Heilberufsausweise: RSA-Zertifikate in der TI heute deaktiviert
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der deutschen Gesundheits-IT findet am 14. August 2026 ein bedeutender technologischer Wechsel statt. Wie die Gematik bekannt gab, werden RSA-basierte Heilberufsausweise (HBA) an diesem Tag offiziell in der Telematikinfrastruktur (TI) deaktiviert. Die Umstellung markiert den Übergang zu moderneren Verschlüsselungsverfahren und hat unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit medizinischer Praxen und Einrichtungen.
Die technische Neuerung sieht vor, dass sämtliche Heilberufsausweise, die auf dem veralteten RSA-Verschlüsselungsverfahren basieren, aus der sogenannten Trust Service List (TSL) entfernt werden. Ab diesem Zeitpunkt sind innerhalb der Telematikinfrastruktur ausschließlich HBAs der Generation 2.1 nutzbar, die über eine Verschlüsselung mittels Elliptischer Kurven (ECC) verfügen.
Dieser Schritt ist keine rein organisatorische Maßnahme, sondern erfolgt auf explizite Vorgabe des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), um das Sicherheitsniveau der digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen langfristig zu gewährleisten.
Einschränkungen im Praxisalltag bei fehlender Aktualisierung
Für medizinische Einrichtungen, die den Umstieg auf die neue Kartengeneration bisher nicht vollzogen haben, bringt der 14. August 2026 erhebliche funktionale Einschränkungen mit sich. Da der Heilberufsausweis als zentrales Identifikationsmedium für den Zugriff auf geschützte Anwendungen dient, führt eine Deaktivierung der RSA-Zertifikate zum sofortigen Verlust des Zugangs zu essenziellen digitalen Diensten.
Betroffen sind hiervon insbesondere die elektronische Patientenakte (ePA) sowie das E-Rezept. Auch die Ausstellung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist mit den alten Ausweisen nicht mehr möglich.
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Darüber hinaus wird die Kommunikation über den Dienst „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) unterbrochen, was den sicheren Datenaustausch zwischen Ärzten, Apotheken und Krankenkassen massiv behindert. Praxen ohne gültigen ECC-fähigen Ausweis können somit zentrale Aufgaben der digitalisierten Patientenversorgung nicht mehr rechtssicher und technisch valide ausführen.
Handlungsbedarf für medizinische Einrichtungen
Angesichts der Deaktivierung hat die Gematik die Inhaber von Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Leitungen anderer medizinischer Einrichtungen dazu aufgerufen, ihren aktuellen Bestand an Heilberufsausweisen umgehend zu prüfen. Ziel ist es sicherzustellen, dass flächendeckend Karten der Generation 2.1 vorhanden sind, die den notwendigen ECC-Standard unterstützen.
Fachleute weisen darauf hin, dass die rechtzeitige Beantragung und Aktivierung der neuen Ausweise entscheidend ist, um einen reibungslosen Praxisbetrieb aufrechtzuerhalten. Da der Austauschprozess administrative Vorlaufzeiten bei den Kartenherausgebern beansprucht, wird ein proaktives Bestandsmanagement empfohlen.
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Nur durch den Einsatz der ECC-fähigen HBAs bleibt die Anbindung an die TI-Anwendungen stabil, während die veralteten RSA-Zertifikate ihre Vertrauenswürdigkeit innerhalb des Netzwerks verlieren.
Die Abschaltung am 14. August 2026 verdeutlicht die steigenden Anforderungen an die IT-Sicherheit im deutschen Gesundheitswesen. Durch die Entfernung der RSA-basierten Karten aus der TSL wird ein technischer Standard außer Kraft gesetzt, der den aktuellen Sicherheitsrichtlinien des BSI für hochsensible Patientendaten nicht mehr genügt.
Für die betroffenen Akteure im Gesundheitswesen bedeutet dies eine notwendige Anpassung ihrer digitalen Infrastruktur, um die Konformität mit den nationalen Sicherheitsvorgaben zu wahren.
