Halbleiterzölle, Trump

Halbleiterzölle: Trump plant 25% auf Laptops und Server

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die US-Regierung prĂŒft höhere Abgaben auf fertige Elektronik. BranchenverbĂ€nde warnen vor Kosten, Jobverlusten und Risiken fĂŒr KI-Investitionen.

USA erwÀgen Halbleiterzölle auf Laptops, Konsolen und Server
Ein Silizium-Wafer auf einer industriellen MetalloberflĂ€che in einer modernen Halbleiter-Fertigungsanlage. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die US-Regierung prĂŒft derzeit eine erhebliche Ausweitung der Handelsbarrieren fĂŒr elektronische GerĂ€te. Wie am 27. August bekannt wurde, zieht die Trump-Administration eine neue Runde von Halbleiterzöllen in Betracht, die ĂŒber reine Komponenten hinausgehen und fertige Endprodukte wie Laptops, Spielkonsolen und Server fĂŒr Rechenzentren umfassen könnten. Damit soll die RĂŒckverlagerung der Fertigung in die Vereinigten Staaten vorangetrieben werden, was das Weiße Haus als oberste PrioritĂ€t bezeichnete.

Phase-2-Zölle und Wegfall von Ausnahmeregelungen

Der aktuelle Vorschlag wird als eine zweite Phase der Halbleiterzölle diskutiert. Diese Maßnahmen könnten die bisherigen Ausnahmeregelungen beenden, die in einer Proklamation vom 14. Januar festgelegt worden waren. Damals wurden Zölle in Höhe von 25 Prozent auf KI-Beschleuniger eingefĂŒhrt, wobei jedoch Befreiungen fĂŒr Rechenzentren, Start-ups und verschiedene VerbrauchergerĂ€te galten.

Berichten vom 28. August zufolge sieht die neue Planung vor, den Zollsatz von 25 Prozent nun auch auf fertige Hardwareprodukte auszudehnen. Damit wĂŒrden Chips sowie die Produkte, in denen sie verbaut sind, gleichermaßen unter die Abgabenlast fallen. Die Regierung beabsichtigt damit, einen stĂ€rkeren Anreiz fĂŒr Unternehmen zu schaffen, ihre Lieferketten und ProduktionsstĂ€tten in die USA zu verlagern.

Kopplung von Handelserleichterungen an US-Investitionen

Handelsminister Lutnick befĂŒrwortet in diesem Zusammenhang ein Modell, bei dem Zollerleichterungen strikt an Investitionen in die US-amerikanische Chipfertigung gekoppelt werden. Geplant sind Quoten fĂŒr zollfreie Importe, die sich an der tatsĂ€chlich vorhandenen FabrikkapazitĂ€t innerhalb der USA orientieren.

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Vertreter der Technologiebranche Ă€ußerten sich jedoch kritisch zu diesen PlĂ€nen. Es wird gewarnt, dass die vorgesehenen FreibetrĂ€ge zu gering bemessen seien und die geplante EinfĂŒhrungsphase nicht ausreiche, um die Produktion entsprechend umzustellen. Zudem stehe ein fĂŒr den 1. Juli fĂ€lliger Bericht des Handelsministeriums zu diesem Thema noch aus, was die Planbarkeit fĂŒr Unternehmen erschwere.

Wirtschaftliche Risiken und Auswirkungen auf den KI-Sektor

Analysen der Computer & Communications Industry Association (CCIA) verdeutlichen die potenziellen Folgen dieser Handelspolitik. Die Streichung der bisherigen Ausnahmeregelungen könnte die US-Wirtschaft jÀhrlich rund 90 Milliarden US-Dollar kosten und den Verlust von etwa 243.000 ArbeitsplÀtzen nach sich ziehen.

Besonders der Bereich der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI) sei gefĂ€hrdet: Laut CCIA-SchĂ€tzungen könnten rund 20 Prozent der geplanten KapazitĂ€ten fĂŒr KI-Rechenzentren – ein Investitionsvolumen von 450 Milliarden US-Dollar – gestrichen werden.

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Branchenexperten warnen zudem vor inflationĂ€ren Tendenzen und massiven Störungen bei Investitionen in die digitale Infrastruktur. Bereits im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Preise fĂŒr PCs aufgrund erhöhter Speicherkosten um mehr als 20 Prozent. Verbraucher sehen sich zudem bei Gaming-Plattformen bereits mit Preissteigerungen zwischen 15 und 60 Prozent konfrontiert.

AbhÀngigkeit von globalen FertigungskapazitÀten

Die angestrebte UnabhĂ€ngigkeit steht vor großen strukturellen Herausforderungen. Taiwan produziert derzeit mehr als 90 Prozent der weltweit fortschrittlichsten Chips. Der BranchenfĂŒhrer TSMC kontrolliert allein 73 Prozent des Foundry-Marktes und ebenfalls 90 Prozent bei den High-End-Halbleitern.

Zwar investiert TSMC rund 265 Milliarden US-dollar in Standorte im US-Bundesstaat Arizona, doch Experten weisen darauf hin, dass dort lediglich 30 Prozent der KapazitĂ€ten fĂŒr fortschrittliche Chips entstehen werden. Der Ökonom Shivakumar gab zudem zu bedenken, dass Zölle allein nicht ausreichten, um die notwendigen FachkrĂ€fte fĂŒr eine umfassende heimische Fertigung aufzubauen.

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