Haptisches Lenkrad: Zwei Kontaktzonen lassen Fahrer Manöver bestätigen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschende der University of Michigan Engineering haben ein neuartiges Lenkrad entwickelt, das die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine bei teilautonomen Fahrzeugen verbessert.
Das System nutzt haptische Signale an zwei spezifischen Positionen, um geplante Fahrmanöver anzukündigen. Wie Berichte vom 1. Oktober 2026 über die im Fachjournal Human Factors veröffentlichte Forschungsarbeit zeigen, wurde das Projekt durch das Toyota Research Institute finanziert.
Direkte Abstimmung über haptische Kontaktzonen
Der entwickelte Prototyp verfügt über zwei haptische Zonen auf den Positionen 10 Uhr und 2 Uhr des Lenkradkranzes. Über diese Kontaktpunkte signalisiert das Fahrzeug dem Fahrer bevorstehende Manöver wie etwa Spurwechsel oder Richtungsänderungen durch gezielte taktile Reize.
Die Person am Steuer erhält dadurch die Möglichkeit, den vorgeschlagenen Aktionen direkt zuzustimmen oder diese abzulehnen. Dies geschieht durch einfachen Druck auf die jeweilige Zone des Lenkrads.
Durch diesen Mechanismus entsteht ein Zwei-Wege-System, das eine direkte Verhandlung zwischen der Automatisierungssoftware und dem Fahrer ermöglicht. Anstelle plötzlicher Kontrollübergaben oder unklarer Systementscheidungen erlaubt die haptische Schnittstelle eine kontinuierliche Rückkopplung in beide Richtungen. Die technische Umsetzung dieser Steuerungsmechanismen ist unter der Patentnummer US12227190B2 registriert.
Geringere Belastung und verbesserte Fahrzeugkontrolle
In autonomen Fahrsimulationen führte das System zu messbaren Vorteilen für die Fahrsicherheit. Die Forschenden der University of Michigan Engineering stellten fest, dass das Speziallenkrad die Fahrpräzision steigerte und die Reaktionszeiten verkürzte. Gleichzeitig verbesserte sich die Kontrolle über das Fahrzeug im Vergleich zu herkömmlichen Steuerungskonzepten.
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Neben der fahrtechnischen Leistung wirkte sich das Konzept positiv auf den Zustand der Testpersonen aus. Das System reduzierte die mentale und physische Arbeitslast: Die Fahrer berichteten über ein geringeres Maß an Anstrengung, weniger Frustration sowie eine spürbar verminderte körperliche Belastung. Zudem gaben die Probanden an, von einem höheren Fahrkomfort und einem größeren Vertrauen in die Technologie profitiert zu haben.
Schnellere Wiederherstellung des Systemvertrauens
Ein wesentlicher Aspekt teilautonomer Systeme bleibt der Umgang mit Fehlern oder Fehlentscheidungen der Automatik. Die in der Studie (DOI: 10.1177/00187208261483656) untersuchte haptische Verhandlungsschnittstelle zeigte auch hier Vorteile.
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Nach Fehlern des Autonomiesystems gelang es den Fahrern dank der transparenten Rückmeldung und der unmittelbaren Eingriffsmöglichkeit, das Vertrauen in die Assistenzfunktionen deutlich schneller wieder aufzubauen.
Die Kombination aus Sensoren und intelligenten Steuerungsmechanismen im Lenkrad adressiert damit eines der zentralen Probleme bei der Übergabe und Koordination von Steuerungsaufgaben zwischen Mensch und Algorithmus.
