HarmonyOS-PC, Huawei

HarmonyOS-PC: Huawei bringt Ultrabook und Desktop ab Juli

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 14:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Huawei bringt erste HarmonyOS-PCs auf den Markt und forciert den Aufbau eines unabhängigen Software-Ökosystems.

Huawei startet PC-Offensive mit eigenem HarmonyOS-Betriebssystem
Ultra-leichtes, futuristisches Laptop mit abstrakter, leuchtender KI-Oberfläche auf einem minimalistischen Schreibtisch in einem High-Tech-Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Huawei treibt den Aufbau einer unabhängigen Software-Welt voran. Nach dem Auslaufen der Windows-Lizenz setzt der chinesische Konzern voll auf das eigene Betriebssystem HarmonyOS – und bringt noch diesen Sommer die ersten PCs damit auf den Markt.

Der Schritt ist eine Kampfansage an die etablierten Platzhirsche. Seit März 2026 darf Huawei keine neuen Windows-Lizenzen mehr nutzen. Die Antwort: ein eigenes Ökosystem für Computer, das vom Ultrabook bis zur Workstation reicht.

Ultraleichtes Notebook und erster Desktop-PC

Im Juli oder August 2026 soll das erste HarmonyOS-Notebook erscheinen. Der interne Codename lautet „Marilyn Monroe" – und das Gerät setzt vor allem auf eines: Leichtigkeit. Mit rund 700 Gramm und einem Gehäuse aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung unterbietet es selbst die schlankesten Konkurrenzmodelle deutlich. Ein 66-Watt-Netzteil gehört laut Zertifizierungsdaten zur Ausstattung.

Doch Huawei denkt größer. Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz HDC 2026 präsentierte das Unternehmen seinen ersten kommerziellen HarmonyOS-Desktop-PC. Angetrieben von einem Top-Kirin-Prozessor, soll der Rechner im September 2026 offiziell in den Handel kommen. Die Botschaft ist klar: HarmonyOS soll alle Geräteklassen durchdringen.

19 Prozent Marktanteil – und eine Milliarde Geräte

Das Betriebssystem ist längst keine Nischenlösung mehr. Bereits im vierten Quartal 2024 erreichte HarmonyOS auf dem chinesischen Smartphone-Markt einen Anteil von 19 Prozent – und überflügelte damit internationale Wettbewerber. Mitte 2026 laufen mehr als eine Milliarde Geräte mit der Plattform. Über 17.000 native Anwendungen und 1.700 unterstützte Peripheriegeräte untermauern das Ökosystem.

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Die neuen PCs profitieren davon: Sie erhalten spezielle KI-Funktionen, darunter integrierte DeepSeek-Anwendungen und mehr als 150 maßgeschneiderte Produktivitätstools. Am 17. Juli 2026 senkte Huawei zudem den Einstiegspreis seines faltbaren HarmonyOS-PCs um 2.500 Yuan auf nun 19.999 Yuan (rund 2.500 Euro).

Globale Offensive bei Smartphones und Tablets

Parallel zur PC-Offensive expandiert Huawei auf dem Mobilmarkt. Am 14. Juli 2026 feierte die Pura 90s-Serie in Kuala Lumpur Premiere, zwei Tage später folgte ein Launch im Dubai Museum of the Future. Die Modelle Pro und Pro Max bieten eine 200-Megapixel-Telekamera und unterstützen den neuen 5.5G-Standard. Der Verkaufsstart ist für den 23. Juli 2026 geplant.

Ebenfalls neu: das MatePad Air, ein nur 5,3 Millimeter dünnes Tablet mit 144-Hertz-OLED-Display, sowie die offenen Earbuds FreeClip 2 S. Auf den Philippinen präsentierte Huawei ein MatePad-Familien-Set, das mit Tastatur und KI-Office-Software die Produktivität eines PCs nachbilden soll.

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Milliarden fĂĽr die Zukunft: Rechenzentren und Forschung

Die Hardware-Offensive ruht auf einem massiven Fundament. Auf der KI-Konferenz WAIC 2026 stellte Huawei am 16. Juli den Atlas 950 SuperPoD vor – eine Infrastruktur-Lösung, die bis zu 8.192 Prozessoreinheiten für das Training großer Sprachmodelle koppelt. Das System soll Konkurrenz-Cluster in Rechenleistung und Speicherkapazität deutlich übertreffen.

Finanziert wird dies durch eine beispiellose Forschungsstrategie. Allein 2025 investierte Huawei 192,3 Milliarden Yuan (rund 24 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung – das entspricht etwa 21,8 Prozent des Jahresumsatzes. Kumuliert über die letzten zehn Jahre summiert sich die F&E-Ausgabe auf über 1,382 Billionen Yuan. Ergebnis: mehr als 165.000 aktive Patente.

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