HeilkrÀutergÀrten: Neue Lehrberufe und Agrotourismus boomen
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 02:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sie verbinden ökologische Bildung, historische Bewahrung und wirtschaftliche Chancen.
Wirtschaftsfaktor Heilpflanze
Der Anbau von Heilpflanzen findet zunehmend Einzug in agrotouristische Konzepte. Ein Beispiel: Auf Mallorca eröffnete bereits im Mai 2023 ein Lavendelfeld in der Serra de Tramuntana. Auf 157 Hektar produziert die Anlage Ă€therische Ăle, Honig und Pflegeprodukte â und verbindet das mit touristischen Veranstaltungen und lokalem Kunsthandwerk.
Auch international setzt man auf Heilpflanzen als Wirtschaftsfaktor. Im vietnamesischen Na Tam diskutierte ein Seminar im Juli 2026 das Potenzial des Anbaus unter WaldblĂ€tterdĂ€chern. Von ĂŒber 13.000 Hektar Wald eignen sich dort rund 5.000 Hektar fĂŒr Pflanzen wie Ginseng oder Kardamom. Die bereits bepflanzte FlĂ€che von 51 Hektar soll bis 2030 um weitere 20 Hektar wachsen. Ziel: eine stĂ€rkere VerknĂŒpfung mit dem Agrotourismus.
Neue Berufe: Der KlimagÀrtner
Die wachsende Bedeutung von KrĂ€utergĂ€rten verĂ€ndert auch die Ausbildung. Im Wiener Schulgarten Kagran â einer sechs Hektar groĂen Anlage mit ThemengĂ€rten â entstand 2026 ein neuer Lehrberuf: der KlimagĂ€rtner. Die Spezialisierung bereitet auf die Anforderungen des Gartenbaus unter verĂ€nderten klimatischen Bedingungen vor.
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Digitale Methoden halten ebenfalls Einzug. Beim BiosphĂ€rentag am Rhön-Gymnasium Kaltensundheim nutzten SchĂŒler Bestimmungs-Apps auf Streuobstwiesen. Botanisches Wissen trifft auf moderne Lernmethoden â mit dem Ziel, nachhaltigen Konsum und regionale Ăkosysteme frĂŒh im Bildungssystem zu verankern.
KlostergÀrten: Tradition und Meditation
Klosteranlagen bleiben zentrale Orte der Wissensvermittlung. Das Kloster St. Lioba in Freiburg-GĂŒnterstal bietet im August 2026 FĂŒhrungen im HeilkrĂ€utergarten an â getrennt fĂŒr Kinder und Erwachsene. Die Abtei Tholey veranstaltet im Sommer und Herbst regelmĂ€Ăige kunst- und geschichtshistorische Begehungen.
Auf dem Disibodenberg fanden im Juli 2026 meditative SpaziergĂ€nge statt. Sie verbinden die Texte und GesĂ€nge der Hildegard von Bingen mit authentischen Orten. Botanik trifft auf kulturelles und spirituelles Erbe. In BĂŒdingen wiederum gibt es Kurse, die KrĂ€uterkunde mit Natur-Kneipp-Becken kombinieren.
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Neue GĂ€rten fĂŒr die Ăffentlichkeit
Die Nachfrage nach öffentlich zugĂ€nglichen NaturrĂ€umen wĂ€chst. In Frauenkirchen eröffnet Mitte Juli eine 1.400 Quadratmeter groĂe Anlage. Neben Informationen ĂŒber KrĂ€uter gibt es dort gastronomische Angebote mit regionalen Pflanzenprodukten.
In GroĂenbrode ergĂ€nzen fachwissenschaftliche VortrĂ€ge ĂŒber Wiesenblumen die regionalen Naturerlebnisangebote. Urban-Gardening-Konzepte wie der Mitmach-Garten in Waldkirch zeigen den Trend zur partizipativen Nutzung von GrĂŒnflĂ€chen. Sie fördern soziale Interaktion und ökologische Wissensbildung zugleich.
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