Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Demenzrisiko um 24%

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Daten verbinden Shingrix mit weniger Demenzfällen, doch Beobachtungsstudien belegen keine Ursache-Wirkung und weitere Tests fehlen noch.

Shingrix-Impfung: Studien zeigen geringeres Demenzrisiko
Ein steriler, hell beleuchteter medizinischer Laborraum mit einem Mikroskop auf einem Edelstahltisch. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung mehren sich die Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen Gürtelrose über ihren eigentlichen Zweck hinaus präventive Effekte auf die kognitive Gesundheit haben könnten.

Insbesondere der Impfstoff Shingrix steht im Fokus wissenschaftlicher Analysen, die einen Zusammenhang mit einem verringerten Risiko für Demenzerkrankungen nahelegen. Verschiedene internationale Untersuchungen liefern hierzu ein differenziertes Bild, das von deutlichen Risikoreduktionen bis hin zu uneindeutigen Ergebnissen reicht.

Untersuchung der Brown University an US-Pflegeheimbewohnern

Eine am 3. September 2026 in den „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichte US-Studie der Brown University untersuchte den Zusammenhang zwischen der Shingrix-Impfung und dem Auftreten von Demenz.

Die Forscher analysierten hierfür die Daten von 509.926 Bewohnern US-amerikanischer Pflegeheime im Alter ab 66 Jahren, die im Zeitraum zwischen 2017 und 2022 erfasst wurden. Die Ergebnisse zeigen eine Assoziation der Impfung mit einem um 24 % niedrigeren Demenzrisiko über einen Beobachtungszeitraum von vier Jahren.

Detaillierte Auswertungen der Universität vom 2. September 2026 beziffern die Demenzrate nach vier Jahren bei den geimpften Personen auf 18,8 %, während sie bei der ungeimpften Vergleichsgruppe bei 24,6 % lag.

Den Berechnungen zufolge könnte die Impfung damit statistisch etwa 1 von 17 Demenzfällen verhindern. Die Studienautoren stellten jedoch fest, dass dieser Effekt bei Männern sowie bei Personen, die zuvor bereits eine Impfung mit dem älteren Impfstoff Zostavax erhalten hatten, schwächer ausgeprägt war.

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Internationale Studienlage und geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Erkenntnisse der Brown University decken sich teilweise mit anderen internationalen Forschungsarbeiten, die Anfang September 2026 Gegenstand der Fachdiskussion waren.

Ein Team um den Forscher Maxime Taquet an der Universität Oxford analysierte Gesundheitsdaten von über 70.000 Menschen. Diese in „Nature Medicine“ veröffentlichte Arbeit stellte einen Demenzschutz fest, der sich in einem um 20 % niedrigeren Risiko innerhalb eines Zeitraums von sieben Jahren durch die Verwendung von Shingrix äußerte.

Bereits eine Studie aus Wales, die im Jahr 2025 in der Fachzeitschrift „Nature“ erschien, hatte ein um 20 % reduziertes Demenzrisiko nach einer Gürtelrose-Impfung identifiziert. Bemerkenswert war hierbei jedoch, dass dieser Effekt ausschließlich bei Frauen nachgewiesen werden konnte.

Replikationen dieser walisischen Studie in Australien und Kanada kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass die Risikoreduktion bei beiden Geschlechtern messbar war. Im Gegensatz dazu konnte eine Untersuchung aus England in einem Preprint-Status keinen statistisch belastbaren Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Demenzrisiko feststellen.

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Einordnung durch Experten und methodische Grenzen

Trotz der vielversprechenden Zahlen aus den USA und Oxford mahnen Fachleute zur Einordnung der Ergebnisse. Der Infektiologe Dr. Jeremy Nel betonte am 2. September 2026, dass Studien zwar ein um etwa 25 % niedrigeres Demenzrisiko durch Shingrix zeigen, diese Befunde jedoch noch nicht als definitiv anzusehen seien. Die primäre Empfehlung für die Impfung bleibe weiterhin die Prävention von Gürtelrose bei Personen über 50 Jahren.

In der Fachwelt wird zudem darauf hingewiesen, dass es sich bei den vorliegenden Daten weitgehend um Beobachtungsstudien handelt. So unterstrich auch die Brown University, dass mit der aktuellen Untersuchung keine Kausalität nachgewiesen wurde.

Die Studie konzentrierte sich zudem spezifisch auf Pflegeheimbewohner nach deren Aufnahme, was die Verallgemeinerbarkeit einschränken kann. Um die tatsächliche präventive Wirkung der Shingrix-Impfung in Bezug auf Demenz zweifelsfrei zu bestätigen, stehen randomisierte kontrollierte Studien laut Fachkreisen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch aus.

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de | wissenschaft | 70052013 |