Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Demenzrisiko um 24 Prozent

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 16:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine US-Beobachtungsstudie verknüpft Shingrix mit 24 Prozent weniger Demenzfällen, weist jedoch auf fehlende Kausalität und GSK-Finanzierung hin.

Shingrix-Impfung mit niedrigerem Demenzrisiko in US-Studie
Eine medizinische Impfstoffampulle auf einem klinischen Labortisch in einem hellen Raum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der medizinischen Forschung werden seit Längerem mögliche Sekundäreffekte von Impfungen auf neurodegenerative Erkrankungen untersucht. Eine im August 2026 in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlichte Studie liefert neue Daten zu einem potenziellen Zusammenhang zwischen der Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) und der Entwicklung von Demenz.

Die Untersuchung konzentrierte sich dabei auf den rekombinanten Impfstoff Shingrix und dessen Auswirkungen auf eine spezifische Alterskohorte in den USA.

Umfangreiche Datenbasis aus US-Pflegeeinrichtungen

Die Grundlage der Analyse bildeten Gesundheitsdaten von insgesamt 509.926 Erwachsenen in den Vereinigten Staaten, die mindestens 66 Jahre alt waren und in Pflegeeinrichtungen lebten. Der untersuchte Zeitraum erstreckte sich über die Jahre 2017 bis 2022. Von der Gesamtzahl der Probanden erhielten 8.843 Personen, was einem Anteil von 1,7 % entspricht, eine Impfung mit Shingrix.

Die Forscher verglichen die gesundheitliche Entwicklung der geimpften Gruppe mit der der ungeimpften Teilnehmer über einen Beobachtungszeitraum von vier Jahren. Dabei stellten sie fest, dass die Impfung mit einem um 24 % niedrigeren Demenzrisiko assoziiert war.

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Während die Demenzrate bei den geimpften Personen bei 18,8 % lag, wurde bei der Gruppe der Ungeimpften eine Rate von 24,6 % verzeichnet. Statistisch betrachtet wurde laut der Auswertung ein Demenzfall pro 17 geimpften Personen verhindert.

Beobachtete Effekte und geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Auswertung der Daten lässt darauf schließen, dass der schützende Effekt bereits nach einem Jahr sichtbar wurde. Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft die demografische Verteilung der beobachteten Wirkung: Der Zusammenhang zwischen der Shingrix-Impfung und dem reduzierten Risiko für eine Demenzerkrankung zeigte sich bei Frauen deutlicher als bei männlichen Probanden.

Die Mechanismen, die zu dieser Beobachtung führen, sind Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Diskussionen. Die Autoren der Studie wiesen darauf hin, dass die statistischen Ergebnisse zwar signifikant seien, jedoch keine unmittelbare Aussage über die zugrunde liegenden biologischen Prozesse zuließen.

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Methodische Grenzen und Finanzierungshintergrund

Trotz der statistischen Korrelationen unterstrichen die Wissenschaftler die methodischen Grenzen der Untersuchung. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, liefert sie keinen direkten Kausalnachweis. Es könne daher nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob die Impfung selbst die Ursache für das verringerte Demenzrisiko ist oder ob andere Faktoren innerhalb der Gruppe der Geimpften eine Rolle spielten.

Hinsichtlich der Rahmenbedingungen der Untersuchung wurde offengelegt, dass die Finanzierung durch den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) erfolgte, der den Impfstoff Shingrix herstellt. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Limitationen einer Beobachtungsstudie betonten die Forscher die Notwendigkeit unabhängiger klinischer Studien.

Solche Untersuchungen seien erforderlich, um die beobachteten Effekte unter kontrollierten Bedingungen zu verifizieren und die potenzielle Rolle von Herpes-Zoster-Impfungen in der Demenzprävention abschließend bewerten zu können.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Gürtelrose-Impfung: Shingrix schützt offenbar vor Herzkrankheiten - Gesundheit“

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