Halbleiter-Streit, Micron

Halbleiter-Streit: Micron interveniert gegen Apples China-Strategie

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 17:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Micron warnt vor Schäden durch Apples geplante Nutzung chinesischer Speicherchips. Die Aktie fällt um 7 Prozent.

Micron interveniert bei Weißem Haus gegen Apple-Chip-Strategie
Hochwertige Halbleiter-Speicherchips in einer modernen Produktionsumgebung als Symbol für den Chip-Handelsstreit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Handelsstreit um die künftige Versorgung mit Halbleiterkomponenten hat der US-Speicherhersteller Micron Technology am 25. Juli 2026 formell beim Weißen Haus interveniert. Das Unternehmen fordert die US-Administration auf, eine von Apple vorgeschlagene Strategie zur Nutzung bestimmter Speicherhardware-Komponenten abzulehnen. Micron begründet diesen Vorstoß mit erheblichen Bedenken hinsichtlich der Stabilität der US-Lieferkette und der nationalen Halbleiterindustrie.

Warnungen vor Wettbewerbsnachteilen und Marktschäden

Micron-CEO Sanjay Mehrotra warnte in diesem Zusammenhang vor weitreichenden Schäden für die US-Industrie. Seiner Einschätzung nach könnte Apples Vorhaben, Speicherchips der chinesischen Produzenten ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC) zu verwenden, die heimische Chipbranche substanziell gefährden. Um die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern zu verringern, schlug Micron den Bau weiterer inländischer Werke vor, um bestehende Knappheiten abzufedern. Das Unternehmen verwies dabei auf geplante Investitionen in den USA in Höhe von insgesamt 250 Mrd. USD.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Auseinandersetzung zeigten sich unmittelbar an den Finanzmärkten: Am 25. Juli 2026 gab die Aktie von Micron um 6,99 % nach.

Apples Bestrebungen zur Kostensenkung und Diversifizierung

Apple ersuchte die US-Regierung um die Erlaubnis, chinesische Speicherchips von CXMT und YMTC in Geräten verbauen zu dürfen, die außerhalb des US-Marktes verkauft werden. Der Technologiekonzern strebt durch diesen Schritt eine Diversifizierung seiner Lieferkette sowie Kostensenkungen im Bereich von 10 % bis 20 % an.

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Als Begründung für den geplanten Wechsel führte Apple an, dass Micron eine aggressive Preispolitik verfolge. Die Kosten für Speicherkomponenten seien innerhalb von zwölf Monaten um das Vierfache gestiegen. Diese Entwicklung hatte bereits im Juni 2026 dazu geführt, dass Apple die Preise für Macs und iPads anheben musste. Apple betonte jedoch seine grundsätzliche Verbundenheit zum US-Standort und verwies auf bisherige Investitionen von 600 Mrd. USD im Inland sowie bestehende Verträge mit US-Partnern wie Intel und Broadcom.

Die Rolle der chinesischen Konkurrenz und nationale Sicherheit

Die in der Debatte stehenden chinesischen Unternehmen CXMT und YMTC sind zunehmend in den Fokus der US-Sicherheitsbehörden geraten. Das Pentagon stufte beide Firmen bereits als chinesische Militärunternehmen ein. Gleichzeitig verzeichnen diese Unternehmen ein massives Wachstum. CXMT erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 7,5 Mrd. USD, was einer Steigerung von 719 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Nach einem Börsengang in Shanghai mit einem Volumen von 8,6 Mrd. USD und einem Großauftrag von ByteDance über mehr als 7 Mrd. USD plant CXMT den Bau von zwei neuen Werken. Ziel sei es, die Produktionskapazitäten von Micron bis zum Jahr 2030 zu übertreffen. YMTC wiederum strebt eine Unternehmensbewertung von 148 Mrd. USD an.

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Politische Gespräche in Washington

Die Spannungen führten am 24. Juli 2026 zu einem Treffen der CEOs Tim Cook (Apple) und Sanjay Mehrotra (Micron) mit hochrangigen Regierungsvertretern, darunter Lutnick und Bessent. Das Weiße Haus betonte während der Konsultationen die Priorität des Schutzes der nationalen Sicherheit und die Bedeutung strategischer Investitionen. Ein Sprecher des Weißen Hauses für Technologiefragen riet dazu, die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu vermeiden, die auf der sogenannten Entity List stehen. Während Apple sich dafür einsetzt, dass CXMT nicht auf diese Liste gesetzt wird, forciert Micron eine restriktive Haltung gegenüber den chinesischen Wettbewerbern.

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