Heizen, Winter

Heizen im Winter: Unter 16 Grad steigt das Schimmelrisiko deutlich

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mindestens 16 Grad senken das Schimmelrisiko; gezielte Temperaturabsenkung spart Heizenergie, während passende Einstellungen die Effizienz unterstützen.

Richtig heizen: Welche Temperaturen Schimmel vermeiden und Energie sparen
Eine leere, helle Wandecke in einem Wohnraum, die ein gesundes und trockenes Raumklima symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts steigender Energiekosten versuchen viele Haushalte, ihren Verbrauch durch niedrigere Raumtemperaturen zu drosseln. Fachleute, darunter Schornsteinfegermeister Bernd Becker, warnen jedoch vor den Folgen übertriebener Sparmaßnahmen: Sinkt die Temperatur in Innenräumen unter etwa 16 Grad Celsius, steigt das Schimmelrisiko deutlich an.

Um Bauschäden und gesundheitliche Risiken zu vermeiden, empfehlen Experten daher Richtwerte von rund 20 Grad in Wohnräumen sowie etwa 24 Grad im Badezimmer.

Empfohlene Temperaturen und Einsparpotenziale

Auch die Verbraucherzentralen raten dazu, während der Heizperiode tagsüber eine Temperatur von mindestens 16 bis 18 Grad Celsius in Wohn- und Schlafräumen nicht zu unterschreiten.

Als Orientierung für Wohnbereiche gelten rund 20 Grad, während das Bad etwas wärmer temperiert sein sollte. An herkömmlichen Thermostaten entspricht die Stufe 3 in der Regel etwa 20 Grad und die Stufe 2 etwa 16 Grad Celsius.

Ein bewusster Umgang mit der Raumtemperatur bietet dennoch messbare Einspareffekte. Nach Angaben der Verbraucherzentralen sowie einer gängigen Faustformel spart ein Grad weniger Raumtemperatur rund 6 Prozent der Heizenergie ein.

Eine Auswertung der Klima-Plattform beziffert die tägliche Ersparnis auf etwa 2 Prozent pro abgesenktem Grad, mahnt jedoch ebenfalls an, die Raumtemperatur wegen der Schimmelgefahr nicht unter 16 Grad fallen zu lassen; als nächtliche Absenktemperatur werden 18 Grad empfohlen.

Zur Schimmelprävention raten die Verbraucherzentralen zudem zu einem regelmäßigen Stoßlüften von 3 bis 5 Minuten im Winter und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.

Kostendruck und veränderter Verbrauch

Die Notwendigkeit wirtschaftlichen Heizens bleibt für viele Mieter akut. Wie der Mieterschutzverein Frankfurt berichtet, erreichen viele Nachzahlungen teils mehrere tausend Euro. Zudem verteuerte beispielsweise der Energieversorger Mainova die Fernwärme zum 1. Oktober im Schnitt um 4,9 Prozent, während die Gasversorgung gesichert sei.

Anzeige

Steigende Energiekosten und hohe Nachzahlungen belasten viele Haushalte – doch welche Kosten dürfen Vermieter eigentlich rechtssicher weitergeben? Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in nur 5 Minuten, wie Sie die Betriebskostenabrechnung 2026 korrekt erstellen. Betriebskostenabrechnung 2026: So holen Vermieter jeden zulässigen Euro zurück

Dass Sparanstrengungen wirken, zeigen Daten der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt: In deren Frankfurter Liegenschaften sank der witterungsbereinigte Energieverbrauch von 2020 bis 2024 jährlich im Schnitt um rund 4 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Jahr 2023 sogar um etwas mehr als 7 Prozent.

Technische Abstimmung der Heizsysteme

Neben dem Nutzerverhalten spielt die technische Einstellung der Heizungsanlage eine zentrale Rolle für die Effizienz. Fachleute verweisen darauf, dass die Vorlauftemperatur ausschließlich von Fachpersonal justiert werden sollte.

Für unrenovierte Bestandsgebäude nennt der Hersteller Wolf typische Werte von 90 Grad Vorlauf und 70 Grad Rücklauf, während bei teilrenovierten Häusern mit Heizkörpern 55 zu 45 Grad und bei Standard-Fußbodenheizungen 40 zu 30 Grad genügen.

Anzeige

Wer sich mit der energetischen Optimierung befasst, sollte auch die vertraglichen Grundlagen nicht vernachlässigen, um nicht auf Kosten sitzen zu bleiben. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche umlagefähigen Kosten Vermieter häufig im Mietvertrag vergessen. Diese 'sonstigen Betriebskosten' jetzt gratis nachlesen

Nach Angaben von Vaillant benötigen ältere, wenig isolierte Gebäude mit kleinen Heizkörpern Vorlauftemperaturen von 55 bis 90 Grad, während bei Wärmepumpen in gut gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung etwa 35 Grad ausreichen. Für Brennwertheizungen beziffert Wolf 60 Grad Vorlauf und 45 Grad Rücklauf als ausreichend.

Bleibt die Heizung trotz aufgedrehtem Regler kalt, listen Fachleute zehn typische Ursachen auf: Luft im Heizkörper, ein falsch eingestelltes oder defektes Thermostat, ein klemmendes Thermostatventil, zu niedriger Heizungsdruck, eine defekte Umwälzpumpe, ein fehlender hydraulischer Abgleich, Ablagerungen im Heizsystem, eine fehlerhafte Regelung oder Heizkurve, eine zu geringe Heizkörperleistung sowie Störungen am Wärmeerzeuger.

Bei Warmwassersystemen ist zudem auf den Gesundheitsschutz zu achten: Da Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad wachsen, erhitzt eine Legionellenschaltung das Wasser periodisch auf über 70 Grad.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70322172 |