Grüntee, Auswertung

Grüntee: Auswertung von 55 Studien zeigt 5,8 mg/ dl weniger LDL-Cholesterin

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tee erhöht den Harnsäurespiegel laut Fachübersichten nicht; Grüntee beeinflusst zudem Cholesterin, Blutzucker und Blutdruck moderat.

Grüntee und Oolong: Wirkung auf Gicht, Stoffwechsel und Verträglichkeit
Eine Glasteekanne mit hellem Grüntee auf einer minimalistischen Holzoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Fachliche Übersichten widmen sich verstärkt den gesundheitlichen Wirkungen von Grüntee und Oolong-Tee. Im Fokus der Betrachtung stehen dabei vor allem entzündliche Prozesse, Stoffwechselparameter sowie der Einfluss auf den Harnsäurespiegel bei betroffenen Personen.

Harnsäure und Gicht: Entlastung statt Risiko

Für Personen mit Gicht stellt Teekonsum grundsätzlich kein Risiko dar. Grüner Tee, Oolong, schwarzer und weißer Tee erhöhen den Harnsäurespiegel im Organismus nicht, da ihr Puringehalt als sehr gering eingestuft wird.

Ein wesentlicher Wirkfaktor sind die im Tee enthaltenen Catechine, insbesondere das Epigallocatechingallat (EGCG), die entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Zudem unterstützt das Getränk die generelle Flüssigkeitszufuhr, was wiederum das Ausscheiden von Harnsäure über die Nieren begünstigt.

Treten nach dem Konsum von Tee dennoch Gichtanfälle auf, lassen sich diese meist auf zugesetzten Zucker wie Fructose, koffeinbedingte Dehydratation oder eine erhöhte Reizbarkeit während eines akuten Schubs zurückführen. Fachleute betonen, dass Tee keine ärztlich verordneten Harnsäure-Medikamente ersetzen kann.

Betroffenen wird geraten, Tee ungesüßt, mild zubereitet und in mäßigen Mengen zu konsumieren. Als Orientierung gilt ein Wasser-Tee-Verhältnis von 1:1. Auf den Konsum auf nüchternen Magen sollte verzichtet werden; ratsam ist ein zeitlicher Abstand von etwa einer Stunde nach den Mahlzeiten.

Wirkmechanismen bei Stoffwechsel und Gefäßen

Grüner Tee zeichnet sich durch den höchsten Catechin- und Polyphenolgehalt unter den gängigen Teesorten aus und entfaltet eine antioxidative Schutzwirkung.

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Die Inhaltsstoffe unterstützen die Blutzuckerkontrolle, das Herz-Kreislauf-System sowie die Konzentrationsfähigkeit und fördern die Fettverbrennung. Bei erhöhtem Blutzucker empfehlen Fachberichte den Verzicht auf Fertiggetränke und Zuckerzusätze, da reiner Tee weder Kalorien noch Kohlenhydrate liefert.

Auswertungen von 55 Studien belegen zudem einen günstigen Einfluss auf das Lipidprofil: Durch den Konsum von Grüntee sank das LDL-Cholesterin im Durchschnitt um 5,8 mg/dl, während das schützende HDL leicht anstieg und moderate Senkungen von Blutzucker sowie Blutdruck beobachtet wurden.

Diese Effekte variieren je nach Dosierung, Verzehrdauer und individuellen Ausgangswerten; Personen mit erhöhten Cholesterinwerten wiesen dabei stärkere Verbesserungen auf.

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Auch Oolong-Tee liefert bioaktive Substanzen. Teilfermentierter Hochland-Oolong bewahrt einen relevanten Catechingehalt. Bei Sorten wie Sijichun liegt der Koffeingehalt bei etwa 25 bis 55 mg pro 100 ml, was etwa der Hälfte von Schwarztee und einem Viertel von Kaffee entspricht.

Verträglichkeit, Risiken und richtige Zubereitung

Trotz der gesundheitlichen Vorzüge ist kein Tee vollständig magenneutral. Die enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) können die Magensäureproduktion stimulieren, was bei empfindlichem Magen oder Magengeschwüren problematisch sein kann.

Zudem mindern Tannine die Aufnahme von pflanzlichem Eisen, was das Risiko einer Anämie verstärken kann. Dunkle Tees, Pu-Erh sowie stark fermentierter Oolong gelten durch den geringeren Polyphenolgehalt als verträglicher für den Magen.

Koffein kann Schlafstörungen, Ängstlichkeit oder Herzklopfen auslösen. Eine Tagesdosis von unter 300 mg Koffein gilt für die Mehrheit der Erwachsenen als unbedenklich. Vorsicht ist bei Schwangeren, Stillenden sowie Personen mit Nierenfunktionsstörungen geboten. Zudem können Wechselwirkungen mit Blutgerinnungshemmern, Blutdrucksenkern und Beruhigungsmitteln auftreten.

Für die Zubereitung von grünem Tee empfiehlt sich ein Maß von 6 g Teeblättern auf 150 bis 200 ml Wasser bei einer Temperatur von 80 bis 85 °C und einer Ziehzeit von einer bis zwei Minuten. Kältere Aufgüsse (Cold Brew) können dabei helfen, den Gehalt an bitteren Tanninen und Koffein in der Tasse spürbar zu reduzieren.

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