HausÀrztliche, Versorgung

HausÀrztliche Versorgung: Vietnam erweitert Krankenversicherung ab Januar

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vietnams Gesundheitsministerium will Hausbesuche, Telemedizin und Vorsorgechecks in den Katalog der Krankenversicherung aufnehmen. Besonders vulnerable Gruppen sollen profitieren.

Vietnam plant Ausweitung der Krankenversicherung auf Hausbesuche und Telemedizin
Ein Stethoskop und ein Tablet auf einem Schreibtisch in einer modernen Hausarztpraxis. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein Anfang August 2026 durch das vietnamesische Gesundheitsministerium veröffentlichter Entwurf sieht grundlegende Änderungen bei der KostenĂŒbernahme fĂŒr medizinische Leistungen vor. Die geplante Regelung zielt darauf ab, die hausĂ€rztliche Versorgung sowie den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen finanziell abzusichern. Das Vorhaben umfasst detaillierte Bestimmungen zur Erstattung von allgemeinmedizinischen Untersuchungen, Hausbesuchen und telemedizinischen Behandlungen durch die staatliche Krankenversicherung.

Erweiterung des Leistungskatalogs und organisatorische Voraussetzungen

Der Entwurf des Gesundheitsministeriums sieht vor, dass die Krankenversicherung kĂŒnftig Kosten fĂŒr ein breites Spektrum allgemeinmedizinischer Leistungen ĂŒbernimmt. Neben klassischen Untersuchungen in der Praxis sollen auch Hausbesuche und Telemedizin in den Leistungskatalog aufgenommen werden. Um diese Leistungen mit der Versicherung abrechnen zu können, mĂŒssen medizinische Einrichtungen entsprechende VertrĂ€ge abschließen.

Ein wesentlicher Aspekt des Vorschlags betrifft die prĂ€ventive Versorgung: Patienten, die ihre Erstversicherung in einer Hausarztpraxis gemeldet haben, sollen Anspruch auf kostenlose Gesundheitschecks erhalten. Damit soll die Rolle der PrimĂ€rversorgung gestĂ€rkt und der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen erleichtert werden. Über die reine Untersuchung hinaus sieht der Entwurf vor, dass die Krankenversicherung auch die Kosten fĂŒr notwendige Medikamente, medizinische GerĂ€te sowie Blutprodukte ĂŒbernimmt, sofern diese im Rahmen einer hausĂ€rztlichen Behandlung eingesetzt werden.

Finanzielle Regelungen und Erstattungsmechanismen

Hinsichtlich der Abrechnung folgt der Entwurf den Vorgaben des nationalen Krankenversicherungsgesetzes. GrundsĂ€tzlich erfolgt die Erstattung gemĂ€ĂŸ den gesetzlich festgelegten SĂ€tzen. FĂŒr den Fall, dass die Preise einer medizinischen Einrichtung nicht explizit genehmigt sind, dient der jeweilige Einrichtungspreis als Verrechnungsgrundlage. Eine entstehende Differenz zu den RegelsĂ€tzen mĂŒsste in diesem Szenario vom Patienten selbst getragen werden.

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Besondere Regelungen schlĂ€gt das Ministerium fĂŒr die VergĂŒtung von Hausbesuchen vor. Sollten die Kosten fĂŒr eine Behandlung im hĂ€uslichen Umfeld die Kosten einer vergleichbaren Behandlung in einer medizinischen Einrichtung ĂŒbersteigen, ĂŒbernimmt die Krankenkasse laut dem Entwurf 50 Prozent dieser Differenz. Falls die Kosten fĂŒr den Hausbesuch niedriger oder gleichauf mit den Kosten in der Einrichtung liegen, leistet die Versicherung Zahlungen gemĂ€ĂŸ dem jeweils genehmigten Preis.

Gezielte UnterstĂŒtzung fĂŒr vulnerable Patientengruppen

Ein Schwerpunkt der Neuregelung liegt auf der Ausweitung der hĂ€uslichen Krankenversicherung fĂŒr spezifische Zielgruppen. Das Gesundheitsministerium hat sieben Kategorien definiert, die vorrangig von den erweiterten Leistungen profitieren sollen. Dazu gehören Menschen mit schweren Behinderungen sowie Personen ĂŒber 75 Jahre, deren MobilitĂ€t eingeschrĂ€nkt ist.

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Ebenfalls berĂŒcksichtigt werden Patienten mit psychischen Erkrankungen sowie chronisch Kranke, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation in ihrer Bewegungsfreiheit limitiert sind. Der Entwurf umfasst zudem Palliativpatienten, Bezieher von Sozialleistungen in stationĂ€ren Einrichtungen sowie Kinder unter 36 Monaten, die ohne familiĂ€re Betreuung aufwachsen. Durch diese Fokussierung soll sichergestellt werden, dass besonders schutzbedĂŒrftige Teile der Bevölkerung eine adĂ€quate medizinische Betreuung erhalten, auch wenn sie keine Praxis aufsuchen können.

Die Umsetzung dieser Reformschritte ist fĂŒr den Jahreswechsel geplant. Das entsprechende Rundschreiben des Gesundheitsministeriums soll nach aktuellem Stand am 01.01.2027 in Kraft treten. Damit erhielten die beteiligten Akteure im Gesundheitssystem eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten, um die vertraglichen und organisatorischen Voraussetzungen fĂŒr die Neuregelungen zu schaffen.

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