Guben, Digitales

Guben: Digitales Check-in-Terminal soll ein Drittel der Patienten anmelden

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Terminal vereinfacht die Anmeldung für Patienten mit vereinbartem Termin und bereits eingelesener Gesundheitskarte.
Moderner, lichtdurchfluteter Wartebereich in einem Krankenhaus mit minimalistischer Architektur und Holzboden. Illustration mit AI erstellt.

Das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben setzt in seinen ambulanten Strukturen auf eine verstärkte Digitalisierung des Patientenempfangs. Für die Arztpraxen der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft (MEG) steht im Eingangsbereich ab sofort ein digitales Check-in-Terminal bereit.

Wie radiocottbus.de in einem Bericht vom 28. Oktober 2026 mitteilte, richtet sich das neue Angebot an Personen, die bereits einen festen Termin vereinbart haben und deren elektronische Gesundheitskarte im laufenden Quartal schon in der jeweiligen Praxis eingelesen worden ist.

Betroffene stecken ihre Versichertenkarte direkt am Terminal ein und werden dadurch automatisch im digitalen Wartezimmer der zuständigen Praxis angemeldet. Der bisher obligatorische Gang an den Anmeldetresen entfällt für diesen Patientenkreis.

Entlastung des Personals und schrittweiser Funktionsausbau

Das Gerät soll die Abläufe vor Ort beschleunigen, deckt zum Start jedoch bewusst nur einen Teil der Praxisanliegen ab. Wer die Praxen ohne vorherige Terminabsprache aufsucht oder andere administrative Anliegen klären muss, nutzt weiterhin die reguläre Anmeldung.

Zudem sind erweiterte Servicefunktionen noch nicht freigeschaltet: Das Einlesen bisher nicht im laufenden Quartal erfasster Gesundheitskarten sowie das Bestellen von Rezepten und Überweisungen gehören vorerst noch nicht zum Leistungsumfang der Stele.

Trotz dieses abgesteckten Rahmens rechnet die Einrichtung mit einer spürbaren Entlastung des Empfangspersonals. Praxismanagerin Stefanie Donath formulierte die Erwartung, dass künftig rund ein Drittel der Patienten die digitale Anmeldung am Terminal nutzen wird.

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Digitale Zugangswege im gesundheitspolitischen Fokus

Die Maßnahme in Guben fügt sich in die branchenweite Debatte über Patientensteuerung und bürokratische Entlastung im Praxisalltag ein. Auch bundesweit wird intensiv über effizientere digitale Schnittstellen diskutiert. So stellte die Techniker Krankenkasse (TK) in einem Konzept vom 28. Oktober 2026 den Leitsatz digital vor ambulant vor stationär für ein Primärversorgungssystem vor.

Der Vorschlag sieht unter anderem eine digitale medizinische Ersteinschätzung sowie eine neutrale Terminplattform vor. TK-Chef Dr. Jens Baas forderte in diesem Zusammenhang grundlegende Strukturreformen und verlangte, dass Praxen tagesaktuell ein festes Kontingent freier Termine bereitstellen müssten.

Gleichzeitig verdeutlichen Erhebungen, vor welchen Hürden die Steuerung bisher steht: Eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ergab, dass von rund 3,58 Millionen Terminen, die Praxen gesetzlich Versicherten über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen zwischen Oktober 2025 und September 2026 zur Verfügung stellten, nur rund 2,0 Millionen gebucht wurden. Damit blieben 44 % ungenutzt.

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Laut Zi betrug die mittlere Wartezeit knapp acht Tage, während 5,7 % der Termine abgesagt und 2,1 % ohne Absage versäumt wurden. Zi-Chef Dominik von Stillfried forderte, bestehende Strukturen besser auszuschöpfen und mehr Verbindlichkeit herzustellen.

Auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) unterstrich am 28. Oktober 2026, wie entscheidend gebündelte Lösungen seien, um Wartezeiten zu verringern und parallele Versorgungswege zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund markiert das Terminal in Guben einen lokalen Schritt, administrative Hürden unmittelbar am Praxiseingang abzubauen.

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