Hausarztpraxen: NĂ€PA und VERAH steigern Hausbesuche von 36 auf 84 Prozent
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die personelle Aufstellung in der ambulanten Grundversorgung hat sich im vergangenen Jahrzehnt spĂŒrbar weiterentwickelt. Eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Basis von AOK-Abrechnungsdaten der Jahre 2015 bis 2024 zeigt einen deutlichen Anstieg beim Einsatz speziell qualifizierter Praxisassistentinnen. Gleichzeitig offenbart die Analyse regionale Unterschiede und verbleibende LĂŒcken im Versorgungsnetz.
Deutlicher Zuwachs ĂŒber zehn Jahre hinweg
Im Zeitraum zwischen 2015 und 2024 stieg die Zahl der Hausarztpraxen, die mindestens eine NichtĂ€rztliche Praxisassistentin (NĂ€PA) oder eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) beschĂ€ftigen, von rund 7.000 auf ĂŒber 11.000 an. Dies entspricht einem Zuwachs von 60 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
Die Dynamik entwickelte sich dabei nicht ĂŒber den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg gleichförmig. Den WIdO-Daten zufolge verlangsamte sich das Wachstum dieser Praxen ab dem Jahr 2020. Trotz des langfristigen Anstiegs verzichten viele Standorte weiterhin auf diese Form der interprofessionellen UnterstĂŒtzung: 63 Prozent der Hausarztpraxen in Deutschland beschĂ€ftigen bislang noch keine NĂ€PA oder VERAH.
AusgeprÀgtes GefÀlle zwischen Stadt und Land
Bei der Verbreitung der qualifizierten AssistenzkrĂ€fte zeigen sich erhebliche strukturelle Differenzen zwischen den Regionen. In lĂ€ndlichen Gebieten verfĂŒgen 47 Prozent der Praxen ĂŒber eine NĂ€PA oder VERAH, wĂ€hrend dieser Anteil im stĂ€dtischen Raum bei lediglich 27 Prozent liegt.
Praxen mit NĂ€PA oder VERAH fĂŒhren zu 84 Prozent Hausbesuche durch qualifizierte Gesundheitsfachberufe durch â ohne diese FachkrĂ€fte sind es nur 36 Prozent. Wer sein Team entsprechend aufstellt, gewinnt KapazitĂ€t fĂŒr das hĂ€usliche Umfeld zurĂŒck. Der kostenlose Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie die EinfĂŒhrung gelingt. NĂ€PA-Fahrplan jetzt anfordern
Auch im Vergleich der BundeslĂ€nder fĂ€llt die Quote sehr unterschiedlich aus. Den höchsten Versorgungsanteil verzeichnet Sachsen-Anhalt, wo fast 60 Prozent der Praxen auf die UnterstĂŒtzung von NĂ€PA oder VERAH setzen.
In Baden-WĂŒrttemberg liegt der Wert bei circa 50 Prozent. Deutlich geringere Anteile weisen hingegen die Stadtstaaten auf: WĂ€hrend Hamburg einen Wert von 27 Prozent erreicht, liegt Berlin mit 14 Prozent bundesweit am Ende des Vergleichs.
Entlastung bei Hausbesuchen und ungenutzte Potenziale
Die Einbindung der qualifizierten Fachberufe wirkt sich unmittelbar auf das Leistungsspektrum im hĂ€uslichen Umfeld aus. Bei Praxen mit NĂ€PA oder VERAH fĂŒhren 84 Prozent Hausbesuche durch qualifizierte Gesundheitsfachberufe durch. Bei Praxen ohne diese FachkrĂ€fte liegt der entsprechende Anteil hingegen bei 36 Prozent.
63 Prozent der Hausarztpraxen in Deutschland arbeiten bislang ohne NĂ€PA oder VERAH â und verlieren damit jede Woche Ă€rztliche Zeit an Aufgaben, die qualifizierte FachkrĂ€fte ĂŒbernehmen können. Der Leitfaden zeigt, welche Abrechnungswege und Fördertöpfe die EinfĂŒhrung tragen. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Delegation sichern
WIdO-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. David Scheller-Kreinsen hob hervor, dass NĂ€PA und VERAH die KapazitĂ€ten fĂŒr Hausbesuche erweitern, die Ă€rztlichen Hausbesuche selbst jedoch nicht ersetzen. Da knapp zwei Drittel der hausĂ€rztlichen Praxen bislang noch ohne solche FachkrĂ€fte arbeiten, bestehe in diesem Bereich weiterhin erhebliches Ausbaupotenzial fĂŒr das Gesundheitssystem.
