Haarausfall unter GLP-1-Medikamenten: Studie zeigt 37–68% erhöhtes Risiko
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Patienten, die Ozempic, Wegovy oder Mounjaro einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für Haarausfall. Das zeigt eine neue Studie aus dem Fachjournal BMJ.
Forscher der University of Pennsylvania werteten Daten von rund 39.000 Patienten aus dem Zeitraum 2019 bis 2024 aus. Ergebnis: Im Vergleich zu anderen Diabetes-Medikamenten steigt das Risiko fĂĽr Alopezie um 37 bis 68 Prozent.
Statistisch signifikant, aber selten
Trotz der hohen Prozentzahlen bleibt das absolute Risiko gering. Pro 1.000 Patientenjahre treten nur 6 bis 7 Fälle von Haarausfall auf. Bei SGLT-2-Inhibitoren sind es 5 Fälle, bei DPP-4-Inhibitoren etwa 4 Fälle.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die britische MHRA werten derzeit hunderte Berichte über diesen Nebeneffekt aus. Sie prüfen, ob die Sicherheitssignale eine Warnung rechtfertigen.
Haarfollikel bleiben intakt
Der Haarausfall unter GLP-1-Medikamenten ist meist reversibel. Mediziner klassifizieren ihn als nicht-narbige Alopezie – die Haarfollikel bleiben unversehrt.
Die neue Studie zeigt: GLP-1-Medikamente erhöhen das Haarausfall-Risiko um bis zu 68 Prozent. Doch der Haarausfall ist meist reversibel – wenn Sie früh gegensteuern. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, welche Nährstoffe Ihr Haar schützen und wie Sie Ihren Ernährungsplan anpassen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die Ursache liegt nicht direkt in den Wirkstoffen. Verantwortlich ist vielmehr der physiologische Stress durch die Behandlung: schneller Gewichtsverlust, drastische Kalorienrestriktion und Mikronährstoffmängel.
Besonders Eisen- und Zinkmangel beeinträchtigen das Haarwachstum. Eine Studie zu Semaglutid zeigte: Patienten mit einer Dosierung von 2,4 mg nahmen deutlich weniger Kalorien zu sich. Das stützt die Theorie eines nährstoffbedingten Haarausfalls.
Markt boomt trotz Nebenwirkungen
Die Diskussion kommt zu einer Zeit rasanter Markterweiterung. Mitte Juli 2026 erteilte die EU-Kommission die Zulassung fĂĽr eine orale Variante von Semaglutid (25 mg) zur Adipositas-Behandlung. Die Tabletten sollen im dritten Quartal 2026 in Deutschland verfĂĽgbar sein.
Schneller Gewichtsverlust unter Ozempic oder Wegovy kann zu Mikronährstoffmangel führen – und damit zu Haarausfall. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Checkliste und einem gezielten Ernährungsplan können Sie Ihr Haarwachstum unterstützen. Holen Sie sich jetzt die 3 wichtigsten Schutz-Schritte. Haarausfall-Ratgeber jetzt sichern
Klinische Daten zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Präparaten: Tirzepatid ermöglicht eine Gewichtsabnahme von bis zu 14,9 Prozent, subkutanes Semaglutid liegt bei etwa 9,8 Prozent.
Eine systematische Übersicht von über 260 Studien ergab zudem: Viele Adipositas-Medikamente senken zwar das Gewicht, verbessern die Lebensqualität aber kaum. Eine Ausnahme bildet subkutanes Semaglutid – hier ist eine Senkung der Gesamtmortalität nachgewiesen.
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