HĂ€moglobin, Demenz

HÀmoglobin und Demenz: Studie mit 316.542 Erwachsenen findet erhöhtes Risiko

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 14:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine 15-jÀhrige Untersuchung fand bei niedrigen und hohen HÀmoglobinwerten erhöhte Demenzrisiken, belegt jedoch keinen ursÀchlichen Zusammenhang.
Ein steriler Labortisch mit medizinischen AnalysegerÀten in einer modernen klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Erkenntnisse aus einer sĂŒdkoreanischen Langzeituntersuchung liefern neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Blutwerten und kognitivem Verfall. Eine großangelegte Forschungsarbeit der Dong-A-UniversitĂ€t in Busan zeigt, dass sowohl zu niedrige als auch zu hohe HĂ€moglobinwerte mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit fĂŒr spĂ€tere Demenzerkrankungen einhergehen können.

Die im Oktober 2026 vorgestellte Auswertung stĂŒtzt sich auf einen umfangreichen Datensatz von 316.542 Erwachsenen im Alter ab 40 Jahren. Der HĂ€moglobinwert der Teilnehmenden wurde in den Jahren 2004 bis 2005 im Rahmen eines nationalen Gesundheitschecks erfasst. Daran schloss sich eine Nachbeobachtungszeit ĂŒber 15 Jahre bis ins Jahr 2019 an.

Abweichungen vom Normalbereich erhöhen das Gesamtrisiko

Die Analyse der Dong-A-UniversitĂ€t ergab, dass das Demenzrisiko an beiden Enden des Verteilungsspektrums ansteigt. Im Vergleich zur Referenzgruppe wies die Gruppe im niedrigsten HĂ€moglobin-Quintil ein um 16 Prozent erhöhtes relatives Demenzrisiko auf. Im höchsten Quintil lag das relative Risiko um 7 Prozent ĂŒber dem Referenzwert.

Als Referenzbereiche dienten in der Untersuchung Werte von 13,5 bis 17,5 g/dl fĂŒr MĂ€nner sowie 12 bis 15,5 g/dl fĂŒr Frauen. Zudem stellten die Forschenden fest, dass die Assoziation bei Frauen deutlicher ausgeprĂ€gt war als bei MĂ€nnern. Frauen stellten rund 42 Prozent der gesamten Kohorte.

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Differenzierte Muster bei Alzheimer und vaskulÀrer Demenz

Die Datenauswertung differenzierte zudem nach den spezifischen Demenzformen, wobei sich deutliche Unterschiede zwischen neurodegenerativen und gefĂ€ĂŸbedingten Ursachen zeigten.

Bei der Alzheimer-Demenz fand sich ein statistischer Zusammenhang ausschließlich bei niedrigen HĂ€moglobinwerten, bei denen das relative Risiko um 14 Prozent anstieg. Bei Personen mit hohen HĂ€moglobinwerten zeigte sich hingegen keine Assoziation mit dem Auftreten einer Alzheimer-Erkrankung.

Ein anderes Bild ergab sich bei der vaskulĂ€ren Demenz. Hier stieg das relative Risiko sowohl bei niedrigen als auch bei erhöhten Werten gleichermaßen an: Die Forschenden ermittelten ein Plus von 19 Prozent bei niedrigem HĂ€moglobin und ein Plus von 18 Prozent bei hohem HĂ€moglobin.

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Diagnostische Einordnung und methodische Grenzen

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Oktober 2026 auf dem 39. ECNP-Kongress in MĂŒnchen prĂ€sentiert und im Fachjournal Journal of Alzheimer's Disease publiziert. Fachleute weisen darauf hin, dass ein gewöhnliches Blutbild ein routinemĂ€ĂŸiges, kostengĂŒnstiges und breit verfĂŒgbares Verfahren darstelle.

Die Daten deuteten darauf hin, dass entsprechende Marker AuffÀlligkeiten bereits bis zu 15 Jahre vor dem Auftreten erster Symptome abbilden könnten, wenngleich weitere Untersuchungen zu den biologischen Mechanismen erforderlich blieben.

Dr. Hyun Soo Kim von der UniversitĂ€t Dong-A stellte klar, dass die Untersuchung keinen KausalitĂ€tsnachweis liefere. HĂ€moglobin sei als leicht verfĂŒgbarer Marker fĂŒr die allgemeine Gesundheit zu verstehen und diene nicht als eigenstĂ€ndiger Diagnosetest. Zudem ergebe sich aus den Daten ausdrĂŒcklich keine Empfehlung fĂŒr die prophylaktische Einnahme von EisenprĂ€paraten.

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