Grüner Tee und Cholesterin: LDL sinkt im Schnitt um 5,8 mg/ dl
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tee zählt weltweit zu den beliebtesten Aufgussgetränken. Unterschiedliche Sorten wie grüner Tee, Oolong, fermentierter Schwarztee oder der koffeinfreie Rooibos bieten ein breites Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen. Fachberichte und wissenschaftliche Auswertungen verdeutlichen jedoch, dass die physiologische Wirkung stark von Inhaltsstoffen, Zubereitung und Konsummenge abhängt.
Grüner Tee und kardiovaskuläre Parameter
Grüner Tee weist unter den traditionellen Teearten den höchsten Gehalt an Catechinen und Polyphenolen auf. Diese Verbindungen besitzen antioxidative Eigenschaften und verringern freie Radikale. Laut einer Auswertung von 55 Studien senkt grüner Tee das LDL-Cholesterin um durchschnittlich 5,8 mg/dl, während das gefäßschützende HDL-Cholesterin leicht ansteigt.
Zudem sinken Blutzucker- und Blutdruckwerte. Die Effekte hängen von Dosierung, Konsumdauer und individuellen Ausgangswerten ab; Personen mit bereits erhöhten Cholesterinwerten profitieren möglicherweise stärker. Fachleute betonen jedoch, dass grüner Tee kein Allheilmittel darstellt und keine wissenschaftliche Grundlage für Heilwirkungen bei Krebserkrankungen oder schweren Herzleiden vorliegt.
Für die Zubereitung gelten sechs Gramm Teeblätter auf 150 bis 200 Milliliter Wasser bei 80 bis 85 Grad Celsius und einer Ziehzeit von ein bis zwei Minuten als Richtwert.
Oolong und Schwarztee im physiologischen Profil
Teilfermentierter Oolong-Tee, darunter Varianten wie Hochland-Oolong, Baozhong, Dong Ding Oolong und Oriental Beauty, beeinflusst unter anderem den Glukosestoffwechsel positiv. Enthaltene Polyphenolkomplexe können die Fettaufnahme hemmen und den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten regulieren, während Antioxidantien die Insulinsensitivität stärken.
Der Fenghuang Dancong aus Chaozhou in der chinesischen Provinz Guangdong liefert neben Polyphenolen auch Vitamin C, Koffein und Theophyllin, was die Magen-Darm-Peristaltik anregt.
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Vollständig oxidierter Schwarztee, darunter taiwanische Züchtungen wie Taiwan Tea No. 18 (Red Jade) und No. 21 (Ruby) sowie der an Flavonoiden reiche Ziya-Shancha-Purpurknospen-Schwarztee, enthält Theaflavine und Thearubigine zum Schutz von Gefäßen und Mundflora. Bei Schwarztee liegt die empfohlene Ziehdauer bei zwei bis vier Minuten bei einer Wassertemperatur von 90 bis 95 Grad Celsius. Als Richtdosis gelten zwei bis drei Tassen täglich.
Grenzen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Tee gilt nicht als Verursacher erhöhter Harnsäurewerte, da der Puringehalt verschwindend gering ist. Allerdings raten Fachkreise davon ab, Tee als vollständigen Ersatz für Wasser zu nutzen. Ein übermäßiger Konsum birgt Risiken wie die Bildung von Kalziumoxalat-Steinen oder Verstopfung.
Tannine behindern zudem die Aufnahme von pflanzlichem Eisen und Kalzium. Ziya-Schwarztee enthält je 100 Milliliter zwischen 35 und 80 Milligramm Koffein; der Verzehr auf nüchternen Magen kann zu Schwindel, Herzrasen und Unterzuckerungserscheinungen führen.
Grüner Tee wiederum kann überdies die Metabolisierung von Blutdrucksenkern, Beruhigungsmitteln und Blutgerinnungshemmern beeinflussen. Die tägliche Koffeinaufnahme sollte 400 Milligramm nicht überschreiten, was etwa acht Tassen Tee entspricht.
Rooibos als koffeinfreie Alternative
Der aus Südafrika stammende Rooibos (Aspalathus linearis) ist von Natur aus frei von Koffein. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 identifizierte acht geeignete Humanstudien mit insgesamt 175 Erwachsenen. In einer Untersuchung mit 40 Erwachsenen, die über sechs Wochen täglich sechs Tassen tranken, sanken LDL-Cholesterin sowie Triglyceride, während HDL zunahm.
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Hinsichtlich der Eisenaufnahme ergab eine Untersuchung aus dem Jahr 1979 mit 30 Männern, dass Rooibos die Verwertung kaum beeinträchtigte: Die Absorptionsrate lag nach Rooibos bei 7,25 Prozent, verglichen mit 1,70 Prozent nach gewöhnlichem Tee und 9,34 Prozent nach Wasser.
