie wurde in Deutschland zum 7. Juni 2026 zunächst nicht umgesetzt. Seitdem können Beschäftigte aber erweiterte Auskunftsansprüche über Gehaltsstrukturen geltend machen.

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